Liebe Sprüche – trauerkarte

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Die tote Liebe Entgegen wandeln wir Dem Dorf im Sonnenkuß, Fast wie das Jüngerpaar Nach Emmaus, Dazwischen leise Redend schritt Der Meister, dem sie folgten Und der den Tod erlitt. So wandelt zwischen uns Im Abendlicht Unsre tote Liebe, Die leise spricht. Sie weiß für das Geheimnis Ein heimlich Wort, Sie kennt der Seelen Allertiefsten Hort. Sie deutet und erläutert Uns jedes Ding, Sie sagt: So ist's gekommen, Daß ich am Holze hing. Ihr habet mich verleugnet Und schlimm verhöhnt, Ich saß im Purpur, Blutig, dorngekrönt, Ich habe Tod erlitten, Den Tod bezwang ich bald, Und geh in eurer Mitten Als himmlische Gestalt - Da ward die Weggesellin Von uns erkannt, Da hat uns wie den Jüngern Das Herz gebrannt.

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Adelaide Einsam wandelt dein Freund im Frühlingsgarten, Mild vom lieblichen Zauberlicht umflossen, Das durch wankende Blüthenzweige zittert, Adelaide! In der spiegelnden Fluth, im Schnee der Alpen, In des sinkenden Tages Goldgewölken, Im Gefilde der Sterne strahlt dein Bildnis, Adelaide! Abendlüftchen im zarten Laube flüstern, Silberglöckchen des Mays im Grase säuseln, Wellen rauschen und Nachtigallen flöten: Adelaide! Einst, o Wunder! entblüht, auf meinem Grabe, Eine Blume der Asche meines Herzens! Endlich schimmert auf jedem Purpurblättchen: Adelaide!

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Die Liebe ist uns gegeben, den Tod willkommen zu heißen. Wir gehen so gern, löscht eine Kerze nach der andern aus.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Der Himmel hat eine Träne geweint, Die hat sich ins Meer zu verlieren gemeint. Die Muschel kam und schloß sie ein: Du sollst nun meine Perle sein. Du sollst nicht vor den Wogen zagen, Ich will hindurch dich ruhig tragen, O du mein Schmerz, du meine Lust, Du Himmelsträn' in meiner Brust! Gib, Himmel, daß ich in reinem Gemüte Den reinsten deiner Tropfen hüte.

Rückert, Gedichte. Liebesfrühling, entstanden 1821, Erstdruck 1834

Unbegehrt Es stand eine Rose im tief tiefen Grund Von Liebe und Sehnsucht durchglühet, Kam Keiner, der ihre Schönheit begehrt, Ist einsam und traurig verblüht. Ich weiß eine Seele, die glühte so heiß, Die Liebe, das Glück zu umfangen, Kam Keiner, der ihre Blüte begehrt, Ist einsam zu Grunde gegangen.

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Widmung Drei schöne Nächte Habe ich an dich gedacht, Hätt' am Morgen meine Lieder Gerne vor dich hingebracht. Drei schöne Nächte Reiht ich zärtlich Lied an Lied; Meine Kerzen brannten nieder, Da mich wach der Morgen sieht. Drei schöne Nächte Hab' ich Blatt für Blatt verbrannt, Da der Morgen meine Lieder Nicht so sanft wie dich erfand.

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Du bist krank In aller Wünsche heißem Treiben, Für einen bitt' ich Gottes Segen: Ich möcht' so lange leben bleiben, Als nötig ist, um dich zu pflegen.

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Liebe zu entbehren – tiefes Leid; keine Liebe erweisen zu können: das tiefste.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Schlußlied Warum ich traure alle Zeit Und wandle allzeit stumm? Ich trag im Herz ein stilles Leid So schwer mit mir herum. Was hilft's, daß ich dem Gram vertrau, Der still mein Herze bricht, Verstehen kannst du's nimmermehr, Und helfen kannst du nicht. Verstehen würdst du nimmermehr Das Leid, das mir geschehn, Ach, die mein Herz gebrochen hat, Kann's selber nicht verstehn.

Storm, T., Gedichte

O bleib bei mir Wie die Blümlein draußen zittern in der Abendlüfte Wehn, und du willst mirs Herz verbittern, und du willst von mir nun gehn: O bleib bei mir und geh nicht fort, mein Herz ist ja dein Heimatsort. Hab geliebet dich ohne Ende, hab dir nie was Leids getan, und du drückst mir stumm die Hände und du fängst zu weinen an: O weine nicht, o geh nicht fort, mein Herz ist ja dein Heimatsort. Ach, da draußen in der Ferne sind die Menschen nicht so gut, und ich gäb für dich so gerne all mein Leben, all mein Gut. O bleib bei mir und geh nicht fort, mein Herz ist ja dein Heimatsort.

