Liebe Sprüche – trauerkarte
509 Sprüche gefunden
Wie der Tag mir schleichet, Ohne dich vollbracht! Die Natur erbleichet, Rings um mich wirds Nacht. Ohne dich hüllt alles Sich in Schwermut ein, Und zur öden Wüste Wird der grünste Hain. Kommt der Abend endlich Ohne dich heran, Lauf ich bang und suche Dich bergab, bergan. Hab ich dich verloren, Bleib ich weinend stehn, Glaub', in Schmerz versunken, Langsam zu vergehn. Wie ich ahnend zittre, Wenn dein Tritt mir schallt! Wenn ich dich erblicke, Wie das Blut mir wallt! öffnest du die Lippen, Klopft mein ganzes Herz, Deiner Hand Berühren Reißt mich himmelwärts.
Die Blumen des Herzens wollen freundliche Pflege. Ihre Wurzel ist überall, aber sie selbst gedeihn in heitrer Witterung nur.
Wehe dem, der zu sterben geht, Und keinem Liebe geschenkt hat, Dem Becher, der zu Scherben geht, Und keinen Durst'gen getränkt hat.
Erinnerung In meinen Versen weint und lacht, Was mir mein Leben reich gemacht. Wie mir das stille Tröstung gibt: Ich habe dich so sehr geliebt. Auch du blickst wohl darauf zurück; Und wars dir auch kein großes Glück, Wars doch vielleicht, mags wenig sein, Ein Wegestreckchen Sonnenschein.
Genügen Weiße Rose, die so bleich Und so duftig blüht! Liebe, die so schmerzenreich Und so selig glüht! Was an ew'ger Geistessaat Mir der Herr geschenkt, Meine ganze Seele hat Sich darein versenkt! – Pflanzen laß die Rose mich In den Staub vor dir, Nicht zum Schmuck und Stolz für dich, Doch zur Wonne mir.
Abwesenheit tötet den Liebenden oder die Liebe.
Die dunkle Schwelle Du gingst in Sommerhelle im frohen Jugendkleid über die dunkle Schwelle mein Herz schrie vor lauter Leid. Nun über allen Landen rauschet der Frühling her, bin ich ganz still geworden: ich liebe dich nur noch mehr.
Seit du nun schweigst… Seit du nun schweigst, sind mir die Dinge stumm. Mit seelenlosen Augen sehn mich an Die liebsten Menschen. Jedes Heiligtum Find' ich verschlossen, poch' ich je daran. Gab deine Stimme doch die Melodie Zu meines Lebens Lied. Du warst das Maß, Das Wert und Unwert meiner Welt verlieh; In dir genoß ich erst, was ich besaß. Nun du mir fehlst, bin ich mir selbst entrückt, Mißklang mein Denken, mein Empfinden Streit. Das Schöne spielt mit mir, das Wahre drückt Dies Herz zusammen, das es sonst befreit. Des Lebens Krone fiel aus meinem Haar, Jedwede Herrschgewalt ist mir entrungen, Und selbst das Lied, das noch mein eigen war, Hat mir der Schmerz tyrannisch abgezwungen.
Gute Nacht Im tiefsten Innern Ein süß Erinnern Und einen Gruß Zum Tagesschluß. Daß Gottes Güte Mein Glück behüte, Daß seine Treu' Stets mit dir sei; Daß deine Seele Sich mir vermähle Auf ewiglich: Das bete ich. Auf ihn nur zähl' ich, Uns beid' empfehl' ich Fromm seiner Macht – Nun, gute Nacht!
Lose Der einst seine junge Sonnige Liebe gebracht, Die hat ihn gehen heißen, Nicht weiter sein gedacht. Darauf hat er heimgeführet Ein Mädchen still und hold; Die hat aus allen Menschen Nur einzig ihn gewollt. Und ob sein Herz in Liebe Niemals für sie gebebt: Sie hat um ihn gelitten Und nur für ihn gelebt.
