Liebe Sprüche – trauerkarte

509 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Liebe trauerkarte

Schmerz Ja, es gibt ein schönes Sehnen, Das wie aus der tiefsten Nacht In dem Herzen aufgewacht, Greift nach Waffen, findet Tränen. Viele lieben, viele wähnen, Daß Liebe nur Lust dem Herzen Schenken soll und keine Schmerzen: Alle Farben müssen fließen, Wenn ein Licht sich soll ergießen Aus dem goldenen Brand der Kerzen.

Internet

Ich habe dich so lieb Ich habe dich so lieb! Ich würde dir ohne Bedenken Eine Kachel aus meinem Ofen Schenken. Ich habe dir nichts getan. Nun ist mir traurig zu Mut. An den Hängen der Eisenbahn Leuchtet der Ginster so gut. Vorbei – verjährt – Doch nimmer vergessen. Ich reise. Alles, was lange währt, Ist leise. Die Zeit entstellt Alle Lebewesen. Ein Hund bellt. Er kann nicht lesen. Er kann nicht schreiben. Wir können nicht bleiben. Ich lache. Die Löcher sind die Hauptsache An einem Sieb. Ich habe dich so lieb.

Ringelnatz, J., Gedichte. Allerdings, 1928

An M. Der du meine Wege mit mir gehst, Jede Laune meiner Wimper spürst, Meine Schlechtigkeiten duldest und verstehst – –. Weißt du wohl, wie heiß du oft mich rührst? Wenn ich tot bin, darfst du gar nicht trauern. Meine Liebe wird mich überdauern Und in fremden Kleidern dir begegnen Und dich segnen. Lebe, lache gut! Mache deine Sache gut!

Ringelnatz, J., Gedichte. Allerdings, 1928

O Liebe, kehre meinem Herzen, Das so verwaist zu brechen droht! Kehr' ihm mit allen deinen Schmerzen, All deiner Qual, all deiner Not! Nach deinen heißen Tränengüssen Sehnt mein zu trocknes Auge sich. Denn besser ist's, die Ruhe missen, Als Ruhe fühlen ohne dich.

Internet

Was ist die Hölle? Ich meine so: das Leiden darüber, daß man nicht mehr lieben kann.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Wenn das Herz blind ist, hilft auch das schärfste Auge nicht.

Internet

Willkommen und Abschied Es schlug das Herz geschwind zu Pferde! Und fort! Wild, wie ein Held zur Schlacht. Der Abend wiegte schon die Erde, Und an den Bergen hing die Nacht; Schon stand im Nebelkleid die Eiche, Ein aufgetürmter Riese, da, Wo Finsternis aus dem Gesträuche Mit hundert schwarzen Augen sah. Der Mond von einem Wolkenhügel Schien kläglich aus dem Duft hervor, Die Winde schwangen leise Flügel, Umsausten schauerlich mein Ohr; Die Nacht schuf tausend Ungeheuer; Noch tausendfacher war mein Mut: Mein Geist war ein verzehrend Feuer, Mein ganzes Herz zerfloß in Glut. Dich sah ich, und die milde Freude Floß aus dem süßen Blick auf mich; Ganz war mein Herz an deiner Seite Und jeder Atemzug für dich. Ein rosafarb'nes Frühlingswetter Lag auf dem lieblichen Gesicht, Und Zärtlichkeit für mich - ihr Götter! Ich hofft' es, ich verdient' es nicht! Der Abschied, wie bedrängt, wie trübe! Aus deinen Blicken sprach dein Herz. In deinen Küssen welche Liebe! O welche Wonne, welcher Schmerz! Du gingst, ich stand und sah zur Erden Und sah dir nach mit nassem Blick; Und doch, welch' Glück geliebt zu werden! Und lieben, Götter, welch' ein Glück!

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese, An Friederike Brion

Eine Rose wollte ich pflücken, Einsam aufgeblüht am Bach', Dir das schöne Haar zu schmücken, Als ihr Dorn mich blutig stach. O, gliche dies Bild meinen Tagen! Gern wollt' ich den blutigsten Stich Der neidenden Dornen ertragen, Sind nur alle Rosen für dich.