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Du weißt es wohl, daß du mein Alles bist; O wende nicht dein schönes Aug' von mir, Red' ich von unsrer Liebe Glück mit dir, Die du mein Alles bist! Du weißt es wohl, daß du mein Alles bist; O sieh beneidend nicht den Blumen nach, Die früh verblüht von binnen führt der Bach, Die du mein Alles bist! Du weißt es wohl, daß du mein Alles bist; O bald, ich fühl's, wirst du gestorben sein, Und lässest dieses arme Herz allein, Dem du sein Alles bist!

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Was für eine trostlose Welt würde das geben, wenn die Toten alle Liebe mit sich hinabnähmen in die Gruft! Das wird geschehen, wenn die Erdenuhr ablaufen will, und dann erst wird es recht sein, aber dann werden auch alle Sonnen und Sterne ihre leuchtenden Augen abwenden, es wird dunkel werden und kalt, immer dunkler und kälter – dann wird es recht sein, daß jeder Hunger, jedes Sehnen unter sich geht, daß alle Liebe mit in den Sarg gelegt wird. Dann dürfen auch die letzten Blumen im Garten zu den Totenkränzen gebrochen werden – es wird ja niemand übrigbleiben, der noch seine Lust an ihnen haben könnte.

Raabe, Der Hungerpastor, 1864. 31. Kapitel

Nun liegt die Welt umfangen Von starrer Winternacht, Was frommt's, daß am Kamin ich Entschwundner Lieb gedacht? Das Feuer will erlöschen, Das letzte Scheit verglüht, Die Flammen werden Asche, Das ist das End vom Lied, Das End vom alten Liede, Mir fällt kein neues ein, Als Schweigen und Vergessen – Und wann vergäß' ich dein?

Scheffel, Der Trompeter von Säckingen, 1854

Wer die Menschen nicht mehr liebt, findet wieder Liebe und Interesse an einem, der leidet. Der Schmerz führt uns die alte Liebe des ganzen Geschlechts zurück.

Jean Paul, Bemerkungen über den Menschen, 1803-1817. Februar 1803

Ein Wesen, das wir lieben und verehren, vergessen machen, daß es unglücklich gewesen, hat für edle Seelen wohl noch einen größeren Reiz, als der frühlingsheiteren Seele der noch Ungeprüften die erste Empfindung des Glückes zu geben. In einer solchen Liebe ist fast gar kein Egoismus mehr, es ist die Liebe der Seele, nicht die Liebe der Sinne.

Rodenberg, Die neue Sündflut, 4 Bde., 1865

Die erste Liebe, die ins Herz einzieht, ist die letzte, die aus dem Gedächtnis schwindet.

Petit-Senn, Geistesfunken und Gedankensplitter (Bluettes & Boutades), 1865. Übersetzt von Zimmermann

Dämmergang Du lebst meerüber In blauer Ferne Und du besuchst mich Beim ersten Sterne. Ich mach im Felde Die Dämmerrunde, Umbellt, umsprungen Von meinem Hunde. Es rauscht im Dickicht, Es webt im Düster, Auf meine Wange Haucht warm Geflüster. Das Weggeleite Wird trauter, trauter, Du schmiegst dich näher, Du plauderst lauter. Da gibts zu schelten, Da gibts zu fragen Und hell zu lachen Und leis zu klagen. Was wedelt Barry So glückverloren? Du kraulst dem Liebling Die weichen Ohren ...

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Durch die tiefste Seele geht Mein süßes Deingedenken, Wie ein stilles Nachtgebet!

Lenau, N., Gedichte. Schilflieder. Aus: Sehnsucht, 1831

Wer kalt ein liebend Herz verschmäht, Hat ew'gen Haß hinein gesä't.

Martin, Sonnenblumen und Nachtschatten. Spruch-Gedichte, 1865

Begegnung Eine Silberlichterspur folgt dem Kahn In der stillen Nacht auf seiner Bahn – So ließ dein Erscheinen eine helle Spur in meines Lebens dunkler Welle. Jene Spur, die in den Wassern ruht, Wird verschwinden mit der nächsten Flut; Doch die schöne Lichtspur im Gemüte Tilgt fürs Leben keines Sturms Gewüte.

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Ich hab' eine alte Muhme, Die ein altes Büchlein hat, Es liegt in dem alten Buche Ein altes, dürres Blatt. So dürr sind wohl auch die Hände, Die's einst im Lenz ihr gepflückt. Was mag doch die Alte haben? Sie weint, so oft sie's erblickt.

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