Leben Sprüche – sinn

1867 Sprüche gefunden

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Das Leben des Menschen gleicht dem Morgentau, gleicht einem Blitz.

Ryūnosuke, Im Dickicht (Yabu no Naka), 1922

Das Leben ist nur ein anderer Tod. Des Lebens Geburt, nicht Ende, ist der Tod.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1836

Was ist schon ein Menschenleben? Nimm Jahre dazu, so viele du willst, leb einen noch so langen Lebensabend, was ist's? Ist's nicht wie ein Windhauch in des Morgens Frühe?

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Unser Leben ist, wie das Ganze, in dem wir enthalten sind, auf eine unbegreifliche Weise aus Freiheit und Notwendigkeit zusammengesetzt.

Goethe, J. W., Autobiographisches. Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, 1811, 3. Teil, 11. Buch

Leben ist eine Krankheit des Geistes, ein leidenschaftliches Tun.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Magische Chemie, Mechanik und Physik

Die gründlichste Wissenschaft ist die Erfahrung, die schönste Dichtung ist das Leben.

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Man mag so gern das Leben aus dem Tode betrachten und zwar nicht von der Nachtseite, sondern von der ewigen Tagseite her, wo der Tod immer vom Leben verschlungen wird.

Goethe, J. W., Briefe. An Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck, 27. September 1826

Das Leben ist eine Anstrengung, die einer besseren Sache würdig wäre.

Kraus, Pro domo et mundo, 1912. VII. Pro domo et mundo

Wie auch die Töne sich verweben, Nur ein Akkord regiert das Leben; Gesetz und Kraft, Gefühl und Gott.

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Drei Pfade hat der Mensch in sich, in denen sich sein Leben tätigt: die Seele, den Leib und die Sinne.

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Stolz und ergeben Tragen das Leben, Heißt Ruhe erwerben Zum Sterben.

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Die Dinge sind ganz gleichgültig. Sie sind das, wozu wir sie machen. Sind wir stärker als die Dinge [...], so ist die Welt herrlich. Es fügt sich auch alles wie von selbst, als wolle es dem starken Geiste untertan sein. Lassen wir aber die Dinge uns über den Kopf wachsen, so ist natürlich die Welt ein Jammertal und das Leben kaum wert, gelebt zu werden.

Lhotzky, Vom Erleben Gottes, 1908

Auf des eignen Lebens Bahnen Schau nur unbestochnen Blicks, Und die Fäden des Geschicks Wirst du auch im Weltlauf ahnen.

Geibel, E., Gedichte. Gedichte und Gedenkblätter. Sprüche, 43.

Das Leben ist eine Brücke von Seufzern über einen Strom von Tränen.

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Nicht der Tod ist die Wurzel der Welt, welcher Tod erst durch allmähliche Verringerung seines Grades zum Leben heraufgekünstelt werden müßte; sondern vielmehr das Leben ist die Wurzel der Welt, und was da tot scheint, ist nur ein geringerer Grad des Lebens.

Fichte, Die Grundzüge des gegenwärtigen Zeitalters. Dargestellt in Vorlesungen, gehalten zu Berlin, im Jahre 1804/05, 1806. 4. Vorlesung

Es ist nicht von Wichtigkeit, im Besitz einer mehr oder minder richtigen metaphysischen Phrase zu sein, sondern seinem Leben einen gewissen Pol zu geben, eine erhabene Richtung, ein Ideal.

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Wer in der Brust ein wachsendes Verlangen Nach schönen Augen fühlt und schönen Haaren, Den mahn ich ab, der nur zu viel erfahren Von Schmerz und Qual durch eitles Unterfangen. Dem jähen Abgrund nur mit Not entgangen, Was blieb mir aus unendlichen Gefahren? Im Aug die Spur von hingeweinten Jahren, Und in der Brust ein ungeheures Bangen. Naht nicht der jähen Tiefe, junge Herzen! Des Ufers Liljen Glühn von falschem Feuer, Denn ach, sie locken in das Meer der Schmerzen! Nur Jenen ist das Leben schön und teuer, Die frank und ungefesselt mit ihm scherzen, Und ihnen ruft ein Gott: Die Welt ist euer.

Platen, Gedichte. Sonette

Wir alle sind der flüchtigen Stunde Spiel. Wer kann anklagen und wer verdammen? Nur das Leben lohnt und rächt das Leben.

Jensen, Sonne und Schatten, 2 Bde., 1873

Das Los der Gesegneten liegt im Genusse höherer Erkenntnis, erweiterter Tätigkeit und Seligkeit, d. i. Gottesgemeinschaft; wofür? Für geringe Taten und gegen kleine Leiden.

Werner, Herder als Theologe. Ein Beitrag zur Geschichte der protestantischen Theologie, 1871

Der moralische Mensch hat so gut seine Respiration wie der physische, und nur durch diese bleiben wir lebendig.

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Lass uns darauf bedacht sein, es mit unserem Leben zu halten wie mit besonders kostbaren Gegenständen: nicht viel Raum soll es einnehmen, aber viel wiegen; lass es uns an der Tat, nicht an der Dauer messen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 93. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Hoc agamus ut quemadmodum pretiosa rerum sic vita nostra non multum pateat sed multum pendeat; actu illam metiamur, non tempore