Liebe Sprüche – trauerkarte

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An die Stolze Und gleichwohl kann ich anders nicht, Ich muss ihr günstig sein, Obgleich der Augen stolzes Licht Mir mißgönnt seinen Schein. Ich will, ich soll, ich soll, ich muß dich lieben, Dadurch wir beid' uns nur betrüben, Weil mein Wunsch doch nicht gilt Und du nicht hören wilt. Wie manchen Tag, wie manche Nacht, Wie manche liebe Zeit Hab ich mit Klagen durchgebracht, Und du verlachst mein Leid! Du weißt, du hörst, du hörst, du siehst die Schmerzen, Und nimmst der' keinen doch zu Herzen, So daß ich zweifle fast, Ob du ein Herze hast. Bist du denn harter Stein und Stahl Die man doch zwingen kann? Feld, Wiesen, Wälder, Berg und Tal Sehn meine Wehmut an. Die Vögel seufzen, was ich klage. Der hohle Busch ruft, was ich sage. Du nur, du Stolze du, Hältst Ohr und Augen zu. Ach denke, denke, was du tust. Ich kann nicht anders sein. Ich hab an meinem Leiden Lust, Du hassest meine Pein. Kann ich denn keine Huld erlangen, So laß mich die Gunst nur empfangen Und wolle doch mit mir, Daß ich stracks sterbe hier.

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Ein Herz voll Liebe kann alles vergeben, sogar Härte gegen sich, aber nicht Härte gegen andere; denn jene zu verzeihen ist Verdienst, diese aber Mitschuld.

Jean Paul, Flegeljahre, 4 Bde., 1804-1805. Viertes Bändchen. Nr. 55. Pfefferfraß

Die Liebe schenkt ohne Fordern, empfängt ohne Sträuben, verzeiht ohne Zögern, trauert nur über die eigene Schwäche.

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Der gute Glaube Schönes Leben! du liegst krank, und das Herz ist mir Müd vom Weinen, und schon dämmert die Furcht in mir, Doch, doch kann ich nicht glauben, Daß du sterbest, so lang du liebst.

Hölderlin, F., Gedichte

Ist alles stumm und leer Ist alles stumm und leer; Nichts macht mir Freude mehr; Düfte, sie düften nicht, Lüfte, sie lüften nicht; Mein Herz ist so schwer! Ist alles öd‘ und hin; Bange mein Herz und Sinn; Möchte, nicht weiß ich, was; Treibt mich ohn‘ Unterlaß, Weiß nicht, wohin! Ein Bild von Meisterhand Hat mir den Sinn gebannt; Seit ich das holde sah, Ist’s fern und ewig nah, Mir anverwandt. Ein Klang im Herzen ruht, Der noch erquickt den Mut, Wie Flötenhauch ein Wort, Tönet noch leise fort, Stillt Tränenflut. Frühlinges Blumen treu Kommen zurück aufs neu; Nicht so der Liebe Glück, Ach, es kommt nicht zurück – Schön, doch nicht treu! Kann Lieb‘ so unlieb sein, Von mir so fern, was mein? Kann Lust so schmerzlich sein, Untreu so herzlich sein? O Wonn‘, o Pein! Phönix der Lieblichkeit, Dich trägt dein Fittig weit Hin zu der Sonne Strahl, Ach was ist dir zumal, Mein einsam Leid!

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Die eine Klage Wer die tiefste aller Wunden Hat in Geist und Sinn empfunden, Bittrer Trennung Schmerz; Wer geliebt, was er verloren, Lassen muß, was er erkoren, Das geliebte Herz, Der versteht in Lust die Tränen Und der Liebe ewig Sehnen Eins in Zwei zu sein, Eins im Andern sich zu finden, Daß der Zweiheit Grenzen schwinden Und des Daseins Pein. Wer so ganz in Herz und Sinnen Konnt‘ ein Wesen liebgewinnen, O! den tröstet’s nicht , Daß für Freuden, die verloren, Neue werden neu geboren: Jene sind’s doch nicht. Das geliebte, süße Leben, Dieses Nehmen und dies Geben, Wort und Sinn und Blick, Dieses Suchen und dies Finden, Dieses Denken und Empfinden Gibt kein Gott zurück.

