Liebe Sprüche – trauerkarte

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Du hast mich fortgeschickt ... Du hast mich fortgeschickt, und ich geh heim. Die Gaslaternen blinzeln frech und schielen. Im Rinnstein drängt sich dicker Straßenschleim. Zufrieden tropfend gluckst es in den Sielen. In einem Seitenweg verhallt ein Schritt, leicht und beschwingt, als käm er vom Genießen. Studenten torkeln mir vorbei zu dritt, die Zeitungsblätter auf die Stöcke spießen. Ich tu mir leid. Mein Schmerz stimmt mich vergnügt, heißt mich auf alle Ärgernisse achten, ob gegen dich sich draus ein Vorwurf fügt und die, die im Kaffeehaus mit dir lachten. Wart! Morgen sprechen wir uns schon dafür. Mein Ingrimm wird sich zu entladen wissen. - Da bin ich - öffne zögernd deine Tür - und küsse weinend deine leeren Kissen.

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Was man an Liebe schenkt, ist niemals verloren.

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Mir ist, als bräch aus meinem Herz Ein Strom durchglühter Lavafluten. Ach wüßtest du, wie hinter Scherz So oft die tiefsten Wunden bluten. Wenn ich mit Lachen von dir schied, Wie Blütengelb war das zerstäubt, Und wilder klang das wilde Lied, Das deine Heiterkeit betäubt. Das wilde Lied klang fort und fort, Und nichts von jenem Lachen blieb, Bis ich es fand das milde Wort. Du sagtest einst: »Ich hab dich lieb!«

Ringelnatz, J., Gedichte. 1910

Widmung (An A.L.) Wenn grauenhaft Dir meine Verse scheinen Und ungelenk und wüst, o so verzeih'! Du weißt es ja, es ist mit mir vorbei, Und hast Du Lust, so kannst Du mich beweinen. Dir lagen offen meiner Seele Schlünde, Du hast mein reines Wollen ganz gesehn, Du sahst auch dann mein Ich zu nichts vergehn, Zuerst im Elend, dann im Rausch der Sünde. Nimm diese Verse denn als Liebeszeichen, Als letztes wehmutsvolles Grüßen an, Von einem seelensiechen, armen Mann, Der Alles oder gar nichts wollt' erreichen.

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Ein Herz, das in Liebe zu deinem Herzen hält Ein Stückchen sinkender Mond Schaut über den Ackerrand, Als vergräbt den Mond Eine unsichtbare Hand. Weit ins Land Hängt Stern bei Stern in der Luft, Und sie alle sinken bald Wie der Mond in die Ackergruft. Wo am Tage die Wege, Berge und Brücken winken, Hocken Laternen im Dunkel, Die wie kleine Spiegel blinken. Sie alle verlöschen Und brennen nur ihre Zeit, Dunkelheit aber steht hinter den Dingen Und läßt nichts erkennen, Als ein dunkles Kommen, Vorüberrennen und Dingebenennen. Und kein Tag Und kein Licht kann frommen; Nie wird die Dunkelheit Der Welt ganz fortgenommen. Nur ein Herz, Das in Liebe zu deinem Herzen hält, Nimmt von dir Die Dunkelheit der ganzen Welt.

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Ach seht wie im Winde die Linde nun zittert, ihr Laub vor dem Walde zu Balde verwittert. Und klag auf der Heide mit Leide man übet so hat mir die Minne die Sinne betrübet. Ach, sehnende Leiden bescheiden mit Sorgen die muß ich ertragen ohn Klagen verborgen Die stets mir verholen gestohlen den Schlummer die läßt mich vergehen in Wehen und Kummer Oh gnädig erscheine du Reine mir Armen und laß Dich die Schmerzen von Herzen erbarmen Den Geist mir entbinde geschwinde vom Leide aus wogendem Feuer dein Steuer mich scheide

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Zuweilen leidet das zarte Blümchen Liebe durch die Trennung, aber zuweilen bricht die Knospe dadurch erst zur vollen Blüte auf. Die Erinnerung malt das Bild des geliebten Gegenstandes auf Goldgrund; schätzen lernen wir erst einen Besitz, wenn wir seiner lange nicht habhaft und bewußt geworden sind.

Frenzel, Lucifer. Ein Roman aus der Napoleonischen Zeit, 5 Bde., 1873

Hat denn noch kein Mann den Schmerz der verlornen Liebe empfunden, damit er wisse, wie noch tausendmal härter er eine Frau verheere? Welcher hat denn Treue, die rechte, die keine Tugend und keine Empfindung ist, sondern das Feuer selber, das den Kern der Existenz ewig belebt und erhält?

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Vierter Band. 29. Jobelperiode. 114. Zykel

Du liebtest mich mit deiner ganzen Glut. Ich liebte dich mit Seele und mit Geist. Das ist vorbei. Du bist mir nur noch gut. Ich steck in Liebe über Hals und Ohr, – Und denk ich, daß du mir verloren seist, So weiß ich, daß ich mich an dich verlor.

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Das Etwas, wonach fast alle Menschen suchen, ist vielleicht nur die Erinnerung an eine Liebe, die uns im Himmel oder in den ersten Lebenstagen zuteil ward.

