Leben Sprüche – zeit

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»Wann endlich«, dacht' ich, »sinnlos-blödes Spiel, Wirst du dich enden? Auf und ab und auf Wiegt seit Äonen sich die Lebensschaukel; Auf einer Seite staunend sitzt das Leben, Und auf der andern grinsend wippt der Tod – Und auf und ab, stumpfsinnig, wird die Wippe Durch Ewigkeiten gehn. Wo lebt der Gott, Den dieses grause Einerlei vergnügt? Der ärmste Menschengeist, er hätte längst Voll Überdruß und Ekel dieses Spielzeug Zertrümmert –!«

Ernst, O., Gedichte. Aus: Chidhr

Es zuckt ein Blitz, wir treten in das Leben, noch währt sein Leuchten und wir sind vergangen; kurz ist des Lebens Wert!

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Das Leben ist eine Kette von Vergessenheiten.

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Die Erde ist ein Gefängnis; wir betreten es alle durch dieselbe Tür, leben aber in unterschiedlichen Zellen.

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Wie einer ist, so schaut er, wie einer denkt, so traut er, wie einer ringt, erwirbt er, wie einer lebt, so stirbt er.

Tonger (Hg.), Wollen und Wirken (der 'Lebensfreude' 2. Bd.). Sprüche und Gedichte, gesammelt und hg. von P. J. Tonger, o.J. (um 1910)

Über keinen Vorfall sollte man in großen Jubel, oder große Wehklage ausbrechen; teils wegen der Veränderlichkeit aller Dinge, die ihn jeden Augenblick umgestalten kann; teils wegen der Trüglichkeit unsers Urteils über das uns Gedeihliche, oder Nachteilige.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 5: Paränesen und Maximen

Hin- und Rückweg Wer den Pfad der Jugend schreitet, Sieht, wie diese große Welt Sich vor ihm gewaltig weitet, Wert der Wünsche, prachtgeschwellt! Aber auf des Alters schwerer Wandrung, wird die Welt ringsum Immer kleiner, immer leerer, Hoffensbar und trüb und stumm.

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Stiller Augenblick Fliehendes Jahr, in duftigen Schleiern Streifend an abendrötlichen Weihern, Wallest du deine Bahn; Siehst mich am kühlen Waldsee stehen, Wo an herbstlichen Uferhöhen Zieht entlang ein stummer Schwan. Still und einsam schwingt er die Flügel, Tauchet in den Wasserspiegel, Hebt den Hals empor und lauscht; Taucht zum andern Male nieder, Richtet sich auf und lauschet wieder, Wie's im flüsternden Schilfe rauscht. Und in seinem Tun und Lassen Will's mich wie ein Traum erfassen, Als ob's meine Seele wär, Die verwundert über das Leben, Über das Hin- und Widerschweben, Lugt' und lauschte hin und her. Atme nur in vollen Zügen Dieses friedliche Genügen Einsam auf der stillen Flur! Und hast du dich klar empfunden, Mögen enden deine Stunden, Wie zerfließt die Schwanenspur!

Keller, G., Gedichte. Buch der Natur

Von Anfang der Welt an gehn die Dinge ihren Gang und verbleiben immer in der gleichen Schlechtigkeit, nur daß sie immer ein wenig besser erscheinen.

Goncourt, Ideen und Impressionen (Idées et sensations), 1866 (dt. 1904)

Frage Die ihr über dem Haupt mir schwebt, Dunkle Mächte des Lebens, Holder Gaben die Fülle gebt, Ach, nur daß ihr den Schleier hebt, Der den sterblichen Blick umwebt, Hofft die Seele vergebens? Allmacht, ewige Meisterin, Ist denn Frevel die Frage, Ob ich einst das Woher? Wohin? Zu enträtseln berufen bin, Ob dem ahnungumwobnen Sinn Himmlische Klarheit tage? Oder ruf' ich umsonst dich an? Mußt du herrschen und schweigen? Darfst du, wie dem gefangnen Mann, Was ich nimmer erreichen kann, Durch des ehernen Gitters Bann Nur von ferne mir zeigen?

Heyse, P., Gedichte. Sommer und Herbst

Denn nur zum Sterben ward dies Leben uns gegeben, Und was der Tod uns schenkt, das ist das wahre Leben.

