Liebe Sprüche – trauerkarte

509 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Liebe trauerkarte

Siehst du den Stern Siehst du den Stern im fernsten Blau, Der flimmernd fast erbleicht? Sein Licht braucht eine Ewigkeit, Bis es dein Aug erreicht! Vielleicht vor tausend Jahren schon Zu Asche stob der Stern; Und doch steht dort sein milder Schein Noch immer still und fern. Dem Wesen solchen Scheines gleicht, Der ist und doch nicht ist, O Lieb, dein anmutvolles Sein, Wenn du gestorben bist!

Keller, G., Gedichte. Sonnwende und Entsagen

Wenn es nur einmal so ganz still wäre. Wenn das Zufällige und Ungefähre verstummte und das nachbarliche Lachen, wenn das Geräusch, das meine Sinne machen, mich nicht so sehr verhinderte am Wachen –: Dann könnte ich in einem tausendfachen Gedanken bis an deinen Rand dich denken und dich besitzen (nur ein Lächeln lang), um dich an alles Leben zu verschenken wie einen Dank.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Das Stundenbuch. Das Buch vom mönchischen Leben, 1899

Hier sitz ich Und denke dein Ganz allein, Gern möcht ich Gestöret sein! Gott sieht mir an den Augen ab, Was mir fehlt Was mich quält Und mildert es mit seiner Gab Auszuhauchen, auszusprechen Heißt dem Pfeil die Spitze brechen. Ach ich kann mich nicht ergeben Und vergeben kann ich nichts, Ach ich sah den Mond wohl schweben In dem lieben Auge Licht. Als ich dir in's Aug gesehen, Sah ich meine liebe, ferne Feindin stehen, Die mich nicht leiden kann, Die ich nicht lassen kann.

Internet

Die Verratene Verschneiter Morgen! Über Nacht gewoben ein weißer Schleier! O wär' es ein Linnen zur Leichenfeier Den erwachenden Sorgen. Jäh ging er fort, verschneit ist der Weg, Dort ging er hin, verschneit ist die Brücke. Verschneit ist der einzige Weg Zum Glücke.

Internet

Der Verzweifelte Nicht mehr zu dir zu gehen, Beschloss ich und beschwor ich, Und gehe jeden Abend, Denn jede Kraft und jeden Halt verlor ich. Ich möchte nicht mehr leben, Möcht augenblicks verderben, Und möchte doch auch leben Für dich, mit dir, und nimmer, nimmer sterben. Ach rede, sprich ein Wort nur, Ein einziges, ein klares, Gib Leben oder Tod mir, Nur dein Gefühl enthüllle mir, dein wahres!

Internet

Die Lawine Allgewaltig, allzermalmend Donnert die Lawine hin, Eine zarte, weiche Flocke War sie im Beginn. Und das Weh, das mich zertrümmert, Das entsetzliche Geschick, War im Anfang nur ein stiller, Kaum verstandner Blick.

Internet

Romanze Auf dem Berge, dort oben, da wehet der Wind, Da sitzet Mariechen und wieget ihr Kind; Sie wiegt es mit ihrer schneeweißen Hand, Den Blick in die Ferne hinaus gewandt. In die Ferne hinüber schweift all ihr Sinn; Ihr Lieber, ihr Treuer, der ging dahin! Sonst ging er, sonst kam er; nun kommt er nicht mehr! Nun ist's um Mariechen so todt und so leer! In den Busen da fallen die Thränen hinein; Da trinket ein Kindlein sie saugend mit ein. Es schmeichelt der Mutter die kindliche Hand; Ihr Blick ist hinaus in die Ferne gewandt. Auch, wie sausend wehet der Wind so kalt! Mariechen, dein Liebster ging aus in den Wald; Ihm reichten die tanzenden Elfen die Hand; Er folgte der lockenden Schaar, und verschwand. Auf den Bergen dort oben, da wehet der Wind; Da sitzet Mariechen und wieget ihr Kind, Und schaut in die Nacht hin, mit weinendem Blick. Dahin ist ihr Liebster, und kehrt nicht zurück. -

Tiedge, C. A., Gedichte. Kleinere Dichtungen, 1807

An das Herz Herz, o laß dein Pochen, Hast ja nichts verbrochen, Strebe nicht nach Glück! Lerne doch vergessen, Was du einst besessen Kehret nie zurück. Liebe, Treue, Frieden, Suche nicht hienieden, Nur umsonst suchst du! Leben giebt nur Klagen, Kummer zu ertragen, Nur im Grab ist Ruh.

Internet

Lebe wohl, Du Einzige, in die ich nichts zu legen brauche, um alles in Dir zu finden.