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Das Meer erglänzte weit hinaus Im letzten Abendscheine; Wir saßen am einsamen Fischerhaus, Wir saßen stumm und alleine. Der Nebel stieg, das Wasser schwoll, Die Möwe flog hin und wider; Aus deinen Augen, liebevoll, Fielen die Tränen nieder. Ich sah sie fallen auf deine Hand, Und bin aufs Knie gesunken; Ich hab von deiner weißen Hand Die Tränen fortgetrunken. Seit jener Stunde verzehrt sich mein Leib, Die Seele stirbt vor Sehnen; – Mich hat das unglücksel'ge Weib Vergiftet mit ihren Tränen.

Heine, H., Gedichte. Buch der Lieder. Die Heimkehr, 14.

Die Erinnerung ist oft nur die letzte Höflichkeit der Liebe.

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Lethe Jüngst im Traume sah ich auf den Fluten Einen Nachen ohne Ruder ziehn, Strom und Himmel stand in matten Gluten Wie bei Tages Nahen oder Fliehn. Saßen Knaben drin mit Lotoskränzen, Mädchen beugten über Bord sich schlank, Kreisend durch die Reihe sah ich glänzen Eine Schale, draus ein jedes trank. Jetzt erscholl ein Lied voll süßer Wehmut, Das die Schar der Kranzgenossen sang - Ich erkannte deines Nackens Demut, Deine Stimme, die den Chor durchdrang. In die Welle taucht ich. Bis zum Marke Schaudert ich, wie seltsam kühl sie war. Ich erreicht' die leise ziehnde Barke, Drängte mich in die geweihte Schar. Und die Reihe war an dir zu trinken, Und die volle Schale hobest du, Sprachst zu mir mit trautem Augenwinken: "Herz, ich trinke dir Vergessen zu!" Dir entriß in trotzgem Liebesdrange Ich die Schale, warf sie in die Flut, Sie versank, und siehe, deine Wange Färbte sich mit einem Schein von Blut. Flehend küßt ich dich in wildem Harme, Die den bleichen Mund mir willig bot, Da zerrannst du lächelnd mir im Arme Und ich wußt es wieder - du bist tot.

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Bist du denn fremd hierher gezogen – Ach, warum weinst du, Nachtigall? Und hast ermattet dich verflogen? Ach, warum weinst du, Nachtigall? Hast hohe Berge überschritten? Bist über Flüsse tief geglitten? Hast Trennung du vom Freund erlitten? Ach, warum weinst du, Nachtigall? Ach, wie so bitter klingt dein Flehen! Neu läßt du meinen Schmerz entstehen! Du möchtest deinen Freund wohl sehen? Ach, warum weinst du, Nachtigall? Du kannst doch deine Flügel breiten Und kannst sie ja zum Fluge weiten Und alle Schleier überschreiten! Ach, warum weinst du, Nachtigall? Du wohnst im Lenz im Rosenhage, Dir duften Blüten alle Tage, Doch immer neu klingt deine Klage: Ach, warum weinst du, Nachtigall? Ihr Augen, die im Schlafe ruhten, Erwachend hebt ihr an zu bluten – Mein Herz entbrennt in hellen Gluten – Ach warum weinst du Nachtigall?

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Mein Alles ist dahin, mein Trost in Lust und Leiden, mein ander Ich ist fort, mein Leben, meine Zier mein Liebstes auff der Welt ist wegk, ist schon vohn hier. (die Lieb ist bitter zwahr, viel bittrer ist das Scheiden) Ich kann nicht von dir seyn, ich kann dich gantz nicht meiden, O liebste Dorile! Ich bin nicht mehr bey mir Ich bin nicht der ich bin, nun ich nicht bin bey dir. Ihr Stunden lauft doch fort, wolt ihr mich auch noch neiden? Ey Phoebus halte doch die schnelle Hengste nicht! fort, fort, ihr Tage fort, komb bald du Monden Licht! Ein Tag ist mir ein Jahr, in dem ich nicht kann sehen mein ander Sonnenlicht! fort, fort, du faule Zeit, spann doch die Segel auff, und bring mein Lieb noch heut, und wan sie hier dan ist, so magstu langsam gehen.

