Leben Sprüche – sinn

1867 Sprüche gefunden

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Es kommt nur darauf an, das innere Wesen festzuhalten, mit einer Art schonungsloser Kühnheit ins Leben einzugreifen und es auszuleben.

Humboldt, W., Briefe. An Karoline, am 24. März 1804

Je sinnlicher wir leben, desto leichter geht der ganze Stoffwechsel vor sich, desto heiterer wird der Geist, desto gesünder der Körper.

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Das Leben ist so kurz und jeder Augenblick darin viel wert, und ganze Tage werden verschlafen, ganze Jahre verträumt.

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Das Leben schenkt nichts. Was es uns in den Schoß wirft, ist größtenteils Katzengold und zerrinnt uns unter den Händen. Nur was wir ihm abringen, in hartem ehrlichem Kampfe, hat bleibenden Wert.

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Wir erleben unser Leben mehr als einmal. Gar manches Ereignis wird erst spät, wenn wir uns dessen in andere Stimmung erinnern, zur Erfahrung. Was uns einst jubeln machte, erpreßt uns Seufzer, worüber wir klagten, darüber lächeln wir, oder segnen das Leid. Die Taten der Jugend begreifen wir ganz erst in der Mannheit, und der Greis erst versteht vielleicht ganz den Mann. Darum leben wir ein vielfaches Leben – nur der Flachkopf mit kaltem Herzen besitzt ein einziges, das sich nach dem Kalender abspinnt.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Das Leben könnte viel heitrer sein, wenn die Menschen es ernster nehmen wollten.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Die Geschichte zeigt uns das Leben der Völker, und findet nichts, als Kriege und Empörungen zu erzählen: die friedlichen Jahre erscheinen nur als kurze Pausen, Zwischenakte, dann und wann einmal. Und eben so ist das Leben des Einzelnen ein fortwährender Kampf, nicht etwa bloß metaphorisch mit der Not, oder mit der Langeweile; sondern auch wirklich mit anderen. Er findet überall den Widersacher, lebt in beständigem Kampfe und stirbt, die Waffen in der Hand.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Zweiter Band. Kapitel 12. Nachträge zur Lehre vom Leiden der Welt

Ich lebe nicht in mir allein, ich werde Teil von dem, was mich umgibt.

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An dem Ende seiner Tage Steht der Kater Hiddigeigei, Und er denkt mit leiser Klage, Wie sein Dasein bald vorbei sei. Möchte gerne aus dem Schatze Reicher Weisheit Lehren geben, Dran in Zukunft manche Katze Haltpunkt fänd' im schwanken Leben. Ach, der Lebenspfad ist holpernd, – Liegen dort so manche Steine, Dran wir Alte, schmählich stolpernd, Oftmals uns verrenkt die Beine. Ach, das Leben birgt viel Hader Und schlägt viel unnütze Wunden, Mancher tapfre schwarze Kater Hat umsonst den Tod gefunden. Doch wozu der alte Kummer, Und ich hör' die Jungen lachen, Und sie treiben's noch viel dummer, Schaden erst wird klug sie machen. Fruchtlos stets ist die Geschichte; Mögen sehn sie, wie sie's treiben! – Hiddigeigeis Lehrgedichte Werden ungesungen bleiben.

Scheffel, Der Trompeter von Säckingen, 1854. Lieder des Katers Hiddigeigei, XII.

Das Leben ist nicht die Arbeit wert, die man sich macht, es zu erhalten.

Büchner, Dantons Tod, 1835. 2. Akt, Danton

Das heißt Leben und Liebe eins sein lassen, daß die Liebe das Leben ist und das Leben die Liebe.

Büchner, Leonce und Lena, 1836. Paralipomena

Das Leben ist eine dreckige Sache.

France, Die rote Lilie (Le lys rouge), 1894

Wenn man das Leben wirklich ernst nimmt, fängt man an zu lachen – nimmt man es humoristisch, dann wird einem ernst zumute. Am besten, man lächelt unter Tränen, und drückt ein Auge zu, so lange, bis einem beide Augen zugedrückt werden.

Sacks, Kabarett des Lebens, o.J. [1925]

Das Leben ist eine fortlaufende Kette von Treulosigkeiten.

France, Die rote Lilie (Le lys rouge), 1894

Leben und Tod Macht dir das Erdendasein Pein, Bedenke in Not: Wirst nicht so lange lebend sein, Wie später tot.

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Alles Leben trägt sein Ideal in sich: der innerste Trieb des geistigen Lebens ist die Bewegung nach der Idee, nach einer größeren Vortrefflichkeit. Dieser Trieb ist ihm angeboren, bei seinem Ursprung eingepflanzt.

Ranke, Sämtliche Werke, 48 Bde. (1867-86); Bde. 49-54 posthum (1887-90). Politisches Gespräch

Wenn man anfängt, das Leben zu verstehen, versteht es uns nicht mehr.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Man lebt nur einmal! Probier's aus!

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Jeder lebt sein Leben – auch wenn es verpfuscht ist.

Vogel, Im Zwielicht. Aphorismen, 1946

Manches Leben ward zum Stoppelfeld, ohne daß es Ähren trug.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Was forscht ihr früh und spat dem Quell des Übels nach, da doch kein anderes ist, als Kreatur zu sein?

Platen, Gedichte. Ghaselen, 1821