Schicksal Sprüche

Sprüche über Schicksal

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Frei hat Gott die Menschen geschaffen, damit diese sich selbst ihr Schicksal bereiten.

Freytag, Die Ahnen, 6 Bde., 1872-80. Ingo und Ingraban. Ingraban. Im Sorbendorf

Der eine spekuliert immer glücklich, der andere immer unglücklich; der eine liebt immer glücklich, der andere immer unglücklich; der eine reist dreimal um die Welt ohne Unfall, der andere trifft es bei jeder Ausfahrt so, daß ein Rad bricht oder ein Pferd durchgeht oder doch wenigstens, daß es mit Mollen gießt.

Fontane, T., Briefe. An Mathilde von Rohr

Kein Mensch kann sagen: Solches trifft mich nie.

Menander, Fragmente

Wir sind nicht die Gebieter unseres Schicksals. Der Wirbelwind der Ereignisse reißt uns fort, und man ist ohnmächtig dagegen.

Schröder (Hg.), Lichtstrahlen aus Friedrichs des Großen Schriften, gesammelt von Emilie Schröder, 3. vermehrte Auflage 1912 (EA: 1882). An Voltaire, 6. Juni 1740

Das Schicksal behandelte mich schlecht, ich schaute es an und lachte, damit niemand sah, wie bitter der Becher war, den ich trank. Die Fröhlichkeit kam vorbei, hielt an bei mir, und sagte: "Ich kam um zu sehen, mit wem du lachst?"

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Das Geschick läßt unsere Tugenden und Laster hervortreten wie das Licht die Körper.

Rochefoucauld, Betrachtungen oder Moralische Sentenzen und Maximen

So steht der arme Mensch allemal mit zugebundenen Augen vor deinem scharfen Schwerte, unbegreifliches Schicksal! Und wenn du es aufziehest und schwingest, ergötzet ihn das Pfeifen und Wehen desselben kurz vor dem Schlage!

Jean Paul, Leben des Quintus Fixlein, 1796. Des Quintus Fixlein Leben bis auf unsere Zeiten. Zwölfter Zettelkasten

Wer den Mut hat, mit dem Schicksal zu ringen, der ist ein geborener König unter den Menschen.

Anzengruber, Der Schandfleck, 1877

Wenn es jemandes Schicksal ist, zu ertrinken, wird er auch in einem Becher Wasser ertrinken.

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Wenn die Glocke des äußeren Schicksals klingt, wissen die meisten Menschen schon nicht mehr, daß und wann sie geläutet hat.

Stehr, Der Heiligenhof, 2 Bde., 1918. Viertes Buch, 13. Kapitel

Jemand, der sich seiner Kraft als eines schwer erworbenen Guts bewusst ist, glaubt nicht leicht an die gänzliche Ungunst des äußern Geschicks.

Stahl, Ein weiblicher Arzt, 1863

Keine Berechnung kann das Schicksal besiegen.

Ovid, Tristia (Trauriges oder Klagelieder), geschrieben im Exil von 8 bis 12 n. Chr. 3,6. Originaltext: Ratio fatum vincere nulla valet.

Man hat schon viele Bewegungsbegriffe umdenken müssen, man wird auch allmählich erkennen lernen, daß das, was wir Schicksal nennen, aus den Menschen heraustritt, nicht von außen her in sie hinein.

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Allerwärts klagt der Mensch Natur und Schicksal an, und sein Schicksal ist doch in der Regel nur Nachklang seines Charakters, seiner Leidenschaften, Fehler und Schwächen.

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Die Leidenschaften

Was das Schicksal mit schwarzer Tinte schreibt, kann die Sonne nicht bleichen.

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Die Sterne sind nur der Vater deines Schicksals. Die Mutter ist deine eigene Seele.

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Ich bin zerfallen in mir selbst. – Aus der Urne des Schicksals werden die Lose des Menschen gezogen; wenn ich den Buben beuteln könnt', der das meinige gezogen hat, – ich tät's.

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Vor dem Schicksal schützt nur eins: die Nichtigkeit.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1839

Ich rechne nie! Auf die Art kann's Schicksal mir auch nie einen Strich durch die Rechnung machen.

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Der Augenblick nur entscheidet Über das Leben des Menschen und über sein ganzes Geschicke.

Goethe, Hermann und Dorothea. Versepos, 1797. Polyhymnia. Der Weltbürger. Pfarrer zu Vater und Sohn

Der Mensch soll mit der Mühe Pflugschar sich Des Schicksals harten Boden öffnen, soll Des Glückes Erntetag sich selbst bereiten Und Taten in die offnen Furchen streun.

Kleist, H., Gedichte. An Wilhelmine