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Rühret nicht daran Wo still ein Herz voll Liebe glüht, O rühret, rühret nicht daran! Den Gottesfunken löscht nicht aus! Fürwahr, es ist nicht wohlgetan. Wenn's irgend auf dem Erdenrund Ein unentweihtes Plätzchen gibt, So ist's ein junges Menschenherz, Das fromm zum ersten Male liebt. O gönnet ihm den Frühlingstraum, In dem's voll ros'ger Blüten steht! Ihr wißt nicht, welch ein Paradies Mit diesem Traum verloren geht. Es brach schon manch ein starkes Herz, Da man sein Lieben ihm entriß, Und manches duldend wandte sich, Und ward voll Haß und Finsternis; Und manches, das sich blutend schloß, Schrie laut nach Lust in seiner Not, Und warf sich in den Staub der Welt; Der schöne Gott in ihm war tot. Dann weint ihr wohl und klagt euch an; Doch keine Träne heißer Reu' Macht eine welke Rose blühn, Erweckt ein totes Herz aufs neu'.

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte. Viertes Buch. Escheberg. Sankt Goar

Der Schmerz Das Glück hat keine Lieder, das Glück hat keine Gedanken, das Glück hat nichts. Stoß an dein Glück, daß es zerbricht, denn das Glück ist boshaft. Das Glück kommt sacht wie das Säuseln des Morgens in das schlafende Gebüsch, das Glück gleitet vorbei wie leichte Wolken über dunkelblaue Tiefen, das Glück ist wie das Feld, das in der Mittagsglut schläft wie die endlose Weite des Meeres in den heißen lotrechten Strahlen, das Glück ist machtlos, es schläft und atmet und weiß von nichts ... Kennst du den Schmerz? Er ist stark und groß mit geballten Fäusten. Kennst du den Schmerz? Er lächelt hoffnungsvoll mit verweinten Augen. Der Schmerz gibt uns alles, was wir brauchen. er gibt uns die Schlüssel zum Reich des Todes, er schiebt uns durch die Pforte, wenn wir noch zaudern. Der Schmerz tauft das Kind und wacht mit der Mutter und schmiedet all die goldenen Hochzeitsringe. Der Schmerz herrscht über alle, er glättet die Stirn des Denkers, er legt den Schmuck um den Hals der begehrten Frau, er steht in der Tür, wenn der Mann von der Geliebten kommt ... Was ist es noch, was der Schmerz seinen Lieblingen gibt? Ich weiß nichts mehr. Er gibt Perlen und Blumen, er gibt Lieder und Träume, er gibt tausend Küsse, die alle leer sind, er gibt den einzigen Kuß, der wirklich ist. Er gibt uns unsere sonderbaren Seelen und merkwürdigen Einfälle, er gibt uns allen Lebens höchsten Gewinn: Liebe, Einsamkeit und das Angesicht des Todes.

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Die Liebe ist jetzt nicht mehr nur stark wie der Tod. Die Kraft Gottes ist mit der Stärke der Liebe schwach geworden bis in den Tod. Aber ihre Schwäche hat sich als stärker erwiesen als die stärkste Macht. Ihr Tod ist zu deinem Tod geworden, o Tod. Bewaffne dich also mit der Kraft der Liebe, wer immer du bist, du gottsuchender Angreifer, der du das Himmelreich erobern willst.

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Wenn auch nur eine Träne Über deine Wangen rollt Und ein kleines Lächeln Auf deine süßen Lippen wandert Weiß ich, daß du mich nie Vergessen wirst und daß ich Der einzige Mensch bin, Den du von Herzen liebst So wie ich dich liebe!

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Eine Seele ist nie ohne Geleit der Engel, wissen doch diese erleuchteten Geister, daß unsere Seele mehr Wert hat.

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Du bist wie eine Blume, So hold und schön und rein; Ich schau dich an, und Wehmut Schleicht mir ins Herz hinein. Mir ist, als ob ich die Hände Aufs Haupt dir legen sollt, Betend, daß Gott dich erhalte So rein und schön und hold.

Heine, H., Gedichte. Buch der Lieder. Die Heimkehr, 47.

Nachtgang Wir gingen durch die stille milde Nacht, dein Arm in meinem, dein Auge in meinem. Der Mond goß silbernes Licht über dein Angesicht, wie auf Goldgrund ruhte dein schönes Haupt. Und du erschienst mir wie eine Heilige, mild, mild und groß und seelenübervoll, heilig und rein wie die liebe Sonne. Und in die Augen schwoll mir ein warmer Drang, wie Tränenahnung. Fester faßt' ich dich und küßte, küßte dich ganz leise.

