Leben Sprüche – sinn

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Unser ganzes Kunststück besteht darin, daß wir unsere Existenz aufgeben, um zu existieren.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Kunst und Altertum, 5. Bandes 3. Heft, 1826

Für den ist kein Übel im Leben, der sich wahrhaft überzeugt hat, dass nicht zu leben kein Übel sei.

Diogenes Laertius, Leben und Meinungen berühmter Philosophen. X.

In Unbewußtheit leben ist das Süßeste, bis man erkennt, was Freude sei, was Schmerz.

Sophokles, Ajax (auch Aias oder Rasender Ajax), ca. 449 v. Chr

Denn die im Leben um das Leben geizen, Entsagen unbelohnt des Lebens Reizen.

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Es lebt nur, wer nicht sich allein lebt.

Stobaios, Eclogae und Florilegium (antike Sammlung von Exzerpten und Lehrmeinungen)

Wie weise und glücklich ist der, welcher so lebt, wie er am Ende wünschen wird, gelebt zu haben.

Thomas von Kempen, Die Nachfolge Christi (De imitatione Christi), um 1418

Das Leben besteht im wesentlichen aus Glauben und Geduld. Wer diese besitzt, kommt zu einem herrlichen Ziel.

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Wesentliche Lebensaufgabe: das Leben jeden Tag von neuem zu beginnen, als wäre dieser Tag der erste – und doch alle Vergangenheit, mit all ihren Resultaten und unvergessenen Gewesenheiten darin zu sammeln und zur Voraussetzung zu haben.

Simmel, Fragmente und Aufsätze, hg. von Gertrud Kantorowicz, München 1923 (posthum)

Ein Leben ohne Ziel ist unstet.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 95. Brief. Übers. Internet Originaltext: Vita sine proposito vaga est

Unser Leben gleicht einem Tanze; es ist so lang lustig, als der Spielmann aufgeigt; jählings springt eine Saite, und alles ist still.

Sutor, Latinum Chaos de, ex et pro omni, 1716

Leben ist ein großes Fest, Wenn sich's nicht berechnen läßt.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Gesellige Lieder. Aus >Frühlingsorakel<

Nicht vor dem Tode, nur vor dem Leben sollte man sich fürchten, denn nur dieses kann die Seele töten.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Das Leben ist eine in siebenfaches Goldpapier eingewickelte Bittermandel.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1838

Keiner genießt den wahren Geschmack des Lebens außer dem, der willens und bereit ist, es hinter sich zu lassen.

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Was will ich mehr! Noch halt mit beiden Händen ich Des Lebens schöne Schale fest, Noch trink und kann nicht enden ich Und denk nicht an den letzten Rest. »Doch einmal wird die Schale leer, Die letzte Neige schlürftest du.« So trank ich doch, was will ich mehr, Dem Tod ein volles Leben zu.

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Das Leben mit andern ist gut, aber das Leben mit sich selber ist besser.

Auerbach, Das Landhaus am Rhein. Roman, 5 Bde., 1869

Nur nicht lange leben und nicht lange sterben, das übrige ist gleich! Das Leben ist ein Verbrennungsprozeß: ein trübes Dasein ist wie ein Scheiterhaufen, der angezündet wird, während es regnet!

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1845

Nichts, das lang währt, ist sehr angenehm, nicht einmal das Leben, und trotzdem liebt man es.

Vauvenargues, Nachgelassene Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Leben ist, sich in einem Spiegel »Adieu« zu sagen.

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Wenn man nicht feste, ruhige Linien am Horizonte seines Lebens hat, Gebirgs- und Waldlinien gleichsam, so wird der innerste Wille des Menschen selber unruhig, zerstreut und begehrlich wie das Wesen des Städters: Er hat kein Glück und gibt kein Glück.

Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 2. erweiterte Auflage 1886 (EA: 1878). Erster Band. Fünftes Hauptstück. Anzeichen höherer und niederer Kultur

Allerdings hat man, wenn man alt ist, nur noch den Tod vor sich; aber wenn man jung ist, hat man das Leben vor sich; und es fragt sich, welches von beiden bedenklicher sei.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 6: Vom Unterschiede der Lebensalter