Sterben Sprüche – zeit
294 Sprüche gefunden
Der Weg zum Friedhof unterscheidet nicht zwischen Jungen und Alten.
Der Sterbende ist Gottes Freund.
Laß mich beizeiten Amen sagen, ehe mir der Teufel einen Querstrich durch mein Gebet macht.
Schätze, die bringst du doch nicht hinab zu des Acherons Fluten, Und in den stygischen Kahn steigst du ja nackt nur, o Tor!
Wer nicht eh stirbt, als er stirbt, Der vertirbt, wann er vertirbt.
Die Menschen schlafen; wenn sie aber sterben, dann wachen sie auf.
Sehr ungleich geht's auf Erden zu, Ich heut, der gestern, morgen du.
Meinen tongeformten Becher brach ich gestern Nacht entzwei; Trunken bin ich wohl gewesen, und mir däuchte, einen Schrei Hört' ich durch des Bechers Scherben, die am Boden lagen, schleichen: "Deinesgleichen war ich ehmals; morgen bist du meinesgleichen!"
Der Mensch gelangt an den Rand seines Grabes wie der Zerstreute an die Tür seines Hauses.
Alles, was geboren wird, stirbt.
Sterben ist entsetzlich! Und leben ohne Ehre hassenswert!
Ich war einst nicht und bin nicht mehr. Ich weiß nichts davon.
Der Todt Wann wir auß dieser Welt durch sterben uns begeben, So lassen wir den Ort; wir lassen nicht das Leben.
Denn die Geister hoher Weisen schweben Nicht in Nacht sich hüllend aus dem Leben In die Wohnung der Vergessenheit. Ihre Weisheit waltet fort hier oben; Ihrer Weisheit Götterwerke loben Die Entschwebten bis in Ewigkeit. Preis und Dank für ehrenwerte Taten; Preis und Dank für das, was sie geraten, Was sie wohl geordnet, wohl bestellt; Für die Fackel, die sie hoch gehalten, Die des Irrtums Chaos zu gestalten Wandelloser Wahrheit aufgehellt.
Denke zuweilen darüber nach: wer wird wohl einst deinem Sarge folgen? Wer wird wohl einst geneigt sein, für dein Grab einen Kranz zu winden?
Wenn ich heute stürbe, glaube ich, alt genug geworden zu sein. Ich bin dann wenigstens alt genug geworden, um sterben zu können.
Laß sterben, was sterben will, und schleppe dich mit ihm nicht müde! Du zwingst es doch nicht mehr zum Leben und zu der frohen Freude eines Sommers! Es hat die Kraft nicht mehr, dein Mitleid, deine Liebe dir zu danken, und zerrt dich selber nur in seinen Herbst! Laß sterben drum, was sterben will ... und ohne Klage!
Totensonntag 1893 Heute mir und morgen dir! So hört man die Glocken klingen, Wenn wir die Verstorbenen hier Auf den Gottesacker bringen. Aus den Gräbern ruft's herfür: Heute mir und morgen dir! Heute rot und morgen tot! Unser Leben eilt auf Flügeln, Und wir haben's täglich not, Dass wir uns an Andern spiegeln. Wie bald ruft des Herrn Gebot: Heute rot und morgen tot! Mensch, es ist der alte Bund, Und der Tod zählt keine Jahre; Bist du heute noch gesund, Denk an keine Totenbahre! Jedem kommt die letzte Stund', Mensch, das ist der alte Bund! Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! Ich will sterben, eh' ich sterbe, So wird mir die letzte Not Wenn sie kommt, doch nicht zu herbe. Rüste mich dazu mein Gott! Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! Selig, wer in Christo stirbt! Denn ihm wird der Tod zum Leben; Der das Leben hier erwirbt, Dem nur wird es dort gegeben. Wer nicht lebet, der verdirbt: Selig, wer in Christo stirbt!
Die Natur entlässt den Rückkehrenden unbekleidet, wie sie ihn unbekleidet empfängt.
Beim Sterben hat die Gemeinschaft nicht mitzuspielen; dieser Akt ist ein Monolog.
Lernt sterben, sprach im Hospital Ein Mönch zu einem kranken Greise. Was lernen? rief der graue Weise: Man kann es gleich beim erstenmal.