Leben Sprüche – zeit

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Das ist das menschliche Leben: bei dem einen raucht der Ofen, wenn der Wind von Nordwesten, bei dem andern, wenn er von Südosten kommt.

Raabe, W., Tagebücher und Notizen

Unvermeidlich Lebe nur! Dem Widerspruch Wird Lebend'ges nicht entgehen. Todtgebornes trifft der Fluch, Niemand je im Weg zu stehen.

Heyse, Spruchbüchlein, 1885

Gleicht das Leben nicht einem Akrobaten, der auf einer rollenden Kugel läuft, sich mit Kunst lange oben hält, aber endlich doch herunter muss aus Müdigkeit?

Pauly, Aphorismen, 1905

Die kurze Dauer des Lebens kann uns nicht von seinen Freuden abbringen, noch über seine Mühsal trösten.

Vauvenargues, Reflexionen und Maximen (Introduction à la Connaissance de l’Esprit Humain, suivie de Réflexions et maximes), 1746, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Hälfte des Lebens Mit gelben Birnen hänget Und voll mit wilden Rosen Das Land in den See, Ihr holden Schwäne, Und trunken von Küssen Tunkt ihr das Haupt Ins heilignüchterne Wasser. Weh mir, wo nehm ich, wenn Es Winter ist, die Blumen, und wo Den Sonnenschein, Und Schatten der Erde? Die Mauern stehn Sprachlos und kalt, im Winde Klirren die Fahnen.

Hölderlin, F., Gedichte

Zähle deine Stunden, und du erübrigst Jahre.

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Lebensfahrt Ein Lachen und Singen! Es blitzen und gaukeln Die Sonnenlichter. Die Wellen schaukeln Den lustigen Kahn. Ich saß darin Mit lieben Freunden und leichtem Sinn. Der Kahn zerbrach in eitel Trümmer, Die Freunde waren schlechte Schwimmer, Sie gingen unter, im Vaterland; Mich warf der Sturm an den Seinestrand. Ich hab ein neues Schiff bestiegen, Mit neuen Genossen; es wogen und wiegen Die fremden Fluten mich hin und her – Wie fern die Heimat! mein Herz wie schwer! Und das ist wieder ein Singen und Lachen – Es pfeift der Wind, die Planken krachen – Am Himmel erlischt der letzte Stern – Wie schwer mein Herz! die Heimat wie fern!

Heine, H., Gedichte. Neue Gedichte. Zeitgedichte, 10.

Das ist der Weg, den alle gehen müssen: über die Seufzerbrücke hinein in die Ewigkeit.

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Man verzichtet so spät auf die Illusion, daß das Leben nun bald anfangen soll und hält sich so lange bei der Vorbereitung auf, daß es solcher Meilensteine von 25 Jahren bedarf, um sich durch den Rückblick klar zu machen, wie lang die Strecke ist und wie viele gute und schlechte Stationen man passiert hat.

Bismarck, O., Briefe. An seine Schwester, am 28. Oktober 1869

Das Leben mäßigt uns immer, mäßigt uns so lange, bis wir als stille Leute mit idealen Leichengesichtern bedürfnislos in unsern Särgen liegen.

Pauly, Aphorismen, 1905

Die kurze Spanne des Lebens verbietet uns, auf weite Sicht zu planen.

Horaz, Gedichte (Carmina). 1, 4, 15 Originaltext: Vitae summa brevis spem nos vetat inchoare longam.

Es gibt Leute, die am Leben sterben.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Sammle dir jeden Tag etwas Ewiges, das dir kein Tod raubt, das den Tod und das Leben dir lieblicher jeden Tag macht.

Hufeland (Hg.), Worte des Herzens von J. C. Lavater. Für Freunde der Liebe und des Glaubens, hg. von Christoph Wilhelm Hufeland, 8. Auflage 1852 (EA: 1825)

Es fliegt der ruderschnelle Nachen Den Strom hinunter leicht und stet, Nur an der Ufer raschem Wechsel Bemerkst du, daß es vorwärts geht. So fliegt dein Leben leicht und munter Den glatten Strom der Zeit hinunter, Nur an dem Sterben der Genossen Bemerkst du, daß es vorwärts geht.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Gäbst du dahin als Preis der ganzen Erde Reiche, Um einen Tag wird doch dein Sein vermehret nicht.

Saadi, Der Fruchtgarten, dt. auch: Lustgarten oder Duftgarten (Bustan, gelegentlich auch als Bostan oder Bastan übertragen), 1257. Übersetzt von Karl Heinrich Graf, 1850

Des Daseins Kelch kredenzt bald süß, bald herb den Trank, Der herbe heilt oft den, der von dem süßen trank.

Grün, In der Veranda. Eine dichterische Nachlese, 1876

Glaubst du, das Dasein hänge von der Zeit ab? Das tut es freilich; – aber Handlungen sind unsere Epochen.

Byron, Manfred, Dramatisches Gedicht, Erstdruck als »The Prisoner of Chillon«, 1816

Mach' dich vertraut mit dem Gedanken, Daß doch das Letzte kommen muß, Und statt in Trübsinn hin zu kranken, Wird dir das Dasein zum Genuß.

Fontane, T., Gedichte. 1875

Todesblüte ist das Leben, Lebensblüte ist der Tod.

Raßmann (Hg.), Hesperische Nachklänge in deutschen Weisen. Eine neue Sammlung deutscher Glossen, Villancico’s, Cancionen, Sestinen, Canzonen, Balladen, Madrigale, Minneliedern etc. Aus gedruckten und ungedruckten Quellen, 1824

Diese kurze Erdpartie, wie du das Leben nennst, ist nur ein kurzer schwüler Dezembertag – unsere Freuden sind Torsos – unsere Erinnerungen Ruinen in einem Park – unsere Liebe ist eine ewige Sehnsucht und unsere Jugend nur ein süßerer Seufzer.

Jean Paul, Palingenesien, 2 Bde., 1798. Dritter Reise-Anzeiger. Sechstes Werk vor Nürnberg

Es ist doch alles in dieser Welt nur Übergang. Doch wir müssen durch. Sorgen wir nur dafür, daß wir mit jedem Tage reifer und besser werden!

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