Leben Sprüche – zeit

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Ideen sind wie Schatten, gegenständlich genug, bis wir sie zu fassen versuchen.

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O Tod, wo ist dein Stachel! Er hat keinen. Das Leben wohl.

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Nicht hastig leben. Die Sachen zu verteilen wissen, heißt sie zu genießen verstehn.

Gracián, Handorakel und die Kunst der Weltklugheit (Oráculo manual y arte de prudencia), 1647. Erste deutsche Übersetzung 1711. Hier in der Übersetzung von Arthur Schopenhauer 1828-32, Erstdruck 1871. [174.]

Das Leben mit seinen verschiedenen Epochen ist eine Schatzkammer. Wir werden reich injedemGewölbe beschenkt;wiereich, das erkennen wir erst bei dem Eintritt in dasnächsteGewölbe.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1836

Und wenn ich keine Lust mehr hab' Für Tanz und Wein und Kuß, Möcht' ich lieber gleich ins Grab, Wo ich hin einmal doch muß.

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Von deinem Leben Siehst du den eigenen Schatten vergehn Still an der Mauer, Siehst du die ziehende Wolke verweh'n Im Regenschauer, Siehst du den steigenden Morgenrauch In Nichts verschweben – So siehst du Anfang und Ende auch Von deinem Leben.

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Denn, Herr, die großen Städte sind verlorene und aufgelöste; wie Flucht vor Flammen ist die größte, – und ist kein Trost, daß er sie tröste, und ihre kleine Zeit verrinnt. Da leben Menschen, leben schlecht und schwer, in tiefen Zimmern, bange von Gebärde, geängsteter denn eine Erstlingsherde; und draußen wacht und atmet deine Erde, sie aber sind und wissen es nicht mehr. Da wachsen Kinder auf an Fensterstufen, die immer in demselben Schatten sind, und wissen nicht, daß draußen Blumen rufen zu einem Tag voll Weite, Glück und Wind, – und müssen Kind sein und sind traurig Kind. Da blühen Jungfrauen auf zum Unbekannten und sehnen sich nach ihrer Kindheit Ruh; das aber ist nicht da, wofür sie brannten, und zitternd schließen sie sich wieder zu. Und haben in verhüllten Hinterzimmern die Tage der enttäuschten Mutterschaft, der langen Nächte willenloses Wimmern und kalte Jahre ohne Kampf und Kraft. Und ganz im Dunkel stehn die Sterbebetten, und langsam sehnen sie sich dazu hin; und sterben lange, sterben wie in Ketten und gehen aus wie eine Bettlerin.

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Das Kommen, Gehen aller Menschen gleicht Dem Anfang, der das Ende nicht erreicht. Des Kreises Rätsel deutet nie der Mensch; Er lebt, bis Gott ihn aus dem Buche streicht.

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Noch lebst du, bald bist du ein Weiland (Gewesener).

Immermann, Tristan und Isolde. Ein Gedicht in Romanzen, 1841

Es gibt Leute, die leben nicht ihr gegenwärtiges Leben sondern sind mit großem Eifer geschäftig, als ob sie noch ein zweites Leben zu leben hätten, nicht aber das gegenwärtige; und unterdessen vergeht die Zeit, die ihnen noch bleibt.

Nestle, Die Vorsokratiker in Auswahl, 2. Auflage 1922 (EA: 1908). 14.

In Erinn'rung nur zu schweben Wie im Wind ein welkes Blatt Hüte dich! Nur das heißt Leben, Wenn dein Heut ein Morgen hat.

Geibel, E., Gedichte. Gedichte und Gedenkblätter. Sprüche, 27.

Das Sein ist etwas Unsichtbares, dem es nicht gelingt zu scheinen, das Scheinen etwas Schwaches, dem es nicht gelingt zu sein.

Nestle, Die Vorsokratiker in Auswahl, 2. Auflage 1922 (EA: 1908). 4.

Die Ewigkeit erwartet dich, Behuetsamb löb, dich wohl versich!

Inschrift. In der Totenkapelle zu Völs

Wir leben so dahin Und nehmen nicht in acht, Daß jeder Augenblick Das Leben kürzer macht.

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Man kann unbeweglich im Fluss der Wellen verharren, aber nicht im Fluss des Lebens.

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Es tötet nichts so sicher als das Leben.

Raabe, Gedanken und Einfälle (Sämtliche Werke, Dritte Serie, Bd. 6), 1913

„Ein kleiner Teil des Lebens nur ist wahres Leben“; der ganze übrige Teil ist nicht Leben, ist bloße Zeit.

Seneca, Von der Kürze des Lebens (De Brevitate Vitae), um 49 n. Chr. 2. Kapitel. Übers. Otto Apelt (1923) Originaltext: 'Exigua pars est vitae qua nos vivimus.' ceterum quidem omne spatium non vita, sed tempus est. Seneca zitiert hier einen, nach seinen eigenen Worten, großen Dichter, der uns heute unbekannt ist

Man kann das Leben nicht wiederholen wie einen Zug beim Brettspiel.

Nestle, Die Vorsokratiker in Auswahl, 2. Auflage 1922 (EA: 1908). 13.

Alles ist aus dem Wasser entsprungen!! Alles wird durch das Wasser erhalten! Ozean, gönn uns dein ewiges Walten.

Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil, 1832. 2. Akt, Felsbuchten des ägäischen Meers, Thales zu Nereus

Unser ganzes schnelles Leben ist am Ende überhaupt ein langsamer Opfertod gewesen für alles, was wir geliebt, erstrebt, erhofft haben.

Schleich, Das Ich und die Dämonien, 1920

Der Knabe klagt, wenn ihm sein Spielzeug bricht, Der Jüngling klagt, bricht ihm die Lieb' die Treue, Es klagt der Mann, bricht ihm der Freund die Pflicht, Es klagt der Greis, bricht ihm das Herz die Reue. So ist das Menschenleben nur ein Klagen, Bis selbst es bricht und wird zur Ruh' getragen.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944