Leben Sprüche – zeit

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Ich bin alles gewesen und alles ist nichts.

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Alles ist, aber das Sein wird.

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Denn Bleiben ist nirgends.

Rilke, Gedichte. Duineser Elegien, 1912/1922. Die erste Elegie

Des Lebens Elend dauert nur zwei Tage – wie sie vergehen, ich will es dir jetzt nennen: Ein Tag, das Herz an dies und das zu binden; ein Tag, das Herz von dem und dem zu trennen.

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Das Menschenleben ist den rasch dahinwelkenden Blättern vergleichbar.

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Wer im Galopp lebt, fährt im Trab zum Teufel.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Das Leben gilt nichts, wo die Freiheit fällt.

Körner, Th., Gedichte. Aus: Letzter Trost

Halt inne und bedenke! Das Leben ist nur ein Tag; ein zerbrechlicher Tautropfen auf seinem gefährlichen Weg aus dem Baumwipfel.

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Das Leben läßt keinen Aufschub gelten; bieten sich Freuden, so soll man sie genießen. Jede Stunde nimmt etwas von den Dingen, die uns fröhlich machen, und vielleicht auch etwas von der Bereitschaft, uns ihrer zu erfreuen.

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Was ist Leben? Irrwahn bloß! Was ist Leben? Eitler Schaum, Trugbild, ein Schatten kaum, Und das größte Glück ist klein; Denn ein Traum ist alles Sein, Und die Träume selbst sind Traum.

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Das wechselvolle Leben gleicht einem reißenden Strom. Es ist voll Bewegung, führt viel Geröll mit sich, ist schwer zu durchschreiten, herrisch und brausend, und ist schnell vorüber.

Epiktet, Fragmente. Nr. 1. Übersetzt von Hans Stich, 1884

Man beginnt immer deutlicher zu erkennen: das Leben ist nur eine Zeit der Aussaat, und die Ernte ist nicht hier.

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Aus dem Stoff der Dauer schnitt der Himmel keine Schürze; Leben ist ein prächt'ges Kleid; sein Fehler ist die Kürze.

Dschami, Der dreifache Diwan (Divān-e sigāna), Sammlung von Gedichten aus Dschamis Jugend, Erwachsenenzeit und Alter

Eintagsfliegen sind wir zwischen Himmel und Erde. Ein Körnchen in der Unermeßlichkeit des Meeres. Ich beklage die Kürze des Augenblicks, der unser Leben ist, und beneide den großen Strom um seine Unerschöpflichkeit.

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Wer über das Leben zu viel nachdenkt, vergisst es.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Das Leben ist ein Traum Wir sind nicht auf Erden, um zu leben. wir sind gekommen, um zu schlafen, nur um zu träumen. Unser Leib ist eine Blume, wie das Gras im Frühling ergrünt. so öffnen sich unsere Herzen und treiben Knospen, um zu blühen und dann zu verwelken. So lehrt der weise Tochihuitzin.

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Den Schatten kannst du von einem Menschen weder abschneiden noch weglocken.

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Was dich immer drückt, verzage nicht. Auch das Leiden adelt – klage nicht. Nur was wieder in den Staub dich zieht, das Gemeine nur vertrage nicht. Freude kann veredeln wie der Schmerz, drum des Lebens Lust entsage nicht. Vorwärts, unaufhaltsam rollt die Zeit, und ins Rad zu greifen wage nicht. Was du bist, das strebe ganz zu sein. und nach anderm Lohne frage nicht.

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Die Dinge sind für die Menschen da und nicht die Menschen für die Dinge.

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Die Reue, welche die Menschen über die schlechte Anwendung der bereits durchlebten Zeit empfinden, bringt sie nicht immer dahin, von dem ihnen noch vergönnten Theile des Lebens einen bessern Gebrauch zu machen.

La Bruyère, Die Charaktere oder Die Sitten im Zeitalter Ludwigs XIV. (Les Caractères de Théophraste, traduits du grec, avec les caractères ou les mœurs de ce siècle), 1688

Das Leben lügt, gleich verstockten Verbrechern, bis auf den letzten Augenblick; und bekennt seine Betrügereien nicht eher, als bis es stirbt. Seine kleinen Freuden verlöschen eine nach der andern und lassen endlich den armen Menschen in einer völligen Nacht zurück.

Young, Klagen oder Nachtgedanken (The Complaint or Night-Thoughts), 1742-45