Wieland, Zwölf moralische Briefe in Versen, 1752. 10. Brief

Leben und Tod sind die beiden Seiten derselben Münze.

Vivekananda, Jnana-Yoga. Der Pfad der Erkenntnis, 1899

Einen Maientag hat das Leben, Einen Schöpfer-Augenblick, Läßt du ihn vorüberschweben, Kehrt er nimmer dir zurück.

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Tag meines Lebens! die Sonne sinkt. Schon steht die glatte Flut vergüldet. Warm atmet der Fels: schlief wohl zu Mittag das Glück auf ihm seinen Mittagsschlaf? – In grünen Lichtern spielt Glück noch der braune Abgrund herauf. Tag meines Lebens! gen Abend gehts! Schon glüht dein Auge halbgebrochen, schon quillt deines Taus Tränengeträufel, schon läuft still über weiße Meere deiner Liebe Purpur, deine letzte zögernde Seligkeit.

Nietzsche, Dionysos-Dithyramben, 1889. Die Sonne sinkt

Leise rauschend durch Ruinen Zieht der Abendwind, Flüstert alte, düst're Märchen, Die vergessen sind. Von den Bäumen herbstestraurig, Sinkt nun Blatt auf Blatt, Sucht in der Ruine Schweigen Eine Grabesstatt. Fallen wird auch sie, Die trotzig manch' Jahrhundert stand, Ziehen werden, wo sie ragte, Nebel übers Land. »Märchenhaft ist dieses Leben!« Seufzt der Abendwind: In der heißen Brust erglommen Mir zwei Wünschlein sind: Meinem Leben eine Seele, Die sich meiner eint, Meinem Grabe eine Thräne, Die die Liebe weint!

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Nun laß die Liebe! In der Luft liegt es wie Hyazinthenduft, klingt es wie Raserei – Das Leben ist ein frecher Tanz, nur wer's verachtet, hat es ganz und klagt nicht, wenn's vorbei! Tokaier füll mir den Pokal – Daß ich das Gift nicht seh im Mahl, betäube mich mit Wein! Gott sei's geklagt, nach diesem Tanz wird ja mein armes Herz auch ganz, ja ganz zertreten sein!

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Die Blumen schwanden, auch die letzten, Die Mensch und Tier und Flur ergötzten Mit Blütenduft und Farbengold; Doch alle keimten, wuchsen, blühten, Und ehe sie im Herbst verglühten, Erfüllten sie, was sie gesollt. Laß meines Lebens Herbst erst kommen, O Herr, wenn ich zu Nutz und Frommen Der Welt gewirkt auf meiner Bahn! Ruf mich zu dir an jenem Tage, Wo ich mit Zuversicht mir sage: Was ich gesollt, hab ich gethan!

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Nichts ist zählebiger, als ein Provisorium.

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Eingelegte Ruder Meine eingelegten Ruder triefen, Tropfen fallen langsam in die Tiefen. Nichts, das mich verdroß! Nichts, das mich freute! Niederrinnt ein schmerzenloses Heute! Unter mir – ach, aus dem Licht verschwunden – Träumen schon die schönern meiner Stunden. Aus der blauen Tiefe ruft das Gestern: Sind im Licht noch manche meiner Schwestern?

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Das Leben ist ein frecher Tanz, nur wer's verachtet, hat es ganz und klagt nicht, wenn's vorbei!

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Auf meinen bestürmeten Lebens-Lauff Wie sehr der Wirbelstrom so vieler Angst und plagen mich drähet um und um / so bistu doch mein Hort / mein mittel punct / in dem mein Zirkel fort und fort mein Geist halb hafften bleibt vom sturm unausgeschlagen. Mein Zünglein stehet stät / von Wellen fort getragen / auf meinen Stern gericht. Mein Herz und Aug' ist dort / es wartet schon auf mich am Ruhe-vollen Port: dieweil muß ich mich keck in weh und See hinwagen. offt will der Muht / der Mast / zu tausend trümmern springen. Bald thun die Ruder-Knecht / die sinnen / keinen Zug. Bald kan ich keinen Wind in glaubens-Segel bringen. jetz hab ich / meine Uhr zu richten / keinen fug. Dann wollen mich die Wind auf andre zufahrt dringen, bring' an den Hafen mich / mein GOtt / es ist genug!

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