Goethe, J. W., Briefe. An Charlotte von Stein, 21. März 1782

Wenn sich zwei Herzen scheiden Wenn sich zwei Herzen scheiden, Die sich dereinst geliebt, Das ist ein großes Leiden, Wie's größres nimmer gibt. Es klingt das Wort so traurig gar: Fahr wohl, fahr wohl auf immerdar! Wenn sich zwei Herzen scheiden, Die sich dereinst geliebt. Als ich zuerst empfunden, Daß Liebe brechen mag, Mir war's, als sei verschwunden Die Sonn' am hellen Tag. Mir klang's im Ohre wunderbar: Fahr wohl, fahr wohl auf immerdar, Da ich zuerst empfunden, Daß Liebe brechen mag. Mein Frühling ging zur Rüste, Ich weiß es wohl warum; Die Lippe, die mich küßte, Ist worden kühl und stumm. Das eine Wort nur sprach sie klar: Fahr wohl, fahr wohl auf immerdar! Mein Frühling ging zur Rüste, Ich weiß es wohl warum.

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte. Viertes Buch. Escheberg. Sankt Goar

Wie Gustav die abwesende Beata liebte, errät jeder, der empfunden hat, wie die Liebe nie zärtlicher, nie uneigennütziger ist, als während der Abwesenheit des Gegenstandes.

Jean Paul, Die unsichtbare Loge, 2. verbesserte Auflage 1822 (EA: 1793). Zweiter Teil. 35. Sektor

Eine Frau, die wahrhaft geliebt, oder wie man ebensogut sagen kann, gelitten hat, sieht die andern flirten mit den Augen einer Mutter, die ein Kind verloren hat und die zusieht, wie kleine Mädchen mit Puppen spielen.

Internet

Des Mädchens Lied Schaust du mir so innig In das Aug' hinein, Sprichst du, ewig bin ich, Meine Liebe, dein; Muß ich dir erscheinen Als ein töricht Blut; Laß mich dann nur weinen, Weinen tut so gut. Fragst du, welch ein Leiden Mich zu Tränen zwingt? Kann's die Harfe meiden, Daß, berührt, sie klingt? Wie der Klang erscheinen Muß, der in ihr ruht, – Sieh, so muß ich weinen; Weinen tut so gut.

Internet

Weiße Rosen Du bissest die zarten Lippen wund, Das Blut ist danach geflossen; Du hast es gewollt, ich weiß es wohl, Weil einst mein Mund sie verschlossen. Entfärben ließt du dein blondes Haar In Sonnenbrand und Regen; Du hast es gewollt, weil meine Hand Liebkosend darauf gelegen. Du stehst am Herd in Flammen und Rauch, Daß die feinen Hände dir sprangen; Du hast es gewoll, ich weiß es wohl, Weil mein Auge daran gehangen.

Internet

Ein Tag mit dir Du gleichst so ganz dem sonnenhellen Tag, Den ich mit dir wie einen Traum durchlebte, Der duftig über Tal und Höhen lag, Daß jedes Blatt in Sommerlust erbebte. Gedenk' ich dein, dann lächelt mir erhellt Von deinem Blick die heitre Welt entgegen. Die Blüte duftet und die Knospe schwellt, Auf jedem Halme ruht ein stiller Segen. Und in mir jauchzt es: sieh! der Sommer hat Sich ewig seine Heimat hier gegründet - Und ich vergesse, daß manch welkes Blatt Zu meinen Füßen schon den Herbst verkündet.

Internet

Es gibt nichts Schwereres, als einen Menschen, den man liebt, einen Weg gehen lassen zu müssen, der zur nächsten Stadt führt, statt auf den nächsten Gipfel.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1910

Ein Frauenherz bricht eher, als es dem Geliebten ein Leid zufügt.

Lewald, Eine Lebensfrage. Roman in zwei Bänden, 1845

Die schönste Liebe wird stets die bleiben, die durch ein großes Mitleid geheiligt wird.

Schubin, Asbéin. Aus dem Leben eines Virtuosen, 1888

Erinnerungsblatt Sein Leben war ein ernst, beharrlich Wandern Nach einem hohen Berg, darauf sie stand, Und als er endlich sich am Ziele fand, Da neigte sie sich lächelnd einem Andern! Nun geht er still den langen Weg zurück. Kein Hoffen darf die Schritte mehr beflügeln, Und hinter ihm, auf jenen blauen Hügeln, Verblaßt, verdämmert seiner Seele Glück.

Internet

Untreu Wenn der Vogel jäh verläßt Auf dem Baum das Blätterdach, Zittert das Geäst lange nach – Da du jäh verlassen hast Meiner Liebe Heimatort, Zittre ich, so wie der Ast Fort und fort – Doch dir ist der Flug gesellt, Und mit deinen Flügeln schon Bist du in die Welt Mir entflohn –

Internet

Liebe ohne Heimat Meine Liebe, lange wie die Taube Von dem Falken hin und her gescheucht, Wähnte froh, sie hab' ihr Nest erreicht In den Zweigen einer Götterlaube. Armes Täubchen! Hart getäuschter Glaube! Herbes Schicksal, dem kein andres gleicht! Ihre Heimat, kaum dem Blick gezeigt, Wurde schnell dem Wetterstrahl zum Raube. Ach, nun irrt sie wieder hin und her! Zwischen Erd' und Himmel schwebt die Arme, Sonder Ziel für ihres Flugs Beschwer. Denn ein Herz, das ihrer sich erbarme, Wo sie noch einmal, wie einst erwarme, Schlägt für sie auf Erden nirgends mehr.

Internet