Liebe Sprüche – trauerkarte
509 Sprüche gefunden
Ach, ich sehne mich nach Tränen, Liebestränen, schmerzenmild, Und ich fürchte, dieses Sehnen Wird am Ende noch erfüllt. Ach, der Liebe süßes Elend Und der Liebe bittre Lust Schleicht sich wieder, himmlisch quälend, In die kaum genesne Brust.
Ernst ist der Frühling, seine Träume Sind traurig, jede Blume schaut Von Schmerz bewegt, es bebt geheime Wehmut im Nachtigallenlaut. O lächle nicht, geliebte Schöne, So freundlich heiter, lächle nicht! O, weine lieber, eine Träne Küß ich so gern dir vom Gesicht
Seepferdchen Als ich noch ein Seepferdchen war, Im vorigen Leben, Wie war das wonnig, wunderbar Unter Wasser zu schweben. In den träumenden Fluten Wogte, wie Güte, das Haar Der zierlichsten aller Seestuten, Die meine Geliebte war. Wir senkten uns still oder stiegen, Tanzten harmonisch um einand, Ohne Arm, ohne Bein, ohne Hand, Wie Wolken sich in Wolken wiegen. Sie spielte manchmal graziöses Entfliehn, Auf daß ich ihr folge, sie hasche, Und legte mir einmal im Ansichziehn Eierchen in die Tasche. Sie blickte traurig und stellte sich froh, Schnappte nach einem Wasserfloh Und ringelte sich An einem Stengelchen fest und sprach so: Ich Hebe dich! Du wieherst nicht, du äpfelst nicht, Du trägst ein farbloses Panzerkleid Und hast ein bekümmertes altes Gesicht, Als wüßtest du um kommendes Leid. Seestütchen! Schnörkelchen! Ringelnaß! Wann war wohl das? Und wer bedauert wohl später meine restlichen Knochen? Es ist beinahe so, daß ich weine – Lollo hat das vertrocknete, kleine Schmerzverkrümmte Seepferd zerbrochen.
Männer und Frauen, die zuviel geliebt worden sind, verlieren oft die Fähigkeit, selber zu lieben.
Die heilige Liebe Fern von Gottes Herzen, Ihrem Heimatland, Ist die Seele einsam An die Welt gebannt. Ein geheimes trauern Winkt ihr himmelwärts, Doch ihr fehlt Verständnis Für den eignen Schmerz. Bis das Lied des Himmels, Bis sich niedersenkt Liebe - und die Sehnsucht Nach der Heimat lenkt. Liebe ist die Seele, Was dem Alpenkind Der verlornen Berge Ferne Lieder sind. Darum ist der Seele, Einz'ge Ruhefrist, Wenn sie ruht, wo einzig Ihre Heimat ist.
Nun hast du mir den ersten Schmerz getan, Der aber traf. Du schläfst, du harter, unbarmherz'ger Mann, Den Todesschlaf. Es blicket die Verlaßne vor sich hin, Die Welt ist leer. Geliebet hab' ich und gelebt, ich bin Nicht lebend mehr. Ich zieh mich in mein Innres still zurück, Der Schleier fällt, Da hab' ich dich und mein vergangnes Glück, Du meine Welt!
LXXXVIII Wenn Leid mir zuzufügen dich erfreute und mein Verdienst mit deinem Spott zu schmähn, so kämpf ich gegen mich auf deiner Seite, bereit, trotz falschem Eid dich treu zu sehn. Die eignen Schwächen kann ich mir nicht hehlen und will sie zeigen dir mit offnem Sinn, und kennst du all mein Fehlen und Verfehlen, so wird dir mein Verlust gar zum Gewinn. Und schließlich mach ich’s mir auch zum Geschenke: da ich an dich zu denken nur vermag, so bringt die Schmach, mit der ich selbst mich kränke, als dein Ertrag mir doppelten Ertrag. So lieb ich dich, und darf mich nicht beklagen: was Liebe einträgt, hat sie zu ertragen.
Wehe der Liebe, die an den Blicken der Menschen stirbt.
L Wie langsam schlepp ich mich von Platz zu Platz, da ich vom Ziel, es scheuend, nichts gelernt auf Rast und Reise als nur diesen Satz: „Wie weit bist du von deinem Freund entfernt!“ Mein Tier trabt träge seines Weges hin, als trüg’ es die Beschwer von meinem Gram und spürte meinen Schmerz, von dir zu ziehn, und meinen Wunsch, daß ich nicht weiter kam. Vergebens, wenn ich manchmal doch es sporne, der blut’ge Sporn befeuert nicht den Schritt; wie’s stöhnend leidet unter meinem Zorne, weit schwerer leid ich seine Schmerzen mit. Für sie bekam die Mahnung ich zurück: der Gram liegt vor mir, hinter mir das Glück.
Lied der Desdemona Das Mägdlein saß singend am Feigenbaum früh, Sing Weide, grüne Weide! Die Hand auf dem Busen, das Haupt auf dem Knie, Sing Weide, Weide, Weide! Das Bächlein, es murmelt und stimmet mit ein; Sing Weide, grüne Weide! Heiß rollt ihr die Trän und erweicht das Gestein; Sing Weide, Weide, Weide! Von Weiden all flecht ich mir nun den Kranz – Sing Weide, grüne Weide! O scheltet ihn nicht, sein Zorn ist mir recht – Sing Weide, Weide, Weide! Ich nannt ihn du Falscher! Was sagt er dazu? Sing Weide, grüne Weide! Seh ich nach den Mädeln, nach den Buben sieh du! Sing Weide, Weide, Weide!
