Leben Sprüche – sinn

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Das fremde Leben, das der Mensch anerkennt und gelten läßt, das nährt sein eigenes Leben.

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Er war dem Tod so knapp entkommen, daß das, was ihm vom Leben übrigblieb, unsäglich kostbar für ihn war.

Lawrence, Lady Chatterleys Liebhaber, auch: Lady Chatterley und ihr Liebhaber (Lady Chatterley’s Lover), 1928

Wer des Lebens Bedingungen versteht, der wird sich nicht abmühen um Dinge, die für das Leben überflüssig sind.

Dschuang Dsi, Das wahre Buch vom südlichen Blütenland, übersetzt von Richard Wilhelm 1912. 2. Exoterisches. Buch XIX. 1. Das Leben

Das geistige Leben bedarf eines behaglichen Heims und einer schmackhaften Küche.

Lawrence, Lady Chatterleys Liebhaber, auch: Lady Chatterley und ihr Liebhaber (Lady Chatterley’s Lover), 1928

Wenn wir die Bilanz unseres Lebens ziehen, dann müssen wir im Soll und Haben viel durchstreichen.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

An einen berühmten Mann Dir ist so vieles gelungen, Wonach ich im Leben gestrebt; Du hat das Schicksal bezwungen, Vor dem so mancher erbebt. Mein Name ist lange verklungen, Wenn deiner in Ehren noch lebt. – Und doch hab' ich Bessres errungen: Ich habe ein Leben gelebt.

Dechent, Was mich das Leben gelehrt, 1927

Eine Lebensausbildung ist wichtiger als eine Berufsausbildung.

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Was nennt ihr Leben? Das alltägliche Geschäft des Daseins, Sommer, Herbst und Winter. Und wieder Frühling kommen sehn, und wieder die Blumen morgen welken sehn, die gestern in bunter Frische glühten? Wenn die Jugend hinweggeschäumt ist, mit gelieh'ner Glut den trägen Lauf des greisen Blutes zu spornen? Das wär's allein, was uns die süße Mühe des Atmens wert macht? Nein, mein Freund, es ist ein anderes. Es ist der stille Blick, den wir zurück in's Herz tun – wenn wir dort ein trauliches Gebäude uns erbaut von Wünschen, Hoffnungen und Erinnerungen. Wenn wir zurück in dieses Haus uns flüchten können, bei der Zeiten Wetter, dann ruht sich's sanft im Schoß des Daseins aus.

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Das Leben des Menschen Das Leben ist ein Laub, das grünt und falbt geschwind, ein Staub, den leicht vertreibt der Wind, ein Schnee, der in dem Nu vergehet, ein See, der niemals stille stehet, die Blum', die nach der Blüt' verfällt, der Ruhm, auf kurze Zeit gestellt, ein Gras, das leichtlich wird verdrücket, ein Traum, der mit dem Schlaf aufhört, ein Schaum, den Flut und Wind verzehrt, ein Heu, das kurze Zeit bleibet, die Spreu, so mancher Wind vertreibet, ein Kauf, den man am End bereut, ein Lauf, der schnaufend schnell erfreut, ein Wasserstrom, der pfeilt geschwind, ein Wasserblas, die bald zerrint, ein Schatten, der uns macht schabab, die Matten, die gräbt unser Grab.

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Der Kampf um's Dasein Es wandelt der Neuzeit gewaltiger Fortschritt In oft viel Staub aufwirbelndem Wortschritt, Wobei Mancher die kühnsten Sprünge wagt, Ohne selbst recht zu wissen, was er sagt. "Der Kampf um's Dasein" heißt die Phrase Als Schlagwort der neuen Erkenntnisphase, Und wirklich ist, wie man's erkor, Dies Wort ein Schlag auf's deutsche Ohr, Der das Gehör gleich wirksam dämpft Beim Eingang zur Erkenntnispforte. Wer hat um's Dasein je gekämpft? Zu welcher Zeit? An welchem Orte? Bewußtlos ward es uns gegeben Mit unserm ersten Atemzug. Wir kämpften nur, umfortzuleben. Und Mancher hat gar bald genug An diesem Kampf, und sucht der Zuchtwahl, Samt den Gesetzen der Vererbung Und alles Erdenglücks Erwerbung, Sich zu entziehn durch freie Fluchtwahl Aus dieser Kampfeswelt, die schmerzlos Niemand betritt und niemand flieht, Und wo nur glücklich ist, wer herzlos Auf all' das Elend um sich sieht.

Bodenstedt, F., Gedichte. 1875

Unser Dasein hier ist ein dunkles Geheimnis, von welchem wir Anfang und Ende nicht wissen. Siehe Deine Jugend an, siehe Dein Alter an, was findest Du bleibend in Dir, worin findest Du Dein Ich? Phantasie und Verstand, Gefühl und Empfindung ist wandelbar, heute so und morgen anders; schäle sie ab von Deinem Sein, was bleibt Dir, als die Sehnsucht und als die Ahnung der Liebe?

Perthes (Hg.), Friedrich Perthes Leben. Nach dessen schriftlichen und mündlichen Mittheilungen aufgezeichnet von Clemens Theodor Perthes, 3 Bde., 1848-55

Keiner erhält das Leben zum Eigentum, alle zum Nießbrauch.

Lukrez, Über die Natur der Dinge (De rerum natura). III, 971. Übersetzt von Karl Ludwig von Knebel, Leipzig 1831

Grauenhaft war es, zu existieren ohne zu leben!

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Nur jene wissen das Leben wahrlich zu schätzen, die nichts tun, es zu stören.

Laotse (Laozi), Tao Te King (Daodejing), entstanden um 400 v. Chr.

Ach, […] ich fühle jetzt die Bedeutung jener römischen Worte: Leben ist Kriegführen.

Heine, H., Briefe. An Varnhagen von Ense, 28. März 1833

Das Leben schwer nehmen ist leicht, das Leben leicht nehmen ist schwer!

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Iss, trink und haus; Mit dem Tod ist alles aus.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Abel fiel als erstes Opfer im Kampf um's Dasein. So stirbt vielleicht erst mit dem letzten Menschenpaar der letzte Kain, der letzte Abel?

Dohm, Der Frauen Natur und Recht. Zur Frauenfrage. Zwei Abhandlungen über Eigenschaften und Stimmrecht der Frauen, 1876

Wie nichtig wär' das Leben ohne Nichtigkeiten!

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Was ist solch ein unbedeutendes Gemetzel wie bei Cannae, Leipzig oder Sedan gegen die fort und fort um den Erdball tobende Schlacht des Daseins?

Raabe, Gedanken und Einfälle (Sämtliche Werke, Dritte Serie, Bd. 6), 1913

Das Erdenleben ist nur zu erklären als ein Hindernisrennen um einen großen Preis.

Schlichting (Hg.), Weiser Humor – Lachende Philosophie. 1000 der besten boshaften Sinnsprüche, gesammelt von Wilhelm Schlichting, Verlag Wilhelm Schlichting, Stuttgart-Gablenberg 1931