Internet

Und weint die Königin in ihrer Kammer, Und klagt ihr wilder Schmerz den Himmel an, So seht ihr hier ein angstbefreites Volk Zu eben diesem Himmel dankend flehen – Wer Tränen ernten will, muß Liebe säen.

Schiller, Wilhelm Tell, 1802-1804. 5. Akt, 1. Szene, Melchthal

Du bist alles, was mir fehlt!

Internet

Liebe stirbt selten eines plötzlichen Todes.

Internet

Sternenlied Wir ziehen über Berg und Tal Und übers weite Meer; Wir ziehen über Menschenqual Und Menschenglück daher. Wir kennen, was in stiller Brust Sich vor der Welt verhüllt, Und was mit namenloser Lust Ein einsam Auge füllt. Und wenn der Schmerz die Seele quält, Wir geben ihr die Ruh', Und wenn die Lieb ihr Glück erzählt, So hören wir ihr zu. Wir schau'n auf manches kühle Grab, An dem ein Mensch sich härmt, Und schimmern in die Laub' hinab, In der die Liebe schwärmt.

Internet

Meine ungeduldige Liebe fließt über in Strömen, abwärts, nach Aufgang und Niedergang. Aus schweigsamem Gebirge und Gewittern des Schmerzes rauscht meine Seele in die Täler.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Zweiter Teil, 1883. Das Kind mit dem Spiegel

Warum gabst du uns die tiefen Blicke, Unsre Zukunft ahndungsvoll zu schaun, Unsrer Liebe, unserm Erdenglücke Wähnend selig nimmer hinzutraun? Warum gabst uns, Schicksal, die Gefühle, Uns einander in das Herz zu sehn, Um durch all die seltenen Gewühle Unser wahr Verhältnis auszuspähn? Ach, so viele tausend Menschen kennen, Dumpf sich treibend, kaum ihr eigen Herz, Schweben zwecklos hin und her und rennen Hoffnungslos in unverseh'nem Schmerz; Jauchzen wieder, wenn der schnellen Freuden Unerwart'te Morgenröte tagt. Nur uns armen liebevollen beiden Ist das wechselseit'ge Glück versagt, Uns zu lieben, ohn' uns zu verstehen, In dem andern sehn, was er nie war, Immer frisch auf Traumglück auszugehen Und zu schwanken auch in Traumgefahr. Glücklich, den ein leerer Traum beschäftigt! Glücklich, dem die Ahndung eitel wär! Jede Gegenwart und jeder Blick bekräftigt Traum und Ahndung leider uns noch mehr. Sag, was will das Schicksal uns bereiten? Sag, wie band es uns so rein genau? Ach, du warst in abgelebten Zeiten Meine Schwester oder meine Frau. Kanntest jeden Zug in meinem Wesen, Spähtest, wie die reinste Nerve klingt, Konntest mich miteinemBlicke lesen, Den so schwer ein sterblich Aug' durchdringt; Tropftest Mäßigung dem heißen Blute, Richtetest den wilden, irren Lauf, Und in deinen Engelsarmen ruhte Die zerstörte Brust sich wieder auf; Hieltest zauberleicht ihn angebunden Und vergaukeltest ihm manchen Tag. Welche Seligkeit glich jenen Wonnestunden, Da er dankbar dir zu Füßen lag, Fühlt' sein Herz an deinem Herzen schwellen, Fühlte sich in deinem Auge gut, Alle seine Sinnen sich erhellen Und beruhigen sein brausend Blut! Und von allem dem schwebt ein Erinnern Nur noch um das ungewisse Herz, Fühlt die alte Wahrheit ewig gleich im Innern, Und der neue Zustand wird ihm Schmerz. Und wir scheinen uns nur halb beseelet, Dämmernd ist um uns der hellste Tag. Glücklich, daß das Schicksal, das uns quälet, Uns doch nicht verändern mag!

