Seele Sprüche – hoffnung

123 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Seele hoffnung

Psyche Die arme Waise, Sie seufzt und bebt; Aus dem Gehäuse Ihr Fittig strebt. Nach jedem Sterne Streckt sie die Hand; Dort glänzt – ach Ferne! Ihr Vaterland. Umsonst nach Klarheit Sehnt sich ihr Blick, Nach Lieb' und Wahrheit Ihr Geist zurück. Mit bunten Schranken Hemmt Sinnentrug Ihr der Gedanken Äther'schen Flug. Sie schlägt die Flügel Am Käfig wund; Ihr macht kein Spiegel Ihr Wesen kund. Die arme Waise Sie ringt und strebt Aus dem Gehäuse Und seufzt und bebt.

Internet

Ich hoffe, daß sich einst erfülle Was uns das Leben auch verhehle, Und daß sich nach entseelter Hülle Uns zeige die enthüllte Seele.

Internet

Seelen gibt es, die an Sterne mahnen, unbemerkt auf sonn'gen Alltagsbahnen; Dämmerung und Finsternis erst sagen euch, wieviel des Lichts sie in sich tragen.

Internet

Nur Quacksalber streichen auf jegliche Wunde gleich einen heilenden Balsam oder gar ein Heftpflaster; es gibt Wunden, die ausbluten, auseitern müssen, wenn sie gut heilen sollen. So ist's auch mit den Seelenwunden und Eiterbeulen.

Gotthelf, Leiden und Freuden eines Schulmeisters, 1838-39. Zweiter Teil, 2. Kapitel: Ach Gott! wenn die Liebe nicht wär, wie vernünftig man wär!

Möwenlied So fliege, Du Möwe Der Seele, hinaus Und wiege Dich höher Und tiefer im Braus! Es lebt sich Das Leben Noch einmal so schön, Wenns hebt sich Und senkt sich In Wonnen und Wehn. Laß spritzen Die Wogen, Laß schäumen den Gischt, Kommts blitzend Geflogen, Hei wie das erfrischt! Und wills dich Verstimmen, Wenn Sumpfvögel schrein, So wirf dich Zum Schwimmen In offene Meere hinein! So fliege, Du Möwe Der Seele, hinaus, Und wiege Dich höher Und wage dich tiefer im wogenden Braus!

Internet

Himmel und Erde sind schön, aber die Menschenseele, die sich über den Staub, der draußen wallet, emporhebt, ist schöner als Himmel und Erde.

Pestalozzi, Die Kinderlehre der Wohnstube, 1782

Edle und treue Freunde zu besitzen, ist auch für Leidende eine Erhöhung des Lebensgefühles, wie sie kein anderes Mittel zu bieten vermag.

Internet

Behutsam Gieb deine Hand und komm, den Atem still gesenkt, unter den Riesenbaum. Hier stirbt im Wipfelneigen mit Seufzerlaut der Wind in dämmergrauen Zweigen, die blasses Mondlicht sanft und zärtlich übersprengt. Verträumt ruht da der Blick, der nicht ans Leben denkt in trägem Schoss. Nun lass das Glück, das einst uns eigen, und all die Liebe frei und ungehemmt entsteigen gleich unserm Haar, um das sich Eulenschwirren drängt. Und lass das Hoffen! Nur das düstre Sonnenscheiden und dieses rätselschwere Schweigen lass uns beiden in unsre herbverschlossnen stummen Seelen ein. Im Frieden dieser Nacht verzagt der Worte Wille, denn wie ein Gottesfrevel muss es schreckhaft sein, erweckt man die Natur, die finster ruht und stille.

Zweig (Hg.), Gedichte von Paul Verlaine. Eine Anthologie der besten Übertragungen, hg. von Stefan Zweig 1902. Übers. von Stefan Zweig

Es gibt Menschen, die nur Regen und Sonnenschein kennen und haben. Es gibt aber auch Seelen voll taubildender Kraft – das sind die stillen, in sich reichen, triebkräftigen, die mehr innerlich als äußerlich erleben.

Auerbach, Auf der Höhe. Roman, 1865

Ruhe der Seele ist das einzige Glück, das wir während unserer Pilgerschaft genießen können, an welches kein Ruhm heranreicht.

Friedrich II. (der Große), Briefe. An Voltaire, am 3. November 1766

Edle Seele, entreiß dich dem Wahn Und den himmlischen Glauben bewahre! Was kein Ohr vernahm, was die Augen nicht sahn, Es ist dennoch, das Schöne, das Wahre! Es ist nicht draußen, da sucht es der Tor, Es ist in dir, du bringst es ewig hervor.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Die Worte des Wahns, 1800

Wessen Seele fähig ist, sich auf den Schwingen einer reinen poetischen Weltanschauung über die Trivialitäten des Lebens zu erheben, der geht nie verloren.

Rau, Beethoven, ein Künstlerleben. Kulturhistorisch-biographisch geschildert, 4 Bde., 1859

Wolken seh' ich abendwärts Ganz in reinste Glut getaucht, Wolken ganz in Licht zerhaucht, Die so schwül gedunkelt hatten. Ja, mir sagt mein ahnend Herz: Einst noch werden, ob auch spät, Wenn die Sonne untergeht, Mir verklärt der Seele Schatten.

Internet

O lieber Pan und ihr Götter, die ihr sonst hier zugegen seid, verleihet mir, schön zu werden im Innern, und daß, was ich Äußeres habe, dem Inneren befreundet sei.

Platon, Phaidros, entstanden um 360 v. Chr. 279b. Übersetzt von Friedrich Schleiermacher

Ruhe, meine Seele Nicht ein Lüftchen Regt sich leise, Sanft entschlummert Ruht der Hain; Durch der Blätter Dunkle Hülle Stiehlt sich lichter Sonnenschein. Ruhe, ruhe, Meine Seele, Deine Stürme Gingen wild, Hast getobt und Hast gezittert, Wie die Brandung, Wenn sie schwillt! Diese Zeiten Sind gewaltig, Bringen Herz und Hirn in Not – Ruhe, ruhe, Meine Seele, Und vergiß, Was dich bedroht!

Henckell, Buch des Kampfes, 1921

Nur von der Seele her kann der Himmel aufbrechen über die Erde.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Für Krankheiten der Seele gibt es kein Mittel zur Genesung – – – nur Betäubungsmittel.

Vogel, Im Zwielicht. Aphorismen, 1946

Wo eine Seele schweres Leid erduldet, Wo sie in heißen Kämpfen stritt, O, frage nicht, was sie verschuldet, Nein, frage nur, wie viel sie litt.

Internet

Eine ehrliche, wahre, geduldige, tapfere Seele muß man haben: das ist es, was not tut.

Carlyle, The life of John Sterling, 1851

Ein gesundes Menschengemüt und ein gesunder Baum werden durch Sturm nicht geknickt, sondern – wenn nur erst der Stamm widerstandskräftig ist – noch wurzeltiefer und wurzelfester.

Auerbach, Sämtliche Schwarzwälder Dorfgeschichten, entstanden 1842-80 (diverse Einzeldrucke), 10 Bde., 1884. Zehnter Band. Nach dreißig Jahren. III. Das Nest an der Bahn. 1. Kapitel

Von Krankheit mag der Körper wohl gesunden; doch Seelenschmerz heilt nicht wie Leibeswunden.

Internet