Leben Sprüche – sinn

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Die Kunst als das Jubelfest des Willens ist die stärkste Verführerin zum Leben. Die Wissenschaft steht auch unter der Herrschaft des Triebes zum Leben: die Welt ist wert erkannt zu werden: der Triumph der Erkenntnis hält am Leben fest.

Nietzsche, F., Nachgelassene Fragmente. Winter 1869-70 – Frühjahr 1870

Jeder ist mir verächtlich, der nicht bis zum letzten Atemzug um sein geistiges und körperliches Leben kämpft.

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Ob glücklich oder unglücklich, das Leben ist der einzige Schatz, den der Mensch besitzt; und wer es nicht liebt, ist seiner nicht wert.

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Das Leben ist eine reine Flamme und wir leben mit einer unsichtbaren Sonne in uns.

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Das Leben ist ernst, und der Freuden sind so wenig. Aber dies ist wohl eine: in Ruhe, bei einer Tasse Kaffee und einer Zigarre zu hören, wie sich die Leute aufregen und abhaspeln und ihr schlechtes Deutsch herunterschnurren und sich versprechen und schimpfen, schimpfen, schimpfen . . .

Tucholsky, Werke 1907-1935. Helden am Telefon, in: Berliner Volkszeitung, 21.08.1922 (Ignaz Wrobel)

Warum sollte dies mein Leben ein Anfang oder Ende sein, da doch nichts ein Anfang oder Ende ist. Warum nicht einfach eine Fortsetzung, der unzähliges Wesensgleiche vorangegangen ist und unzähliges Wesensgleiche folgen wird.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1908

Wer leben will, muß das Fieber riskieren.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1860

Lebendiges kommt nie aus der Retorte.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Seltsam, wohin einen zuweilen ein krummer Pfad führt.

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Wer das Leben liebt und den Tod nicht scheut, geht fröhlich hin durch die sinkende Zeit.

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Auf der Heid' ein Wolkenschatten fährt dahin des Menschenleben. Sind vom Tode wir umgeben. Zittert! in des Lebens Mitte.

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Dieses Leben ist nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Wesen, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Wir sind es noch nicht, aber wir werden es.

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Menschenleben, wunderbar! In jeder Ecke lauert ein anderes Ungemach, und in jedem Winkel steht ein freundlicher Engel.

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Denn wer den Ernst gekostet hat, dem wird der Spaß, zumal von der langweiligen Art, nicht mehr munden.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Vorrede zur zweiten Auflage

Lebe, bis du satt geküßt und des Trinkens müde bist.

Lessing, G. E., Gedichte. Lieder, Ausgabe 1771. Aus: Der Tod

Die letzten Stichworte in einem richtig geführten menschlichen Leben müssen Friede und Güte heißen.

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Wenn ich jetzt sterben müßte, würde ich sagen: »Das war alles?« – Und: »Ich habe es nicht so richtig verstanden.« Und: »Es war ein bißchen laut.«

Tucholsky, Werke 1907-1935. Mein Nachruf, in: Die Literarische Welt, 15.04.1927, Nr. 15 (Kurt Tucholsky), wieder in: Das Lächeln der Mona Lisa, 1928, auch unter dem Titel »Wie soll Ihr Nekrolog aussehen?

Wem's Leben viel gegeben, dem gab es Müh' und Not. Der Tod nur ist das Leben, und alles Leben – Tod.

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Ein glückliches Leben ist unmöglich: Das Höchste, was der Mensch erlangen kann, ist ein heroischer Lebenslauf.

Schopenhauer, A., Nachlass. Senilia (1853)

Das Leben zu verlängern ist die Kunst, unsere Jugend zu erhalten. Jugend ist Eindrucksfähigkeit, Wirkungskraft, Bereitschaft, Sprungbereitschaft.

Schleich, Die Weisheit der Freude, 1920. Das Leben – ein Erleben

Ein Leben ist kein Licht; ein Licht kann ich wieder anzünden. Das Leben ist eine Flamme Gottes; einmal lässt er sie auch brennen auf Erden, dann nicht wieder.

Gotthelf, Wie Anne Bäbi Jowäger haushaltet und wie es ihm mit dem Doktern geht, 2 Bde., 1843/44