Liebe Sprüche – trauerkarte

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Rinne sanft, du weiche Welle, Schöner Flachs, durch meine Hände, Daß ich dich mit stiller Schnelle Fein zum goldnen Faden wende! Du Begleiter meiner Tage Wirst nun bald zum Tuch erhoben, Dem ich alle Lust und Klage Singend, betend eingewoben. Wie so schwer bist du von Tränen, Schwer von Märchen und von Träumen, Wie so schwer vom schwülen Sehnen Nach des Lebens Myrtenbäumen! Ahnt wohl er, du traute Linne, Welch geheimnisvolle Dinge, Welchen Schatz der tiefsten Minne Ich mit dir ins Haus ihm bringe? Kühler Balsam seinen Wunden Sollst du werden, mein Gewebe – Wohl ihm, daß er mich gefunden Unter dieses Gartens Rebe! Wie durchdringt mich das Bewußtsein, Daß ich ganz sein Glück soll werden Und das Kleinod seiner Brust sein Und sein Himmel auf der Erden!

Keller, G., Gedichte. Aus: Die Spinnerin, 1.

Es ist wohl eine der herbsten Entbehrungen, die sich der Mensch auferlegen kann, wenn er sich dem Arme der Liebe entwindet.

Rothenfels, Eleonore, 5 Bde., 1871

Grausam gewesen zu sein gegen ein Herz, das uns liebt, ist eine Erinnerung, die auf unserem Gewissen brennt, und die keine neue Liebe, und wäre sie wirklich reiner, als die, welche wir damals fühlten, wieder auslöscht.

Spielhagen, Problematische Naturen, 1861

Entrüstet Zu gräßlich hatt' er mich geneckt. Wie weh war mir zu Sinn. Und tief gekränkt und aufgeschreckt Zum Kirchhof lief ich hin. Ich saß auf einem Leichenstein, Die Augen weint ich rot. Ach lieber Gott, erbarm dich mein Und mach mich endlich tot. Sieht er mich dann in meinem Sarg, So wird er lebenssatt Und stirbt vor Gram, weil er so arg Mein Herz behandelt hat. Kaum war's gesagt, so legten sich Zwei Arme um mich her, Und auf der Stelle fühlte ich, Wer das getan, war er. Wir kehrten Arm in Arm zurück. Ich sah ihn an bei Licht. Nein, solchen treuen Liebesblick Hat doch kein Bösewicht.

Busch, W., Gedichte. Schein und Sein, 1909

In der Liebe erkennen wir meist zu spät, ob ein Herz uns nur geliehen, ob es uns geschenkt oder ob es uns gar geopfert wurde.

Schnitzler, Aphorismen und Betrachtungen, 1967

Ein geliebter Mensch, das bedeutet sieben Mal Schmerz und einmal Freude.

Schnitzler, Aphorismen und Betrachtungen, 1967

Merkst du denn nicht, wie meine Lippen beben? Kannst du nicht lesen diese bleichen Züge, Nicht fühlen, daß mein Lächeln Qual und Lüge, Wenn meine Blicke forschend dich umschweben? Sehnst du dich nicht nach einem Hauch von Leben, Nach einem heißen Arm, dich fortzutragen Aus diesem Sumpf von öden, leeren Tagen, Um den die bleichen, irren Lichter weben? So las ich falsch in deinem Aug, dem tiefen? Kein heimlich Sehnen sah ich heiß dort funkeln? Es birgt zu deiner Seele keine Pforte Dein feuchter Blick? Die Wünsche, die dort schliefen, Wie stille Rosen in der Flut, der dunkeln, Sind, wie dein Plaudern: seellos ... Worte, Worte?

Hofmannsthal, H., Gedichte. Erstes überliefertes Gedicht, das Hofmannsthal als Gymnasiast unter dem Pseudonym »Loris Medikow« veröffentlichte, 1890

Wie dir, so mir Wie Dir geschah, so solls auch mir geschehn, nur wo Du hinkamst, will auch ich hingehn; Ich will ins Licht nur, wirst im Licht Du sein, bist Du in Nacht, so will ich in die Nacht, bist Du in Pein, so will ich in die Pein, Von Dir getrennt hab ich mich nie gedacht, zu Dir, zu Dir will ich allein, allein!

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Bloß eine Träne, eine drückende Hand und eine Singstimme gab der Welt-Genius der Liebe und der Entzückung und sagte: »Sprecht damit!«

Jean Paul, Die unsichtbare Loge, 2. verbesserte Auflage 1822 (EA: 1793). Zweiter Teil. 36. Sektor

Gebrochenes Herz Die Rosen und die Nelken, Und Flieder und Jasmin, Die müssen wohl verwelken, Und müssen wohl verblüh'n. Die Lieb' ist Gab' und Güte, Die Lieb' ist keine Pflicht, Die Lieb' ist eine Blüte – Verblüht und bleibet nicht! Die Rosen und der Flieder, Und Nelken und Jasmin, Die kommen alle wieder Und werden alle blühn. Nur nicht die Lieb' und Treue, Wenn sie verloren ist! Und keimt kein Herz aufs neue, Das schon gebrochen ist.

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Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren von Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.