Mein Herz, das dich liebt, ist in tausend Stücke zerbrochen. Doch es bleibt erhalten in jedem einzelnen Splitter.
Spätherbstnebel, kalte Träume, Überfloren Berg und Tal, Sturm entblättert schon die Bäume, Und sie schaun gespenstisch kahl. Nur ein einz'ger, traurig schweigsam Einz'ger Baum steht unentlaubt, Feucht von Wehmutstränen gleichsam, Schüttelt er sein grünes Haupt. Ach, mein Herz gleicht dieser Wildnis, Und der Baum, den ich dort schau Sommergrün, das ist dein Bildnis, Vielgeliebte, schöne Frau!
XLIV Wär’ dieses Leibes träger Stoff der Geist, vermöchte keine Ferne uns zu trennen, durch Räume wär’ ich rasch dir nachgereist und wollte keine Grenze anerkennen. Und ständ’ mein Fuß gebannt am fernsten Ort, dem Geiste wahrlich wär’ zum Spott die Schranke, ich dächte über Land und Meer mich fort und schon am Ziele wäre der Gedanke. Mich tötet der Gedanke, daß ich nicht Gedanke bin, um stets dich aufzufinden: mein Element erzwingt mir den Verzicht, das Hindernis des Raums zu überwinden. Von Erd und Wasser, die in mir vereint, sind schwer die Tränen, die ich dir geweint.
Sag, womit ist zu vergleichen der getäuschten Liebe Pein? Frag den Garten, dessen Blumen schneien in den Frühling ein.
Ich hab' eine glitzernde Perle gekannt, Mich däuchte sie wunderfein – Doch als ich sie hielt in meiner Hand, War's nur ein Kieselstein. Ich hab‘ eine rote Rose gepflückt, Zart wie des Lenzes Hauch, Doch als ich damit meinen Busen geschmückt, Auch ein Herz, ein Herz wurde mir gesandt, Ich glaubte es liebend – heiß; Doch als ich das Herz an meines band, War's fühllos kalt wie Eis. – Johanna Ambrosius
Lebe wohl! Eine dicke Tigerschlange liegt müde um mein Herz geringelt ihre satten Augen thun sich zu. Einmal züngelt ihre dünne Zunge noch. Sie schläft ... Lebe wohl, mein blutend Täubchen Du.
Zur Unzeit Ich wollte, wie gerne, dich herzen, Dich wiegen in meinem Arm, Dich drücken an meinem Herzen, Dich hegen so traut und so warm. Man verscheucht mit Rauch die Fliegen, Mit Verdrießlichkeit wohl den Mann; Und wollt ich an dich mich schmiegen, Ich täte nicht weise daran. Wohl zieht vom strengen Norden Ein trübes Gewölk herauf, Ich bin ganz stille geworden, Ich schlage die Augen nicht auf.
Und hüte dich auch vor den Anfällen deiner Liebe! Zu schnell streckt der Einsame dem die Hand entgegen, der ihm begegnet.
Komm herein, o Nacht, und kühle Diese Gluten, diesen Schmerz! Aus dem Wirrsal der Gefühle Wie errett' ich nur mein Herz! Wo wir einst so glücklich waren, Hab' ich wieder sie gesehn, Und aufs neue, wie vor Jahren, Ist's um meine Ruh' geschehn. Lodernd aus der Asche steigen Flammen, die jetzt Frevel sind; Denn sie ist nicht mehr ihr eigen, Ach, und ist so hold und – blind. Weil an ihrer Reinheit Blüte Nie ein trüber Hauch gerührt, Ahnt sie nicht in ihrer Güte, Welchen Brand sie lächelnd schürt. Harmlos zeigt sie, kindlich offen, Sich beglückt, wenn ich erschien – Aber ich, ins Herz getroffen, Ach, was kann ich tun als fliehn!
Eingang Was reif in diesen Zeilen steht, was lächelnd winkt und sinnend fleht, das soll kein Kind betrüben; die Einfalt hat es ausgesät, die Schwermut hat hindurchgeweht, die Sehnsucht hat's getrieben. Und ist das Feld einst abgemäht, die Armut durch die Stoppeln geht sucht Ähren, die geblieben; sucht Lieb, die für sie untergeht, sucht Lieb, die mit ihr aufersteht, sucht Lieb, die sie kann lieben. Und hat sie einsam und verschmäht die Nacht durch, dankend in Gebet, die Körner ausgerieben, liest sie, als früh der Hahn gekräht, was Lieb erhielt, was Leid verweht, ans Feldkreuz angeschrieben: "O Stern und Blume, Geist und Kleid, Lieb', Leid und Zeit und Ewigkeit!"
Der Wirtin Töchterlein Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein, Bei einer Frau Wirtin, da kehrten sie ein: "Frau Wirtin, hat Sie gut Bier und Wein? Wo hat Sie Ihr schönes Töchterlein?" "Mein Bier und Wein ist frisch und klar. Mein Töchterlein liegt auf der Totenbahr'." Und als sie traten zur Kammer hinein, Da lag sie in einem schwarzen Schrein. Der erste, der schlug den Schleier zurück Und schaute sie an mit traurigem Blick: "Ach, lebtest du noch, du schöne Maid! Ich würde dich lieben von 'dieser Zeit." Der zweite deckte den Schleier zu Und kehrte sich ab und weinte dazu: "Adi, daß du liegst auf der Totenbahr'! Ich hab' diich geliebet so manches Jahr." Der dritte hüb ihn wieder sogleich Und küßte sie an den Mund so bleich: "Dich liebt' ich immer, dich lieb' ich noch heut' Und werde dich lieben in Ewigkeit."