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Im Finstern geh ich suchen, mein Kind, wo steckst Du wohl? Ach, sie versteckt sich immer, daß ich verschmachten soll! Im Finstern geh ich suchen, mein Kind, wo steckst du wohl? Ich, der den Ort nicht finde, ich irr' im Kreis umher! Wer um dich stirbt, der hat keine Ruh! Kindchen, erbarm dich und komm herzu!

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Verlorene Liebe Lieder schweigen jetzt und Klagen, Nun will ich erst fröhlich sein, All mein Leid will ich zerschlagen Und Erinnern - gebt mir Wein! Wie er mir verlockend spiegelt Sterne und der Erde Lust, Stillgeschäftig dann entriegelt All die Teufel in der Brust, Erst der Knecht und dann der Meister, Bricht er durch die Nacht herein, Wildester der Lügengeister, Ring mit mir, ich lache dein! Und den Becher voll Entsetzen Werf ich in des Stromes Grund, Dass sich nimmer dran soll letzen Wer noch fröhlich und gesund! Lauten hör ich ferne klingen, Lustge Bursche ziehn vom Schmaus, Ständchen sie den Liebsten bringen, Und das lockt mich mit hinaus. Mädchen hinterm blühnden Baume Winkt und macht das Fenster auf, Und ich steige wie im Traume Durch das kleine Haus hinauf. Schüttle nur die dunklen Locken Aus dem schönen Angesicht! Sieh, ich stehe ganz erschrocken: Das sind ihre Augen licht, Locken hatte sie wie deine, Bleiche Wangen, Lippen rot - Ach, du bist ja doch nicht meine, Und mein Lieb ist lange tot! Hättest du nur nicht gesprochen Und so frech geblickt nach mir, Das hat ganz den Traum zerbrochen Und nun grauet mir vor dir. Da nimm Geld, kauf Putz und Flimmern, Fort und lache nicht so wild! O ich möchte dich zertrümmern, Schönes, lügenhaftes Bild! Spät von dem verlornen Kinde Kam ich durch die Nacht daher, Fahnen drehten sich im Winde, Alle Gassen waren leer. Oben lag noch meine Laute Und mein Fenster stand noch auf, Aus dem stillen Grunde graute Wunderbar die Stadt herauf. Draußen aber blitzt's vom weiten, Alter Zeiten ich gedacht', Schaudernd reiß ich in den Saiten Und ich sing die halbe Nacht. Die verschlafnen Nachbarn sprechen, Daß ich nächtlich trunken sei - O du mein Gott! und mir brechen Herz und Saitenspiel entzwei!

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Ist denn dein Hertze gar erfroren? Bist du aus Schnee und Eiß geboren? Hörst du mein Seuffzen nicht Und was mein Unmuth spricht? Soll ich dich Göttin nennen? So nimm des Himmels Wehmuth an, Der leichtlich sich erbarmen kan Und uns nicht ewig läst in Hoffnungs-Flammen brennen. Des Blutes Regung zu vermeiden Und gantz von Fleisch und Blut zu scheiden, Ist nirgends ein Gebot Es heissets auch nicht Gott; Sich selber zu verlassen Ist eine Flucht, so sträfflich ist, Und wer ihm solche Bahn erkiest, Den muß die Menschlichkeit als einen Unmensch hassen. Du kanst ja deiner nicht geniessen, Kein Mund weiß selber sich zu küssen. Der Schnee auf deiner Brust Bringt dir geringe Lust. Die fleischichten Granaten Seynd nicht allein vor dich erdacht Kein Mensch ist vor sich selbst gemacht; Es weiß der klügste Geist ihm hier nicht recht zu rathen. Die Rose suchet ihr Verderben, Die auff dem Stocke wünscht zu sterben Und nur ihr gantz allein Meynt angetraut zu seyn. Wilst du dich selbst begraben? Wer sich in sich umsonst verzehrt, Ist warlich seiner selbst nicht werth Und muß der Thorheit Schild an seiner Grabstatt haben. Bezwinge weißlich dein Gemüthe Und folge zeitlich dem Geblüte, Darein im Paradieß Gott selber Funcken bließ; Wer kan ihm widerstreben? Schau ich dein helles Antlitz an, So fühl ich, was der Himmel kan Und wünsch auf deiner Brust verparadiest zu leben.

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