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Das ist die köstlichste der Gaben, Die Gott dem Menschenherzen gibt, Die eitle Selbstsucht zu begraben, Indem die Seele glüht und liebt. O süß Empfangen, sel'ges Geben! O schönes Ineinanderweben! Hier heißt Gewinn, was sonst Verlust. Je mehr du schenkst, je froher scheinst du, Je mehr du nimmst, je sel'ger weinst du - O gib das Herz aus deiner Brust!

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte. Viertes Buch. Escheberg. Sankt Goar. Aus: Minnelied

Nevermore Warum, Erinnerung, warum erstehst du wieder? – Die herbstlichmüde Luft durchklangen Drossellieder, Die Sonne strahlte matt auf gelbe Bäume nieder und dürr und herbstentlaubt war Weide schon und Flieder. Wir schritten träumerisch, ganz einsam durch den Hag, und unser Denken flog wie jener Drosselschlag dahin im Wehn der Luft. Da wandte sie sich zag und sah mich an und frug: »Was war dein schönster Tag?« Wie süss, wie engelhaft die Stimme klang, wie golden! Ein stilles Lächeln gab die Antwort drauf der Holden, und leise küsst' ich sie auf ihre weisse Hand. O jener erste Duft im Lenz, im Veilchengrunde! O jener Wunderlaut, der alles Glückes Pfand, der Klang des ersten »Ja!« von dem geliebten Munde!

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Tote Liebe Was mir erwarb Ihr süßes Licht Was ihr verdarb Mein Angesicht Warum sie starb Ich weiß es nicht. Die Märchenbraut Lag so im Tod Dem Blick vertraut; Der Wange Rot Wer es geschaut Fiel neu in Not. Als hübe sie Die er gewann Die wie der Früh- Tau ihm zerrann Als hübe sie Zu sprechen an: Was dich mir warb Damals im Licht Was mich verdarb Für dein Gesicht Warum ich starb Ich weiß es nicht. Wir wissen beid Nicht wie's geschah Wir sind im Leid Uns nun ganz nah An deine Seit Sehnt ich mich ja. Reiche mir Lieber Noch deine Hand. Ist sie im Fieber Wie ich sie fand Als sie hinüber Gab mir den Brand?

Weissmann, M. L., Gedichte. Imago, entstanden 1922-29, Erstdruck 1932

Lebe wohl, mein flandrisch Mädchen, Wider Willen muß ich fort. Doch ich liebe dich von Herzen, Darauf geb' ich dir mein Wort. Teurer weit als meine Seele Bist du, o Geliebte, mir! Und keiner andern soll's jemals gelingen, Mir auch entfernt nur gefährlich zu sein; Konnt' ich dein Herz, deine Liebe erringen, Kann ich auch ewige Treue dir weihn! Gib mir diese seidne Locke, Auf dem Herzen ruhe sie, Meiner holden Maid aus Flandern, Die ich wider Willen flieh, Ihrer werd' ich mich erinnern, Wenn mich Kampf und Schlacht umgibt. Doch wirst du auch einstens meiner gedenken Der dir gehöret mit Herz und mit Sinn, Und eine Träne der Wehmut mir schenken, Wenn ich nicht mehr unter Lebenden bin? Wirst du auch meiner zärtlich gedenken, Teures Mädchen, der dir stets gehöret mit Herz und Sinn?

Lortzing, Zar und Zimmermann. Komische Oper in drei Akten, uraufgeführt im Stadttheater Leipzig 1837

Ich bin sehr müde Mein Fenster lehnt sich weit in den Abend hinaus, Die Wolken stehen über den Dächern, ein Blumenstrauß, Die Luft streichelt mich und ist sanft und voll großer Güte. Ich aber halte die Hände gefaltet, denn ich bin müde, Und höre verwundert auf das beschwingte Schreiten Der Menschen, die auf der Straße vorübergleiten, So sehr sind ihnen heute die Glieder leicht. Nur ich liege, schwergebettet in meine Müde. Manchmal höre ich einen Schritt, der Deinem gleicht, Dann bin ich, Geliebter, wie die Musik der Schritte leicht Und wie die Wolken über den Dächern silberne Blüte.

Weissmann, M. L., Gedichte

In einer Gemeinschaft ohne Liebe kannst du essen, so viel wie du willst. Du wirst an Gewicht verlieren.

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Nimm den Menschen die Liebe, und du hast der Welt die Sonne genommen.

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Ströme des Mitleids, mit denen man ein Herz begießt, in welchem die Liebe gestorben ist, sind nicht mehr im Stande auch nur ein Blättchen der Wunderblume hervorzutreiben, die sich freiwillig erschließen muß, um Himmel und Erde mit ihrem Dufte zu erfüllen.

Wildenbruch, Die heilige Frau, 1885

Die Dauer des Todeskampfes einer Liebe hängt wie beim Menschen vom Herzen ab … Der mit dem stärkeren Herzen erleidet den längeren, qualvolleren Tod.

Vogel, Im Zwielicht. Aphorismen, 1946

Nachtschwalbe Dich lieb ich, geisterhafter Schatten, der mich begleitet ohne Scheu durch Wald und abendliche Matten, so wie Erinnerung, so treu; so lind, wie ohne ein Verlangen das Denken ist an einst'ge Lust – so dunkel wie das dunkle Hangen an einem ewigen Verlust.

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