Flaubert, November (Novembre), 1842; deutsch von E. W. Fischer, Leipzig 1916

Ein Samariter Ist noch ein Rest von Lieb' in dir, So geize nicht und gieb ihn her; Die reiche, menschenvolle Welt Ist ja an Liebe gar so leer. Auf Märkten biete sie nicht feil, Auch zu Palästen trag' sie nicht; Doch tritt dereinst an deinen Weg Ein still verhärmtes Angesicht – Dem sprich: Bedarfst du wohl des Oels? Zeig' deine Wunde, hier mein Krug! – Und in der Herberg pfleg' ich dein, Wenn diese Gabe nicht genug. Ob Dank, ob Undank dir vergilt Du ziehe stillen Gang's davon, Daß du ein inn'res Wort erfüllt, Sei deinem Herzen schönster Lohn. Und was dir noch im Krüglein blieb Von Liebe, senk' es nicht in's Meer; Die reiche menschenvolle Welt Ist ja an Liebe gar so leer.

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Wer möchte nicht ein Weib, das blind für alles ist, so lang man lebt, und wenn man stirbt, noch mit der Erde hadert, weil sie nicht strahlt und leuchtet, wo man liegt?

Hebbel, Die Nibelungen. Ein deutsches Trauerspiel in drei Abteilungen, 1861

Die Liebe stirbt, trotz der Proklamation und trotz des Priesters; und ich habe oft gedacht, daß es für dieselbe eine Kranken-Visitation geben sollte, und einen Trauer-Gottesdienst, und eine letzte Ölung, und ein »abi in pace«.

Thackeray, Die Geschichte des Henry Esmond (The History of Henry Esmond), 1852

Erinnerung Welten schweigen aus mir raus Welten Welten Schwarz und fahl und licht! Licht im Licht! Glühen Flackern Lodern Weben Schweben Leben Nahen Schreiten Schreiten All die weh verklungenen Wünsche All die harb zerrungenen Tränen All die barsch verlachten Ängste All die kalt erstickten Gluten Durch den Siedstrom meines Blutes Durch das Brennen meiner Sehnen Durch die Lohe der Gedanken Stürmen stürmen Bogen bahnen Regen wegen Dir Den Weg Den Weg Den Weg Zu mir! Dir Den Weg Den ichumbrausten Dir Den Weg Den duumträumten Dir Den Weg Den flammzerrissenen Dir Den Weg Den unbegangenen Nie Gefundenen Weg Zu Mir!

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Ich denke dein Ich denke dein, wenn sich im Blütenregen Der Frühling malt Und wenn des Sommers mildgereifter Segen In Ähren strahlt. Ich denke dein, wenn sich das Weltmeer tönend Gen Himmel hebt Und vor der Wogen Wut das Ufer stöhnend Zurücke bebt. Ich denke dein, wenn sich der Abend rötend Im Hain verliert Und Philomelens Klage leise flötend Die Seele rührt. Beim trüben Lampenschein in bittren Leiden Gedacht ich dein; Die bange Seele flehte nah am Scheiden: Gedenke mein! Ich denke dein, bis wehende Zypressen Mein Grab umziehn; Und auch in Tempes Hain soll unvergessen Dein Name blühn.

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Der Liebe Obdach Die Liebe baut, ein thöricht Kind, Ihr Haus aus Blum- und Blattgewinden; Hier hofft sie gegen Frost und Wind Ein freundlich Obdach einst zu finden. Doch eine Herbstnacht war genug, Ihr Hoffen ganz in Leid zu kehren, Das leichte Haus im wilden Flug Mit Dach und Pfosten zu zerstören. Nun irrt sie, mit verzagtem Blick, Zum Tod erschöpft, im wüsten Wetter, Und sammelt aus verlornem Glück Sich weinend noch die welken Blätter.

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Betrittst du den Pfad der Liebe, den trüb unendlichen, findest du Trost nur im Tode, dem unabwendlichen.

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Essen ohne dich Ich habe mich hungrig gefühlt, Doch fast nichts gegessen. War alles lecker, das Bier so schön gekühlt – Aber: Du hast nicht neben mir Gegessen. Verzeihe: Ich stellte mir vor, Daß das ewig so bliebe, Wenn du vor mir – Ach was geht über Liebe?!! Muß ich nun doch Ein paar Tage noch Fressen, ohne Lust; o das haß ich. – Aber wenn du von der Reise Heimkehrst, weiß ich, daß ich Wieder richtig speise.

Ringelnatz, J., Gedichte. 103 Gedichte, 1933

Uns fehlt eine Politik der Liebe, eine Partei des Sichverzeihens.

Schleich, Die Weisheit der Freude, 1920

Verwaiste Liebe Ihr verblühet, süße Rosen, Meine Liebe trug euch nicht; Blühtet, ach, dem Hoffnungslosen, Dem der Gram die Seele bricht! Jener Tage denk' ich trauernd, Als ich, Engel, an dir hing, Auf das erste Knöspchen lauernd Früh zu meinem Garten ging; Alle Blüten, alle Früchte Noch zu deinen Füßen trug, Und vor deinem Angesichte Hoffnung in dem Herzen schlug. Ihr verblühet, süße Rosen, Meine Liebe trug euch nicht; Blühtet, ach, dem Hoffnungslosen, Dem der Gram die Seele bricht!

Goethe, J. W., Briefe. An Johann Georg Jacobi, 28. Januar 1775

Du willst sie nie und nie mehr wiedersehen? Besinne dich, mein Herz, noch ist es Zeit. Sie war so lieb. Verzeih, was auch geschehen. Sonst nimmt dich wohl beim Wort die Ewigkeit Und zwingt dich mit Gewalt zum Weitergehen Ins öde Reich der Allvergessenheit. Du rufst und rufst; vergebens sind die Worte; Ins feste Schloß dumpfdröhnend schlägt die Pforte.

Busch, W., Gedichte. Kritik des Herzens, 1874