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. An Charlotte von Stein, hier 1776, Erstdruck 1848

Letzte Worte Geliebte, wenn mein Geist geschieden, So weint mir keine Träne nach; Denn, wo ich weile, dort ist Frieden, Dort leuchtet mir ein ewger Tag! Wo aller Erdengram verschwunden, Soll euer Bild mir nicht vergehn, Und Linderung für eure Wunden, Für euern Schmerz will ich erflehn. Weht nächtlich seine Seraphsflügel Der Friede übers Weltenreich, So denkt nicht mehr an meinen Hügel, Denn von den Sternen grüß ich Euch!

Internet

Ach, wer heilet die Schmerzen Des, dem Balsam zu Gift ward? Der sich Menschenhaß Aus der Fülle der Liebe trank? Erst verachtet, nun ein Verächter, Zehrt er heimlich auf Seinen eignen Wert In ungnügender Selbstsucht.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Vermischte Gedichte. Aus >Harzreise im Winter<, entst. 1777, Erstdruck 1789

Nur liebend ist dein Herz ein Herz Was ist die Welt, wenn sie mit dir, durch Liebe nicht verbunden? Was ist die Welt, wenn du in ihr, nicht Liebe hast gefunden? Verklage nicht in deinem Schmerz des Herzens schönste Triebe. Nur liebend ist dein Herz ein Herz, was wär' es ohne Liebe? Wenn du die Liebe nicht gewannst, wie kannst du es ermessen, ob du ein Glück gewinnen kannst, ob du ein Glück besessen?

Internet

Dämmerstunde Im Sessel du, und ich zu deinen Füßen, Das Haupt dir zugewendet, saßen wir; Und sanfter fühlten wir die Stunden fließen, Und stiller ward es zwischen mir und dir; Bis unsre Augen ineinander sanken Und wir berauscht der Seele Atem tranken.

Internet

Ein Tag ohne dich ist wie drei Jahre Einsamkeit.

Internet

Über eine Skizze: Verzweiflung an der Liebe in der Liebe In Liebeskampf? In Todeskampf gesunken? Ob Atem noch von ihren Lippen fließt? Ob ihr der Krampf den kleinen Mund verschließt? Kein Öl die Lampe? oder keinen Funken? Der Jüngling – betend? tot? in Liebe trunken? Ob er der Jungfrau höchste Gunst genießt? Was ist's, das der gefallne Becher gießt? Hat Gift, hat Wein, hat Balsam sie getrunken. Des Jünglings Arme, Engelsflügel werden – Nein Mantelsfalten – Leichentuches Falten. Um sie strahlt Heil'genschein – zerraufte Haare. Strahl' Himmelslicht, flamm' Hölle zu der Erde Brich der Verzweiflung rasende Gewalten, Enthüll' – verhüll' – das Freudenbett – die Bahre.

Brentano, C., Gedichte. Beschreibung einer Darstellung der sterbenden Cleopatra des italienischen Malers Guido Reni

