Leben Sprüche – nachdenklich

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Das Leben fordert viel hundertmal Sich zu wärmen, zu leuchten mit eignem Licht.

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Dieses Leben, welches jedem von uns zuruft: „Sei ein Mann und folge mir nicht nach, — sondern dir! Sondern dir!“

Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft (La gaya scienza), 1882 (ergänzt 1887)

Jedesmal, wenn es dir schlecht geht, frage dich ehrlich, ob du nicht versucht bist, außen herum, oben drüber, neben dran vorbeizuschleichen – anstatt zugrundezugehen. Jede Feigheit, die das tut, straft uns, in dem das Leben täglich unerträglicher und schwerer wird. Zugrundegehen aber heißt nicht Vernichtetwerden, Zerbrechen, Untergehen, sondern Untertauchen. Du sollst im Leben bis auf den Grund gehen und siehst dann, wie das Leben auf einmal so einfach ist.

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Denkt euch ein Jahrhundert zurück und denkt euch ein Jahrhundert voraus und höret dann die Menschen über euch.

Förster (Hg.), Denkwürdigkeiten aus dem Leben von Jean Paul Friedrich Richter. Zur Feier seines hundertjährigen Geburtstages, 4 Bde., 1863

Für andere leben, aber nicht andere in sich hineinleben lassen!

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So sind wir nun: kriechen heraus, hantieren hier oben eine Zeitlang scheinbar selbständig hin und her und legen uns dann ganz still wieder unter die Kruste.

Busch, Aphorismen, Reime und Sinnsprüche

Höheres Leben kann erst Wurzel fassen auf einem Grund, der nicht mehr von unaufhörlichen Flammenausbrüchen zerwühlt wird.

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Die meisten Menschen haben den Mittelpunkt ihres Lebens außerhalb ihres Selbst. Es gelingt ihnen nicht, um die eigene Mitte zu schwingen. Die ganze Bewegung ihres Lebens ist ein Mitgerissensein.

Leixner, Der Weg zum Selbst, 1905

Gedenke, daß du nicht lebst in der Welt, sondern an ihr nur vorüberziehst.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Doch wer da lebt, die Erde zu gestalten, Kann drauf nicht lang und tiefe Ruhe halten.

Lenau, Die Albigenser. Versepos, entstanden 1838/1842

Der Mensch, in seinem Gemäuer gefangen, besinnt sich lange nicht oft genug darauf, daß er lebt, Leben ist und es mit dem Lebendigen zu tun hat, solange er lebt.

Raabe, Alte Nester. Zwei Bücher Lebensgeschichten, 1880. Zweites Buch. 11. Kapitel

Berechne jeden Tag, wie viel der Stunden du Verwendet hast auf Mittagsruh, Wie viel auf Schmauserei, wie viel Auf Tanz und Spiel Und auf Geschwätz, das nicht Gespräch gewesen ist, Und dann, o Mensch, zieh ab und sieh, wie alt du bist.

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Wer für sich die Spur des Lebens sucht und schweigend aus dem Drange nach vorwärts lebt, wird immer von allen Beharrenden, mit denen er in Berührung und Reibung kommt, als unzeitgemäß, unbequem, ärgerlich, verkehrt empfunden und von ihnen bedrückt werden.

Müller, Die Bergpredigt verdeutscht und vergegenwärtigt, 1906

In den Tiefen der Gebirgswelt wird das Geheimnis unsers Herzens ruhn, wie das Edelgestein im Schacht, im Schoße der himmelragenden Wälder, da wird uns sein, wie unter den Säulen des innersten Tempels, wo die Götterlosen nicht nahn, und wir werden sitzen am Quell, in seinem Spiegel unsre Welt betrachten, den Himmel und Haus und Garten und uns.

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Zweiter Band. Zweites Buch. Hyperion an Bellarmin

Man soll nicht so viel Angst vor dem rein animalischen Leben machen und es nicht als den schrecklichsten Zustand vorstellen, in den wir geraten können. Denn es ist allemal besser, wenn man einem Schaf als einem bösen Geist gleicht. [...] Ich sehe die Menschen lieber auf dem Felde Gras fressen als daß sie sich in den Städten gegenseitig verschlingen.

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Und wenn du dein Leben nicht führen kannst, wie du es dir wünschst, versuche wenigstens, so weit es dir möglich ist, dies: Entwürdige es nicht in all diesen Gesellschaften der Welt, in den vielen Bewegungen und Reden.

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Zurück ins schon gelebte Leben Sieh selten nur, wenn's traurig macht, Und, Rechenschaft davon zu geben, Dir nicht das Herze lacht!

Gleim, Die goldnen Sprüche des Pythagoras. Aus dem Griechischen von Gleim, 1786

Was spricht, hat Leben – und die ganze Natur, sie spricht zu uns.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Wer sein Leben auf Kosten anderer erhalten will, muss es sobald es nötig ist, auch für sie hingeben.

Rousseau, Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechtes (Du Contrat social ou Principes du droit politique), entstanden 1754-58, Erstdruck 1762. Zweites Buch, 5. Kapitel: Recht über Leben und Tod

Welch ein ruhevolles Leben ist das für den, der flieht dem weltlichen Lärmen und dem versteckten Pfad folgt, auf dem die wenigen Weisen dieser Welt gegangen sind.

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Ich bin in jedem Augenblick der Wanderer, der über den eigenen Weg zu entscheiden hat.

Kaergel (Hg.), Das Hermann Stehr-Buch. Eine Auswahl aus seinen weltanschaulichen Dichtungen und Gesprächen, 1927