Leben Sprüche – zeit
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Unser Dasein liegt zwischen zwei Ewigkeiten.
Der Wellenschlag der Generationen im Strom des Lebens ist rhythmisch, hat Takt und Periodizität im Zusammenhang mit kosmischem Rhythmus.
Du bist ein atmend' Blatt am Daseinsbaume, So du der Menschheit lebst mit deiner Kraft, Und lebst unsterblich in der Menschheit fort. Du bist ein losgelöstes Blatt im Winde, Verflatternd und verwehend, so du nur Dir selber lebst in dumpfen Sinnentriebe.
Das, was das Leben hindurch andauert – darauf kommt es an; auf mein Leben kommt es mir an, in seiner langen Fortdauer und in seinem Verlauf.
Wir leben nicht aufwärts, sondern abwärts.
Das Leben – immer ein Traum oder eine Raserei im Gehege.
Zu sterben ist uns allen anbefohlen – Was ist dies Dasein als ein Atemholen?
Kurze Zeit ist dir gesetzt Auf der Welt zu krabbeln; Erst wirst du umhergehetzt Nach der Leute Babbeln. Später hetzt die Liebe dich, Dann des Hungers Pfeifen; Tausend Wünsche regen sich, Mußt sie dir verkneifen. Streit und Zank im Ehejoch, Schicksalsschlag von oben, Und dabei sollst du noch hoch Solchen Himmel loben. Ach, du weißt schon, wie ich's mein', Teurer Erdenbruder, Kein Gottvater pfuscht uns drein, Sondern andre Luder.
Was ist das Leben? Es leuchtet auf wie ein Glühwürmchen in der Nacht. Es vergeht wie der Hauch des Büffels im Winter. Es ist wie der kurze Schatten, der über das Gras huscht und sich im Sonnenuntergang verliert.
Die Spanne unseres Lebens ist wie ein Tropfen im Meer der Ewigkeit.
Wie eine Rose blühet/ Wen man die Sonne sihet/ Begrüssen diese Welt: Die ehr der tag sich neiget/ Ehr sich der abendt zeiget/ Verwelckt/ vnd vnversehns abfält. So wachsen wir auff erden Vnd dencken gros zu werden/ Vnd schmertz/ vnd sorgenfrey. Doch ehr wir zugenommen/ Vnd recht zur blütte kommen/ Bricht vns des todes sturm entzwey.
Nur ein Pfand ist unser Leben, Unsre Freud und unser Glück, Was der Himmel hat gegeben, Nimmt er wiederum zurück. Was wir waren, was wir hatten, Was wir haben, was wir sind, Alles ist wie Traum und Schatten, Alles mit der Zeit verrinnt. Laß das Weinen! Laß das Klagen! Fasse Mut in deinem Leid! In des Leben trübsten Tagen, Gibt Gott Trost nur und die Zeit.
Die Bewegkraft des Todes liegt im Leben begründet, die Bewegkraft des Lebens entspringt dem Tod. Ohne die Bewegkraft des Todes stirbt man nicht, und ohne die Bewegkraft des Lebens lebt man nicht.
Ist unser Leben eine Rennbahn nicht, Wo jeder jeden sucht zu überholen?
Wer soll was von wem wann erzählen? Jeder wird sein Eig’nes nur erwählen. So verging das eig’ne mir, das Leben: Weinen, einsam sein, sich schweigend quälen.
Ich kann als Wandrer durch die Welt nur treiben, Ich fand ja keinen Freund, es ward schon Abend. Nach meinem Sinn nur lesen oder schreiben – Ich fand ja keinen Freund, es ward schon Abend. Die Hände hab’ ich vors Gesicht geschlagen, Die Tränen fließen stets bei meinen Klagen, Die Fehler sehe ich, die in mir lagen, Ich fand ja keinen Freund, es ward schon Abend. Das Fundament der Welt ist wüst, o Not! Das Korn ist aufgebraucht, es gibt kein Brot, Weh diesem Leben, das hingeht zum Tod! Ich fand ja keinen Freund, es ward schon Abend.
Der Weg ist jenseits von Sprache, auf ihm gibt es kein Gestern, kein Morgen, kein Heute.
Wir sind wie eine Schüssel auf dem Wasser. Die Bewegung der Schüssel auf dem Wasser wird nicht von der Schüssel, sondern vom Wasser bewirkt.
Es ist aber auch eine Schande, aus eigener Vernachlässigung alt zu werden, ehe man sich in der vollen Schönheit und Kraft seines Körpers, deren er fähig ist, gesehen hat.
Alles ist nur Übergang. Merke wohl die ernsten Worte: Von der Stunde, von dem Orte Treibt dich eingepflanzter Drang. Tod ist Leben, Sterben Pforte. Alles ist nur Übergang.
Wir leben zu kurz und sterben zu lang.