Schicksal Sprüche

Sprüche über Schicksal

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Ermüdung Laß nicht die Arme sinken, so groß das Gezerr, du hast es noch immer gezwungen und wirst auch diesmal Herr! Wenn's andere leichter sich machen, du bist nicht sie, und Helfer zu deinen Zielen… hattest du nie! Du hast noch immer fast alles bezahlt weit über Kauf; laß es dich nicht verdrießen, sei stolz darauf. Und was du selbst gegeben, war immer wohl mehr, als, auf der Waage gewogen, nötig gewesen wär. Doch ohne Opfer und Einsatz von Herz oder Hand kommt auf der Welt überhaupt kein Wert zustand! Es gibt eben zweierlei Menschen und zweierlei Maß: Ein Baum will Früchte tragen und Gras bleibt Gras! Laß nicht die Arme sinken, so groß das Gezerr, du hast es noch immer gezwungen und wirst auch diesmal Herr!

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Sein Schicksal schafft sich selbst der Mann.

Kinkel, Otto der Schütz. Eine rheinische Geschichte in zwölf Abenteuern, 1846

Bedenke, daß die unterscheidende Eigenschaft eines vernünftigen Wesens die freie Unterordnung unter sein Schicksal ist, nicht aber ein schimpflicher Kampf mit ihm, wie er den Tieren eigen ist.

Sellmair (Hg.), Weisheit unterwegs. Worte der Meister, 1941 (3. Auflage 1948)

Dann habe ich mich auch überzeugt, daß nur rauhe Bewegung und wechselvolles Geschick einen tüchtigen, d. h. nach allen Seiten hin tüchtigen Charakter hervorbringen kann. Darum leben hoch Ebbe und Flut, Freude und Leid, Glück und Elend!

Keller, G., Briefe. An Johann Salomon Hegi, 10. Mai 1846

Schicksal! wir wollen sehn, was dir beliebt. Wir wissen, daß wir sterben werden; Frist Und Zeitgewinn nur ist der Menschen Trachten.

Shakespeare, Julius Cäsar, Erstdruck 1623

Der Himmel gibt die Gunst des Augenblicks. Wer schnell sie faßt, wird Meister des Geschicks.

Fischer, Ich will! Ein Buch über Selbsterziehung des Willens und Veredelung des Herzens, 1920

Das Schicksal wird nicht außerhalb des Menschen bestimmt, sondern entsteht aus ihm selbst.

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's ist nicht so schlimm als wohl man denkt, wenn man's nur recht erfaßt und lenkt.

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Scheint mir die Sonne heut, um das zu überlegen, was gestern war? und um zu raten, zu verbinden, was nicht zu erraten, nicht zu verbinden ist, das Schicksal eines kommenden Tages?

Goethe, Egmont, 1788. 2. Akt, Egmont zum Sekretär

Das Unvorhergesehene ist die wahre Bewährungsprobe.

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Für alle Vögel gibt es Lockspeisen, und jeder Mensch wird auf seine eigene Art geleitet und verleitet.

Goethe, J. W., Autobiographisches. Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, 1811, 1. Teil, 5. Buch

Jedes Willkürliche, Zufällige, Individuelle kann unser Weltorgan werden. Ein Gesicht, ein Stern, eine Gegend, ein alter Baum usw. kann Epoche in unserm Innern machen. Dies ist der große Realism(us) des Fetischdienstes.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Religiöse Fragmente

Es kann ja nicht immer möglich sein, Daß alles sich glücklich ende – Und wenn die Sonne am höchsten steht, Kommt immer die Sonnenwende.

Brackel, Die Tochter des Kunstreiters, 1875

Die kleinen Unfälle, die uns stündlich vexieren, kann man betrachten als bestimmt, uns in Übung zu erhalten, damit die Kraft, die großen zu ertragen, im Glück nicht ganz erschlaffe.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 5: Paränesen und Maximen

So leitet das Schicksal den gebrechlichen Nachen meines Lebens: bin ich glücklich, so spannt es alle Segel auf, bin ich im Unglück, so wirft es Anker.

Hertz (Hg.), Worte der Weisen aus allen Völkern und Zeiten, 1886

Du bist wie deine tiefen, drängenden Wünsche. Wie deine Wünsche, so ist dein Wille. Wie dein Wille, so ist deine Tat, und wie deine Tat, so ist dein Schicksal.

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Man muß sich im Unglück trösten durch die Freude an dem Verlorenen und durch die Erkenntnis, daß sich Geschehenes nicht ungeschehen machen läßt.

Nestle, Die Nachsokratiker, 2 Bde., 1923. Aus der Spruchsammlung 'Also sprach Epikuros' [55]

Hätte man Verstand, brauchte man keine Gottheit; so aber macht man dich, Schicksal, zur himmlischen Göttin.

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Wie vieles wird zu jeder Frist verhütet – bedachten wir schon einmal dies zu Ende? wie viel geschieht nicht, was geschehen könnte!

Morgenstern, Epigramme und Sprüche, 1922 (posthum)

Es gibt keineswegs dergleichen wie ein Omen. Das Schicksal sendet nie seine Boten voraus. Dazu ist es zu klug oder zu grausam.

Wertheimer (Hg.), Weisheiten von Oscar Wilde, übersetzt von Paul Wertheimer, 1921 (EA: 1907)

So ist es uns ergangen So ist es uns ergangen. Vergiß es nicht in beßrer Zeit! – Aber Vöglein singen und sangen, Und dein Herz sei endlos weit. Vergiß es nicht! Nur damit du lernst Zu dem seltsamen Rätsel »Geschick«. – Warum wird, je weiter du dich entfernst, Desto größer der Blick? Der Tod geht stolz spazieren. Doch Sterben ist nur Zeitverlust. – Dir hängt ein Herz in deiner Brust, Das darfst du nie verlieren.

Ringelnatz, J., Gedichte. Verstreut Gedrucktes