Liebeserklärung eines Kraftgenies Ha, wie rudert meine ganze Seele Nun in der Empfindung Ozean? Laute Seufzer sprengen mir die Kehle, Die man auf zehn Meilen hören kann. Gleich Kanonenkugeln rollen Thränen Aus den beiden Augenmösern mir: Erd' und Himmel bebt bei meinem Stöhnen, Und ich brülle schluchzend – wie ein Stier. Wetterstürme der Empfindung treiben Mich ost-, west- und süd- und nordenwärts: Meine Seele hat in mir kein Bleiben, Und es blitzt und donnert mir das Herz. Ach! ich muß, ich muß im Sturm versinken! Rette mich, großmüth'ge Seele, doch! Ich beginne schon den Tod zu trinken, Sieh, mein Lebensnachen hat ein Loch!
Lied Bin ich einst tot, mein Liebster, sing keine Trauermessen; pflanz mir zu Häupten Rosen nicht noch schattige Zypressen: Laß grünes Gras mich decken, das Tau und Regen näßt; und wenn ihr wollt, gedenket, und wenn ihr wollt, vergeßt. Ich sehe nicht die Schatten, spür nicht des Regens Fall; hör nicht den schwermutsatten Gesang der Nachtigall; und träumend lang im Dämmer, der nimmer steigt noch fällt, wer weiß, ob ich gedenke, ob ich vergeß der Welt.
Das Geisterschiff Alle Schiffer kamen wieder, Kay kam nicht. Auf die Erde warf Meike sich nieder, In den Sand das Gesicht. Sie weinte und rang die weißen Arme: Kay, komm, Kay! Sie flehte und fluchte, daß Gott erbarme: Kay, komm, Kay! Da lief ein Schiff auf schwarzer Welle Nachts an den Strand, Da kam ihr toter Herzgeselle Und nahm sie bei der Hand. Sie fühlte es bis in die spitzen Zehen Und bis in ihr blondes Haar. Und Meike mußte mit ihm gehen Und segeln immerdar.
Schöne Brücke, hast mich oft getragen Wenn mein Herz erwartungsvoll geschlagen und mit dir den Strom ich überschritt. Und mich dünkte, deine stolzen Bogen sind in kühnern Schwüngen mitgezogen und sie fühlten meine Liebe mit. Weh der Täuschung, da ich jetzo sehe, Wenn ich schweren Leid's hinübergehe Daß der Last kein Joch sich fühlend biegt Soll ich einsam in die Berge gehen und nach einem schwachen Stege spähen der sich meinem Kummer zitternd fügt? Aber sie, mit anderm Weh und Leiden und im Herzen andre Seligkeiten: Trage leicht die blühende Gestalt Schöne Brücke, magst du ewig stehen ewig aber wird es nie geschehen daß hinüber eine Bessre wallt!
Wonne der Wehmut Trocknet nicht, trocknet nicht, Tränen der ewigen Liebe! Ach, nur dem halbgetrockneten Auge Wie öde, wie tot die Welt ihm erscheint! Trocknet nicht, trocknet nicht, Tränen unglücklicher Liebe!
Erste Wünsche Könnt' ich zu dir, mein Licht, Nur einmal, einmal dringen! Von deinem Angesicht Nur einem Strahl erschwingen! Könnt' ich an dein Gewand Nur einmal, einmal rühren! Und deine kleine Hand Mit süßem Schauer spüren! Könnt' ich an deinem Mund Nur einmal, einmal hangen! Und dann vergeh'n zur Stund' In wonnevollem Bangen!
Daß ich sterbe hin vor Schmerzen, - Minne, sieh! Das tatest du!
Du kannst keinen Schritt gehen noch einen Lidschlag tun, ohne daß es mir einen Stich ins Herz gibt.
Ich habe bei Ihnen den geringen Verstand, der mir noch blieb, verloren, und ich fühle, daß ich in dem Zustand, in den Sie mich versetzt haben, zu nichts anderem mehr tauge, als Sie anzubeten. Mein Übel ist um so trauriger, als ich weder die Hoffnung noch den Willen habe, davon geheilt zu werden, und ich Sie, auf die Gefahr von allem, was daraus folgen kann, ewig lieben muß.
Ach wir Armen! Die Jünglinge lieben nicht, wie wir lieben: Wenn Verlangen sie quält, trösten einander sie sich, Suchen Freunde, vertrauen dem Freunde den Kummer der Seele, Suchen Zerstreuung, sehn Auen und Menschen und Kunst. Und wir eingeschlossene, kleinmütige Seelen, Einsam zehren wir uns liebend und sehnend ins Grab.
So viel Blumen der Acker trägt, So viel Wunden die Liebe schlägt.