Liebe Sprüche – trauerkarte

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Einer Verlassenen Wir haben deinen tiefen Gram vernommen Und sind in deinen Garten still gekommen, Wir stimmen unsre Saiten mit Bedacht, Erwartend lauscht die laue Maiennacht. Zu deines Ungetreuen Reu und Leide, Zu deiner Nachbarinnen bitterm Neide, Zu deiner Mutter Stolz und stiller Lust, So wollen singen wir aus voller Brust! Zünd an dein Licht, daß unser Lied dich ehre Und vor dem Sternenzelt dein Leid verkläre! Noch gibt's manch Auge, das in Treuen blitzt, Manch Herz, das noch an rechter Stelle sitzt! Wohl selig sind, die in der Liebe leiden, Und ihrer Augen teure Perlen kleiden Die weißen Wangen mehr als Morgentau Die Lilienkelche auf der Sommerau. Die Liebe, die um Liebe ward betrogen, Glänzt hoch und herrlich gleich dem Regenbogen; Zu seinen Füßen, die in Blumen stehn, Da liegen goldne Schüsseln ungesehn.

Keller, G., Gedichte. Buch der Natur. Drei Ständchen

Die echte Liebe verzeiht auch dann, wenn das Herz selbst tödlich getroffen ist.

Detlef, Ein Dokument, 4 Bde., 1876

Kein Mensch wird so alt, daß er nicht noch durch das Herz leiden könnte.

Godin, Kein Herz, in: Die Gartenlaube. Jahrgang 1876, Nr. 40-45

Elend bin ich, warum ist Liebe nicht heilbar durch Kräuter!

Ovid, Heroides, auch Epistulae Heroidum (Heldinnen bzw. Briefe von Heldinnen), fiktive Liebesbriefe berühmter Frauen der Sage, die Briefe werden Ovid zugeschrieben, seine Autorschaft wird aber bezweifelt

Ein Geheimnis ist es, Kein Wort ermißt es, Kein Herz vergißt es: Dies tiefe Leid Voll Seligkeit.

Oertzen, Liebeslieder aus jungen Tagen, 1875

Von niemandem geliebt zu sein, großes Leid! Niemanden lieben können: Tod mitten im Leben.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Sein Herz zu verlieren ist die beste Art, zu entdecken, daß man eines hat.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1891

Das kleine Stück Brot ... Das kleine Stück Brot Die Blume blaßrot Und die Decke von Deinem Bette Wenn ich die drei nur hätte. Hätt ich das Brot nur immer noch Davon Du lachend abgebissen So spürt ich auch den leisen Druck Von all den fortgeflogenen Küssen. Wär nicht die Blume ganz verfallen Hätt irgendwo ein Ding Bestand Müßt immer wie ein kleiner Vogel Dein Herz mir klopfen in der Hand. Und wäre nur die Decke mein Wie lieb und schläfrig, los vom Mieder Muß in ihr hingebreitet sein Die Ahnung Deiner kleinen Glieder. So hab ich keines von den dreien Und muß immer von neuem Und kann doch nicht enden Mit Lippen und Händen Dich anzurühren Um Dich zu spüren!

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Ich liebe dich Vier adlige Rosse voran unserm Wagen, wir wohnen im Schlosse in stolzem Behagen. Die Frühlichterwellen und nächtens der Blitz, was all sie erhellen, ist unser Besitz. Und irrst du verlassen, verbannt durch die Lande; mit dir durch die Gassen in Armut und Schande! Es bluten die Hände, die Füße sind wund, vier trostlose Wände, es kennt uns kein Hund. Steht silberbeschlagen dein Sarg am Altar, sie sollen mich tragen zu dir auf die Bahr', Und fern auf der Heide und stirbst du in Not, den Dolch aus der Scheide, dir nach in den Tod!

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Scheideblick Als ein unergründlich Wonnemeer Strahlte mir dein tiefer Seelenblick; Scheiden mußt' ich ohne Wiederkehr, Und ich habe scheidend all mein Glück Still versenkt in dieses tiefe Meer.

Lenau, N., Gedichte

Wer das Scheiden hat erfunden, Hat an Liebe nicht gedacht, Sonst hätt er die schönsten Stunden In der Liebe zugebracht. Meine Augen sind voll Tränen, Und mein Herze schwimmt in Blut, Niemals kann ich dich vergessen, Denn du warst mir ja so gut. Könnt ich dich noch einmal sprechen, Könnt ich dich noch einmal sehn, Würdest du, mein Allerliebster, Sicher niemals von mir gehn. Hätt ich Tinte, hätt ich Feder, Hätt ich Zeit und Schreibpapier, Würd ich dir die Zeit aufschreiben, Die du nicht geweilt bei mir. Lieben hast du mich gelehret, Lehrst mich nun, was Leiden sei, Und doch kann ich es nicht fassen, Daß die Zeit des Glücks vorbei Sei es nun, so laß uns scheiden Ohne Gruß und Druck der Hand, Denn es hat sich von uns beiden Unsre Liebe abgewandt. Alles Drängen, alles Wogen, Alles Sehnen ohne Ruh, Alles, alles hat gelogen, Und enttäuscht bin ich und du. Lebe wohl, du falscher Jüngling, Lebe wohl, du falsches Herz! Erst warst du mein ein und alles, Nun bist du mein ganzer Schmerz. Findst du einst im fremden Lande Eine andre, die dich liebt, Sag ihr nichts von meinem Herzen, Sag ihr nur, du kenntest mich. Stehst du einst an meinem Grabe, Deckt mich kühle Erde zu, Denk, was ich gelitten habe, Gönne mir die ew'ge Ruh.

