Sterben Sprüche – zeit
294 Sprüche gefunden
Weh dem, der sterben sah. Er trägt für immer Die weiße Blume bleiernen Entsetzens.
Ich gehe langsam aus der Welt heraus in eine Landschaft jenseits aller Ferne, und was ich war und bin und was ich bleibe, geht mit mir ohne Ungeduld und Eile in ein bisher nicht betretenes Land.
Mit jedem Menschen stirbt eine Welt.
Friedhöfe sind schweigende Gärten.
Gesetz ist Sterben, nicht Strafe, Und von der Welt, die du siehst, wird es einst heißen: sie war.
Beklage dich nicht über die Kürze deines Lebens, es gibt mehr Menschen, die zu früh als zu spät sterben.
Was die Erde mir geliehen, Fordert sie schon jetzt zurück. Naht sich, mir vom Leib zu ziehen Sanft entwindend Stück für Stück. Um so mehr, als ich gelitten, Um so schöner ward die Welt. Seltsam, daß, was ich erstritten, Sachte aus der Hand mir fällt. Um so leichter, als ich werde, Um so schwerer trag' ich mich. Kannst du mich, du feuchte Erde, Nicht entbehren? Frag ich dich. "Nein ich kann dich nicht entbehren, Muß aus dir ein' andern bauen, Muß mit dir ein' andern nähren, Soll sich auch die Welt anschauen. Doch getröste dich in Ruh'. Auch der andre, der bist du."
Der frühe Tod. Weine nicht o Mutter, daß ich zu frühe gestorben; kurzes Leben ist ja kurzes verschwundenes Leid.
Ich möchte, wenn ich sterbe, wie die lichten Gestirne schnell und unbewußt erbleichen, Erliegen möcht ich einst des Todes Streichen, Wie Sagen uns vom Pindaros berichten. Ich will ja nicht im Leben oder Dichten Den großen Unerreichlichen erreichen, Ich möcht, o Freund, ihm nur im Tode Gleichen; Doch höre nun die schönste der Geschichten! Er saß im Schauspiel, vom Gesang beweget, Und hatte, der ermüdet war, die Wangen Auf seines Lieblings schönes Knie geleget: Als nun der Chöre Melodien verklangen, Will wecken ihn, der ihn so sanft geheget, Doch zu den Göttern war er heimgegangen.
Wer der Geburt nicht entgangen ist, entgeht nicht dem Tode.
Todeserfahrung Wir wissen nichts von diesem Hingehn, das nicht mit uns teilt. Wir haben keinen Grund, Bewunderung und Liebe oder Haß dem Tod zu zeigen, den ein Maskenmund tragischer Klage wunderlich entstellt. Noch ist die Welt voll Rollen, die wir spielen. Solang wir sorgen, ob wir auch gefielen, spielt auch der Tod, obwohl er nicht gefällt. Doch als du gingst, da brach in diese Bühne ein Streifen Wirklichkeit durch jenen Spalt, durch den du hingingst: Grün wirklicher Grüne, wirklicher Sonnenschein, wirklicher Wald. Wir spielen weiter. Bang und schwer Erlerntes hersagend und Gebärden dann und wann aufhebend; aber dein von uns entferntes, aus unserm Stück entrücktes Dasein kann uns manchmal überkommen, wie ein Wissen von jener Wirklichkeit sich niedersenkend, sodaß wir eine Weile hingerissen das Leben spielen, nicht an Beifall denkend.
Elend Hab oft nicht zurecht mich gefunden Da draußen im Gedränge, Und oft auch wieder wurde Die Welt mir fast zu enge. Dann liebt' ich schnell und lebte schnell Und schürte mein Verderben Der Pöbel johlte – ich lachte Zu meinem lustigen Sterben.
Es war zu früh, nicht zu verstehen, es ist nicht gerecht und doch geschehen.
Das Leben stirbt, aber das Sein geht weiter.
Ihm hab ich mich ergeben, Zu sterben und zu leben, Sobald er mir gebeut; Es sei heut' oder morgen, Dafür laß ich ihn sorgen, Er weiß allein die rechte Zeit.
Zu sterben ist, Staub zu werden, und Staub wird aufgewirbelt - Ach, selbst noch auf diesem Wege gibt’s immer neue Ziele!
Entheb' dein Herz der Hoffnung – es muß gegangen sein, Weiß ward das schwarze Haar dir – es muß gegangen sein. O Wanderer du, töricht – ist jetzt die Zeit für Schlaf? Die Nacht schwand; nun ist Morgen: es muß gegangen sein!
Sterben ist wie eines Tages Ende. die aber am Ziel sind, haben den Frieden.
Der Tod, diese erhabene Abendröte unsers Thomastages, dieses herübergesprochene große Amen unserer Hoffnung, würde sich wie ein schöner, bekränzter Riese vor unser tiefes Lager stellen und uns allmächtig in den Äther heben und darin wiegen, würden nicht in seine gigantischen Arme nur zerbrochene, betäubte Menschen geworfen; nur die Krankheit nimmt dem Sterben seinen Glanz, und die mit Blut und Tränen und Schollen beschwerten und befleckten Schwingen des aufsteigenden Geistes hangen zerbrochen auf den Boden nieder.
Dulden muß der Mensch sein Scheiden aus der Welt, wie seine Ankunft: Reif sein ist alles.
Ich kenne jenen Berg Bachu, auf den sich der Himmel stützt: Er ist aus Tjhstein, 300 Ruten beträgt seine Länge. 120 Ruten sind seine Breite. Suchos, der Herr von Bachu, ist im Osten dieses Berges, sein Tempel ist aus Karneol. Eine Schlange ist auf dem Scheitel jenes Berges, 100 Ellen in ihrer Länge, davon sind vorn drei Ellen aus Feuerstein. Ich kenne den Namen dieser Schlange: "der auf seinem Berge, der in seinem Feuer" ist ihr Name. Aber zur Zeit des Abends wendet sie ihr Auge gegen Re, da gibt's ein Stillstehen unter der Schiffahrtsmannschaft und großes Staunen auf der Fahrt. Da beugt sich Seth ihr entgegen. Der Spruch, den er als Zauber sagt: "Ich trete dir entgegen, damit die Fahrt in Ordnung kommt. Du, den ich von fern gesehen habe, schließe dein Auge! Ich habe dich gefesselt, ich bin der Männliche, verhülle dein Haupt, damit du wohlbehalten bist und ich wohlbehalten bin. Ich bin der Zauberreiche". Dann geht das Auge des Re (das Sonnenschiff) ein zum Leben.