Leben Sprüche – sinn
1867 Sprüche gefunden
Jeder Mensch sollte sich seinen Lebensplan zurechtlegen, ebenso durchdacht und geschlossen wie ein mathematischer Beweis. Wer sich getreulich an ein solches System hielte, hätte darin die Handhabe folgerechten und allzeit zielsicheren Handelns. Auf diese Weise wäre einer imstande, jeglicher Gestaltung der Dinge und jedem Ereignis das abzugewinnen, was ihn auf seinem Wege zum Ziel weiterführt, so daß alles zur Ausführung seines Planes dienen müßte.
Ich weiß, ich werde nicht sehr lange leben. Aber ist das denn traurig? Ist ein Fest schöner, weil es länger ist?
Der Strom des Lebens Fließe, des Lebens Strom! Du gehst in Wellen vorüber, Wo mit wechselnder Höh eine die andre begräbt. Mühe folget der Mühe; doch kenn' ich süßere Freuden Als besiegte Gefahr oder vollendete Müh? Leben ist Lebens Lohn, Gefühl sein ewiger Kampfpreis. Fließe, wogiger Strom! nirgend ein stehender Sumpf.
Der Mensch Die Liebe hält im Mutterarm Den zarten Säuglin sanft und warm, Sie weidet sich, ihn anzuschau'n In hoffnungsvollem Gottvertrau'n. Er wächst empor in Lust und Kraft, Er träumt von früher Meisterschaft; Er reißt sich los vom Vaterhaus Und wagt sich in die Welt hinaus. O, Zuversicht und Jugendblut, Wie schön vollendet ihn der Mut! Er reift zum Mann, er kehrt zurück, Er baut sein Haus und sucht sein Glück. Zum höchsten Ziel strebt er hinan, Setzt rüstig Leib und Leben dran; Allein erschöpft sich seine Kraft, Bevor er noch sein Werk geschafft. Er schaut zurück auf seine Bahn, sie fing so vielversprechend an; Was ist das Ziel? Was ist der Preis? Ach, karge Freude, saurer Schweiß! Sein Leben war ein kurzer Schritt, Das Ganze flutend riß ihn mit, Es lockte hier, es trieb ihn dort, Zog ihn heran und stieß ihn fort. Die Millionen zählen nur, Der einzelne läßt keine Spur, Er stirbt; die Lücke füllt sich aus, Noch ehe man ihn trägt vom Haus. Still ist sein bleiches Angesicht, Als wüßt' er und empfänd' er nicht, Was unerfüllte Wünsche sind, Und überm Grabe saust der Wind. Doch Klage ziemt deshalb uns nicht: Was Gott gewollt, ist unsre Pflicht, Und was wir sind in That und Wort, Das pflanzt sich lebend weiter fort. In unsers Daseins Sorg' und Qual Ist uns gewährt ein Hoffnungsstrahl, Wie sehn empor in Seelenruh' Und streben der Vollendung zu. Wir schau'n aus dieser kleinen Welt Hinaus in Gottes Sternenzelt, Und leben auf dem Erdenball Das Leben nur im großen All.
Das Leben Beklage nicht, daß deinem Leben Der Herr nur kurze Frist gegeben, Dem Traume gleich dein Dasein ist. Zu bösen Thaten, wie zu guten, Brauchst du nur wenige Minuten; - Wie lang' ist deines Lebens Frist! Wie bei dem Vater aller Seelen Jahrtausende nur Tage zählen, Zählt jeder Tag Jahrtausend' dir: In einem Tage soviel Gutes Kannst du vollbringen frohen Mutes, Als wärst du ein Jahrtausend hier!
Der Mensch muß so leben, daß er Stunden und Zeiten hat, da er sein Gemüt sammelt, daß sein Leben an Durchsichtigkeit gewinne.
Schiffahrt ist nothwendig, Leben ist nicht nothwendig!
Ich empfand das Leben nicht mehr als Selbstverständlichkeit; ich empfand es als ein seltenes Geschenk, das man auszunutzen verpflichtet ist.
Gottlob! daß ich auf Erden bin Und Leib und Seele habe; Ich danke Gott in meinem Sinn Für diese große Gabe. Der Leib ist mir doch herzlich lieb Trotz seiner Fehl und Mängel, Ich nehme gern mit ihm vorlieb Und neide keinen Engel. Ich küsse gern mein braunes Weib Und meine lieben Kinder, Und das tut wahrlich doch mein Leib, Und mir ist es gesünder, Als wenn ich mit Philosophie Die Seele mir verdürbe, Denn ein klein wenig Not macht sie, Die liebe Weisheit, mürbe.
Wenn diese ganze Existenz nur provisorisch ist, wozu braucht man die Beständigkeit suchen?
Wer das Leben nicht schätzt, hat es nicht verdient.
Wie kann man das Leben verstehen, wenn man es nicht auffaßte als das Arbeiten jedes Einzelnen am Geiste, man kann wohl sagen, am Heiligen Geiste.
Leben heißt, tief einsam sein.
Der rechte Weg Viele Wege geh'n durch den Wald, Wer nicht Bescheid weiß, verirrt sich bald. Viel Wege auch durchs Leben geh'n – Mußt immer den dir auserseh'n, Ob mancher auch sonst dich locken möchte, Von dem das Herz sagt: der ist der rechte.
Leben! Auch du bist eine Gewebe von Träumen Fröhlichen leicht, Betrübten schwer.
Denken Sie weniger und leben Sie mehr.
Wenn du geliebt, wenn du gehofft, Wenn du gestrebt, gerungen, Wenn du mit starkem Willen oft Dein blutend Herz bezwungen: Dann fühlst du, wie zu vollem Wert Erwacht dein ganzes Leben, Denn jeder Schmerz, der dich beschwert Wird dich nur höher heben. Dein Glück, es ist so selten echt, Und wird dich doch betören: Der Schmerz verleiht dir erst ein Recht, Dem Leben zu gehören. Ob du umfingst in Jugendluft Die Welt mit Liebesarmen, Es lehrt dich Leid erst und Verlust Ein heiligstes Erbarmen.
Nur ein Leben Ein Tropfen fällt: es klingt Das Meer nur leise. Die Stelle wird umringt Von Kreis' an Kreise. Und weiter, immer mehr. Nun ruht es wieder. Wo kam der Tropfen her? Wo fiel er nieder? Es war ein Leben nur Und nur ein Sterben, Und kam, auch eine Spur Sich zu erwerben.
Des Lebens höchste Offenbarung Doch immer aus dem Herzen blüht.
Wenn das Leben fragte tausend Jahre lang: "Warum lebst du?", wenn es überhaupt antwortete, würde es nur sagen: "Ich lebe, um zu leben!" Das rührt daher, weil das Leben aus seinem eigenen Grunde lebt, aus seinem Eigenen quillt; darum lebt es ohne Warum: es lebt nur sich selber! Und fragte man einen wahrhaften Menschen, einen, der aus seinem eigenen Grunde wirkt: "Warum wirkst du deine Werke?", wenn er recht antwortete, würde er auch nur sagen: "Ich wirke, um zu wirken!"
Gegen das Leben an irgendeiner Stelle ablehnend zu sein, ist mir nie eingefallen.