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Du gehst an meiner Seite hin Und achtest meiner nicht; Nun schmerzt mich deine weiße Hand, Dein süßes Angesicht. O sprich wie sonst ein liebes Wort, Ein einzig Wort mir zu! Die Wunden bluten heimlich fort, Auch du hast keine Ruh. Der Mund, der jetzt zu meiner Qual Sich stumm vor mir verschließt, Ich hab ihn ja so tausendmal, Viel tausendmal geküßt. Was einst so überselig war, Bricht nun das Herz entzwei; Das Aug', das meine Seele trank, Sieht fremd an mir vorbei.

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Sie hat im Leben Liebe gesäet, Sie soll im Tode Liebe ernten.

Inschrift. Grabinschrift für seine Frau

Wir lieben die, die mit uns weinen.

Detlef, Ein Dokument, 4 Bde., 1876

An Sie im Alter Liegt dein Herz gedrückt an meines, Kann ich wahrlich niemals sagen: Sind's die Wellen meines, deines, Die in solcher Liebe schlagen? Wollte nur, ich könnte legen In dein Herz mein Herz, zu fühlen Schmerz und Lust in gleichen Schlägen, Gleiches Lieben, gleiches Zielen. Daß, wenn Frieden meines fände, Frieden dann auch fände deines, Daß, wenn deins im Tode stände, Dann auch ständ' im Tode meines.

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Nun sei mir heimlich zart und lieb; Setz deinen Fuß auf meinen nun! Mir sagt es: Ich verließ die Welt, Um ganz auf dir allein zu ruhn; Und dir: o ließe mich die Welt, Und könnt ich friedlich und allein, Wie deines leichten Fußes jetzt, So deines Lebens Träger sein!

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Lieben ist eine Schwäche, davon genesen ist auch eine Schwäche. Man tröstet sich und ist genesen: unser Herz ist nicht reich genug, immer zu weinen und immerfort zu lieben.

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Letzter Schmuck Ich will, wann ich gestorben werde sein, Als Blume blühn aus meines Grabes Staube; Daß, die mich tötet jetzt, mich pflücke fein, Und Liebe noch einmal mein Leben raube. Ich will, wann ihre schöne Hand mich pflückt, Daß sie nicht wisse, wen sie also pflücke; Daß sie, mit der ich lebend mich geschmückt, Im Tode doch mit mir einmal sich schmücke.

Rückert, Gedichte. Östliche Rosen

Sie war ein Mädchen von achtzehn Jahren, verführt von einer Jünglingshand. Sie mußte schon so früh erfahren, was falsche Liebe angebrannt. Sie liebte ihn mit ihrem Herzen, doch er, er war ein Bösewicht. Da fühlte sie mit tausend Schmerzen: Er, der Geliebte, liebt mich nicht! Von Hamburg ging sie bis nach Bremen, von dort bis an die Eisenbahn. Sie wollt ihr Haupt auf Schienen legen, bis daß der Zug aus Barmbeck kam. Jedoch der Schaffner sahs von ferne, er bremste mit gewaltger Hand. Jedoch der Zug, er blieb nicht stehen. – Ein Haupt rollt blutrot in den Sand.

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Eine traurige Geschichte Ein Hering liebt eine Auster Im kühlen Meeresgrund; Es war sein Dichten und Trachten Ein Kuß von ihrem Mund. Die Auster, die war spröde, Sie blieb in ihrem Haus; Ob der Hering sang und seufzte, Sie schaute nicht heraus. Nur eines Tags erschloß sie Ihr duftig Schalenpaar; Sie wollt' im Meeresspiegel Beschauen ihr Antlitz klar. Schnell kam der Hering geschwommen, Streckt seinen Kopf herein Und dacht an einem Kusse In Ehren sich zu freu'n! O Harung, armer Harung, Wie schwer bist du blamiert! – Sie schloß in Wut die Schalen, Da war er guillotiniert. Jetzt schwamm sein toter Leichnam Wehmütig im grünen Meer Und dachte: "In meinem Leben Lieb' ich keine Auster mehr!"

Scheffel, J. V., Gedichte

In meinem Garten die Nelken Mit ihrem Purpurstern Müssen nun alle verwelken, Denn du bist fern. Auf meinem Herde die Flammen, Die ich bewacht so gern, Sanken in Asche zusammen, Denn du bist fern. Die Welt ist mir verdorben, Mich grüßt nicht Blume, nicht Stern; Mein Herz ist lange gestorben, Denn du bist fern.

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte. Zweites Buch. Berlin. Mädchenlieder, 1.