Leben Sprüche – zeit
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Die ewige Sanduhr des Daseins wird immer wieder umgedreht — und du mit ihr, Stäubchen vom Staube!
Wie lange müsste eigentlich das Leben dauern, um nicht kurz zu scheinen? ... Einige Ewigkeiten?! ...
Die Kürze unseres Erdenlebens ist eine Gewißheit, die weder unsere Freuden stören noch unseren Kummer lindern kann.
Wir fahren alle dahin wie Schatten; unser Leben ist wie ein Versailler Ministerposten, heute etwas und morgen ein Nichts.
Die Wolke sprach zu mir: "Ich vergehe"; die Nacht sprach: "Ich tauche ein in den feurigen Morgen." Der Schmerz sprach: "Ich verharre in tiefem Schweigen als seine Fußspur." – "Ich sterbe hinein in die Vollendung", sprach mein Leben zu mir. Die Erde sprach: "Mein Licht küßt deine Gedanken jeden Augenblick." – "Die Tage vergehen", sprach die Liebe, "aber ich warte auf dich." Der Tod sprach: "Ich fahre das Boot deines Lebens über das Meer."
15. Schiffahrt des Lebens Wir irren auf der See der Welt, Weil eine Fluth die andre schwellt, Kein Vorgebürg' erscheint zur rechten noch zur lincken; Wir sein der Wellen Gauckelspiel, Süd', Ost, Nord, West gilt uns gleich viel, Weil wir den Haven nur erreichen, wenn wir sincken.
Meine Zeit ist vorbei, ist begraben im Schnee, ist verwelkt und verdorrt, ist verschwunden und fort, wohin und wohin ich auch seh.
Es hat keiner ein Schloss vor seinem Leben.
Man stelle sich eine Anzahl Menschen vor, in Ketten geschlagen, die alle zum Tode verurteilt sind, von denen alle Tage einige vor den Augen der anderen erdrosselt werden: die übrigbleiben, erkennen ihre eigene Lage in der ihrer Schicksalsgenossen, sie betrachten einander mit Schmerz und ohne Hoffnung, wartend, bis die Reihe an ihnen ist. Das ist ein Gleichnis vom Zustand der Menschen.
Lass dein Leben schön sein wie Sommerblumen und deinen Tod leuchtend wie Herbstlaub.
Das, was ihr Leben nennt, ist nichts anderes als ein Spiegelbild des Lebens. Nur die Götter sind unsterblich, sogar wenn sie sterben. Denn die Götter altern nicht. Man sagt, Aphrodite und Artemis starben. Aber wer kann beweisen, daß, um zu sterben, sie erst alt werden mußten. Habt ihr jemals ein Bildnis der Aphodite gesehen, welches aussah wie eure Großmutter? Sogar die neuen Maler malen sie unverändert wie die alten. Ich bin sicher, daß die Götter nicht sterben. Sie verschwinden einfach aus unserem Bewußtsein, um wiederzukommen, wer weiß wann, wie die Kometen.
Das Leben des Menschen ist, wie jeder Strom, bei seinem Urprunge am höchsten. Es fließt nur fort, indem es fällt – in das Meer müssen wir alle.
Den schlimmsten Einwand ich verbarg ihn euch – das Leben wird langweilig: Werft es weg, damit es euch wieder schmackhaft wird!
Glücklich der, der Zeit hat zu leben!
Das Leben ist ein ewiger April.
Leben ist dem leicht, der nicht weiß, oder der vergißt sorglos, was vergangen, und was zu erwarten ist. Nach des Täters Hingang bleiben seine Taten stehn eine Zeitlang, um nach ihm von hinnen auch zu gehn.
Betrübe dich nicht über das was außer dir vorgeht! Die Menschen sind nicht anders gegen einander, im Großen wie im Kleinen.
Ich sehe diese entsetzlichen Weiten des Weltalls, die mich einschließen, und ich finde mich an einem Winkel dieses gewaltigen Raums gefesselt, ohne daß ich weiß, warum ich an diesem Ort und nicht vielmehr an einen anderen gestellt bin und warum die kurze Frist, die mir zu leben gegeben ist; mir gerade zu diesem Zeitpunkt und nicht vielmehr zu einem anderen der ganzen Ewigkeit, die auf mich folgt, bestimmt ist. Ich sehe überall nur Unendlichkeiten, die mich wie ein Atom und wie einen Schatten einschließen, der nur einen unwiederbringlichen Augenblick lang dauert.
Ein kleiner Ring Begrenzt unser Leben, Und viele Geschlechter Reihen sich dauernd An ihres Daseins Unendliche Kette.
Wie wenig Spur bleibt doch von einer Existenz zurück!
Dies Leben ist die Fahrt über ein Meer, bei der wir auf demselben engen Schiffe uns begegnen. Im Tode erreichen wir das Ufer und gehen jeder in seine Welt.