Leben Sprüche – sinn

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Das Rätsel unseres Lebens und jenes ungeheure Ding, das wir erschaudernd und eilig Zufall nennen!

Merian (Hg.), Klarheit. 365 deutsche Gedanken, auch Gedichte, Verlag Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1938

Das Leben ist ein Ding, über das man nicht nachdenken darf.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Das gesunde Leben ist nureineForm, das kranke – eine andere, in der wir Gott und den Menschen dienen.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Das Leben ist ein vielbesagtes Wandern, ein wüstes Jagen ist's von dem zum andern, und unterwegs verlieren wir die Kräfte.

Lenau, N., Gedichte. Aus: Eitel nichts, 1844

Es lebt der Mensch, Wenn's lang ist zwar, Selten länger, denn achtzig Jahr, Davon er zehn Jahre zubringt, Nur weil er ißt und trinkt, In Kurzweil und dergleichen Spiel Der Schlaf wohl zwanzig Jahr hinnimmt, Sechzehn bleibt der Mensch ein Kind, Und ist nichts nutz zu solcher Zeit, Mit Krankheit ist vier Jahr ein Streit, Bleibt also nur der vierte Teil Vom Alter bis zum Seelenheil.

Kral (Hg.), Christliches Zitatenlexikon, hg. von Josef Kral, 1950. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des IGW Verlags

Das Leben ist ein Schiffswrack, aber wir sollten nicht vergessen, in den Rettungsbooten zu singen.

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Lange leben und angenehm leben, heißt für zwei leben, und ist die Frucht des Friedens.

Gracián, Handorakel und die Kunst der Weltklugheit (Oráculo manual y arte de prudencia), 1647. Erste deutsche Übersetzung 1711. Hier in der Übersetzung von Arthur Schopenhauer 1828-32, Erstdruck 1871. [192.]

Nichts straft mehr Lügen im Leben wie das Leben.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Wir begnügen uns mit 100 Jahren und weniger, weil wir kaum jemals ein Beispiel sehen, dass diese Frist überschritten wird. Wäre die Lebensdauer des Menschen 2 oder 300 Jahre, wie es die des Raben, Karpfen und Elefanten sein soll, er würde 2 oder 300 Jahre alt werden wollen und jammern, wenn ihm angekündigt würde, er habe schon zu 150 Jahren zu sterben, obwohl er sich doch jetzt mehr als 100 Jahre gar nicht wünscht.

Nordau, Paradoxe der conventionellen Lügen, 1885

Wir können nicht leben ohne Menschen und leben nie mehr, als wenn kein Mensch um uns ist.

Pauly, Aphorismen, 1905

Sprich es nie aus, daß du das Leben erschöpft hast. Du beweisest damit nur, daß es dich erschöpfte.

Wertheimer (Hg.), Weisheiten von Oscar Wilde, übersetzt von Paul Wertheimer, 1921 (EA: 1907)

Daß wir die Melodie unseres Lebens selber spielen, das wünschen wir uns. Und daß sie uns, auch wenn es hier und dort mal einen Misston gibt, doch zu einem harmonischen Ganzen gerät, denn es kommt immer darauf an, daß, wie und wo man marschiert, man allerorts die Musik des Lebens hört.

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Es ist eine weise Fügung der Weltordnung, daß wir nicht wissen, wieweit wir selbst das Leben vergangener Menschen fortsetzen, und daß wir nur zuweilen erstaunt merken, wie wir in unseren Kindern weiterleben.

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Mancher klagt über ein verfehltes Leben, statt den verfehlten Menschen in sich anzuklagen.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Nein, das Leben ist taktlos, übersieht die feinen Pointen…

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Wer in dieser Welt leben will, muß sich tummeln.

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Das Leben ist keine Sättigung, nur ein Imbiss.

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Ach furchtbar ist des Lebens Offenbarung, Zum Erdenpilger spricht es durch den Schmerz: »Reich wird und reicher die Erfahrung, Und arm und ärmer wird das Herz.«

Tiedge, C. A., Gedichte

Wenn ich noch einmal zu leben hätte dann würde ich mehr Fehler machen; ich würde versuchen, nicht so schrecklich perfekt sein zu wollen; dann würde ich mich mehr entspannen und vieles nicht mehr so ernst nehmen; dann wäre ich ausgelassener und verrückter; ich würde mir nicht mehr so viele Sorgen machen um mein Ansehen; dann würde ich mehr reisen, mehr Berge besteigen, mehr Flüsse durchschwimmen und mehr Sonnenuntergänge beobachten; dann hätte ich mehr wirkliche Schwierigkeiten als nur eingebildete; dann würde ich früher im Frühjahr und später im Herbst barfuß gehen, dann würde ich mehr Blumen riechen, mehr Kinder umarmen und mehr Menschen sagen, daß ich sie liebe. Wenn ich noch einmal zu leben hätte, aber ich habe es nicht…

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Bunt ist das Leben angelegt und der Mensch strebt aus allen Kräften, es eintönig zu machen, Charakter hineinzubringen: ausgebleichte Astern!

Hille, Die Hassenburg. Roman aus dem Teutoburgerwalde, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 4, hg. von seinen Freunden, 1905 (posthum)

Wer das Leben als Provisorium betrachten kann, wird es leichter ertragen.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929