Schwärmerei der Liebe Wo über Gräbern die Zypresse trauert, weilt oft, von trauriger Beruhigung und unbekannten Ahndungen durchschauert, mit nassem Auge die Erinnerung. Und auf der Hoffnung sanft verklärten Wegen wallt der Verlaßne in den Ätherhain der bessern Welt dem fernen Freund entgegen, und findet ihn in heil'gem Dämmerschein. Wie glücklich der, dem jenes Auferstehens geweihte Hoffnung durch die Seele dringt! Wie glücklich, wenn der Traum des Wiedersehns um ihn den lichten Seraphsfittich schwingt! Uns wird es nicht, jetzt da wir bebend scheiden, Geliebter, dieser schönen Hoffnung Glück. Uns zwang Vernunft, den holden Wahn zu meiden, und schüchtern floh er ihren Strahlenblick. Wenn um das hohe, starkgefühlte Leben, das Göttliche, das uns im Innern glüht, sich einst auch neue, schön're Formen weben, ein andres Sein aus diesen Trümmern blüht; Was ist dem Geist, zu neuem Sein geboren, dann, was hienieden ihn zum Gott entzückt? Mit jedem Sinn ging eine Welt verloren, und seine schönsten Blüten sind zerknickt. Zertrümmert ist, in seinen feinsten Tiefen, das holde Saitenspiel in unsrer Brust, wo aller Lebensfreuden Keime schliefen; wir blieben keiner, keiner uns bewusst! In welches Labyrinth bin ich verschlungen? Hat eine traurige Notwendigkeit mir dieses Leben furchtbar aufgedrungen? O, Liebe! löse du den bangen Streit! Ja, ich empfand, als ich mit süssem Beben der Liebe Glut aus deinen Blicken sog, und heiliges, noch nie emfundnes Leben, mit Götterkraft durch meine Seele flog, Als sich zuerst mit schwindelndem Entzücken mein trunkner Geist um deine Seele schlang, daß, namenlos durch mich zu beglücken, der Liebe Allmacht mich ins Leben zwang. Getrennt von dir - was kann die Welt mir geben, das meiner Seele heißes Sehnen stillt? Was soll mir jetzt das liebesleere Leben, wo nirgends Ruh für meine Sehnsucht quillt? Wo unentfaltet der Empfindung Blüte, von Harmonie nicht mehr geweckt, verdirbt, und was mit Ätherglut den Geist durchglühte, von deinem Geist verlassen, fruchtlos stirbt; Wo sich der Freude zarte Rosen bleichen, der Baum der Hoffnung keine Blüten treibt, die Phantasien traurig von mir weichen, und, ach! entseelt die Wirklichkeit mir bleibt. Und doch - das Lüftchen, das mich kühlet, küßte vielleicht den Seufzer von der Lippe dir; Und jenen Stern, der still mir winkt, begrüßte vielleicht ein liebefeuchter Blick von dir. Ich flöh die Welt, verlernte dich zu lieben? dein süßes Bild entwich' auf ewig mir? und so entsagt' ich meinen bessern Trieben, und würde treulos meiner Glut und dir? Nein! böt' ein Gott, mit freundlichem Erbarmen, aus Lethes Fluten eine Schale mir, ich nähm' die Schale nicht aus seinen Armen, und lebte ewig meinen Schmerz und dir. Ach! wirst auch du, wenn mit dem letzten Sterne der Nähe süße Nahrung uns versiegt, und dann aus tiefer, hoffnungsloser Ferne im öden Raum der trunkne Blick verfliegt. Wenn nun die Zeit, von Hoffnung nicht erheitert, der Freundin Bild mit Nebelflor behängt, und jeder Augenblick die Kluft erweitert, die grausend zwischen Geist und Geist sich drängt: Wirst du auch dann die süssen Qualen teilen? von zarten Phantasien eingewiegt, in stillen Träumen liebend zu mir eilen, wenn zwischen uns, ach! Raum und Zeit nun liegt? Wird dann das Glück von unsern schönern Tagen dein höchstes Ideal auf ewig sein? - Ich ahne, Selmar, deine sanften Klagen: durch eignen Schmerz begreif' ich deine Pein. Nein, klage nicht! - Wenn neue Freuden winken, wenn dir die Hoffnung frische Kränze flicht, so lass mein Bild in stillen Schlummer sinken: - auch solche Opfer scheut die Liebe nicht! Ich will - der Liebe Götterhoheit sieget - dein Herz von fremden Trieben glühen sehn, und, wie ein Strahl, der in der Luft verflieget, in deiner Seele ewig untergehen. Doch, Selmar, nein! - Kann Liebe untergehen? ward die Natur sich selbst je ungetreu? Kann Harmonie wie Frühlingshauch verwehen? und wird dein Ideal dir wieder neu? Die Lieb' ist ewig! Ihren Harmonien folgt treu die ganze bildende Natur; und werd' auch ich in neuen Formen glühen, so folg' ich ewig ihrer Rosenspur. Nie wird der hohe Einklang untergehen, der uns vereint. - Ich will, an dich gebannt, mich als Planet um eine Sonne drehen, den Lichtstrahl saugen von dir hergesandt; Im Wetterstrahl mich dir entgegen stürzen, als Blume dir die Gattenblume sein, im Blütenduft mit dir die Lüfte würzen, und gaukelnd mich mit dir als Vogel freun. Im Schöpfungskreis stets von dir angezogen, vermählt uns ewig heil'ge Sympathie! Im Sternentanz und im Gesang der Wogen weht uns Ein Geist, der Liebe Harmonie!

Internet