Leben Sprüche – sinn

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Das Leben ist ein Mysterium, das man vom schöpferischen Herzen aus erlebt.

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Warum treibt sich das Volk so und schreit? Es will sich ernähren, Kinder zeugen und die nähren, so gut es vermag. Merke dir, Reisender, das, und tue zu Hause desgleichen! Weiter bringt es kein Mensch, stell' er sich, wie er auch will.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Epigramme. Venedig 1790

Ein töricht Wesen dünkt mich der Mensch, Treibt dahin auf den Wogen der Zeit, Endlos geschleudert auf und nieder, Und wie er ein Fleckchen Grün erspäht, Gebildet von Schlamm und stockendem Moor Und der Verwesung grünlichem Moder, Ruft er: Land! und rudert d'rauf hin, Und besteigt's – und sinkt – und sinkt – Und wird nicht mehr gesehn.

Grillparzer, Das goldene Vließ. Dramatisches Gedicht in drei Abteilungen (Der Gastfreund, Die Argonauten, Medea), 1819

Du wolltest leben und kamst nicht dazu. Du willst leben und vergißt es vor lauter Geschäftigkeit. Du willst das spüren, was in dir ist, und hast eifrig zu tun mit dem, was um dich ist – Verschüttet ist dein Lebensgefühl. Wenn du tot bist, wird es dir sehr leid tun. Noch ist es Zeit –!

Tucholsky, Werke 1907-1935. Aus: Dein Lebensgefühl, in: Die Weltbühne, 28.10.1930, Nr. 44 (Kaspar Hauser), wieder in: Lerne lachen ohne zu weinen, 1931

Von Grund aus liebe ich nur das Leben — und, wahrlich, am meisten dann, wenn ich es hasse!

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Zweiter Teil, 1883. Das Tanzlied

Viele Jahre schwer daneben, viele Jahre einmaleins: ich und ich. Zwei leere Leben machen keins.

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Sterben ist schön, aber leben ist auch nicht schlecht.

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Wenn du dein ganzes Leben lang einsammelst, wann willst du das Gesammelte genießen?

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Das Reich Gottes ist weder Schwärmen noch schöngeistiges Genießen, sondern Wirken in Liebe und Weisheit, in Schönheit und Güte.

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Das Leben ist für die unglücklichen Arbeiter nicht viel mehr als ein Kampf gegen den Tod, ein Leiden, um sich gegen das Leiden stark zu machen.

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Das Leben wäre nicht so kurz – aber man misst es gewöhnlich erst, wenn bereits viel davon fehlt.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Hätt' ich gezaudert zu werden, Bis man mir's Leben gegönnt, Ich wäre noch nicht auf Erden, Wie ihr begreifen könnt, Wenn ihr seht, wie sie sich gebärden, Die, um etwas zu scheinen, Mich gerne möchten verneinen.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien 5

Ich darf nicht glauben, daß ich lebe. Nicht ich lebe, sondern das geistige Wesen in mir. Ich bin nur die Öffnung, durch welche dieses Wesen zum Vorschein kommt.

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Das Leben des Menschen liegt nicht im Körper, sondern in der Seele, und nicht im Körper und in der Seele, sondern nur in der Seele.

Tolstoi, Der Lebensweg, 1912 (posthum)

Wenn der von uns in der Ethik aufgestellte Grundsatz zu Recht besteht, daß das glückliche Leben ein Leben gemäß unbehinderter Tugend und die Tugend eine Mitte ist, so muß das mittlere Leben das beste sein, ein Leben, sagen wir, in einer Mitte, die für jeden zu erreichen ist.

Aristoteles, Politik. 1295a (IV, 11.) Übersetzt von Eugen Rolfes (1912)

Hat alles auf Erden sein' Zeit und sein Ziel, Sorge und Leiden und fröhliches Spiel. Zieh' deine Straße im eigenen Licht! Lebe lebendig! Mehr braucht es nicht! Das andre erfüllt sich, so wie es muß! Lebendiges kommt zum lebendigen Schluß.

Sonntagsfeier. Andachten aus der Schatzkammer der Denker und Dichter, Verlag des Vereins für soziale Ethik und Kunstpflege in Berlin

Das Leben ist in Wahrheit eine Gabe Gottes, die uns arme Menschenkinder erfrischt und aufheitert gleich einem Gewitter, das nach langer Dürre die lechzende Natur wieder stärkt und zu neuem Leben verjüngt. Wer nicht mehr lachen kann, für den hat das Erdenleben, seinen Schmelz und Duft, seine Heiterkeit und Frische verloren, und wer so recht aus voller Seele lacht, der kann kein schlechtes Gewissen haben.

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Sind uns die kurzen bunten Lumpen zu mißgönnen, die ein jugendlicher Mut, eine angefrischte Phantasie um unsers Lebens arme Blöße hängen mag? Wenn ihr das Leben gar zu ernsthaft nehmt, was ist denn dran? Wenn uns der Morgen nicht zu neuen Freuden weckt, am Abend uns keine Lust zu hoffen übrig bleibt, ist's wohl des An- und Ausziehens wert?

Goethe, Egmont, 1788. 2. Akt, Egmont zum Sekretär

Die Götter haben die Brunnen des Lebens vor den Menschen geheim gehalten.

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Gewöhne dich an den Gedanken, daß der Tod uns nichts angehe; denn alles Gute und Schlimme beruht auf Empfindung; der Tod aber besteht eben in der Aufhebung der Empfindung. Deshalb ermöglicht uns die richtige Erkenntnis, daß der Tod uns nichts angehe, erst den Genuß des sterblichen Lebens [...].

Nestle, Die Nachsokratiker, 2 Bde., 1923. Der Brief an Menoikeus

Wer lange lebt, erlebt viel Schlimmes.

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