Wer nicht von dreitausend Jahren Sich weiß Rechenschaft zu geben, Bleib im Dunkeln unerfahren, Mag von Tag zu Tage leben.
Jeden Tag hat man Ursache, die Erfahrung aufzuklären und den Geist zu reinigen.
Wer sich mit reiner Erfahrung begnügt und darnach handelt, der hat Wahres genug. Das heranwachsende Kind ist weise in diesem Sinne.
Erfahrung kann sich ins Unendliche erweitern, Theorie nicht eben in dem Sinne reinigen und vollkommener werden. Jener steht das Universum nach allen Richtungen offen, diese bleibt innerhalb der Grenze der menschlichen Fähigkeiten eingeschlossen. Deshalb müssen alle Vorstellungsarten wiederkehren, und der wunderliche Fall tritt ein, daß bei erweiterter Erfahrung eine bornierte Theorie wieder Gunst erwerben kann.
Das Leben lehrt uns, weniger mit uns und andern strenge sein.
Es gibt keine Erfahrung, die nicht produziert, hervorgebracht, erschaffen wird.
Erfahrung bleibt des Lebens Meisterin.
Die Weisen sagen: beurteile niemand, bis du an seiner Stelle gestanden hast.
Habt ihr nie bemerkt, daß eine einzige eigne Erfahrung, uns eine Menge fremder benutzen lehrt.
Man spricht ja immer nur die Erfahrung identisch aus. Was man erfährt, das ist ja eben die Erfahrung und weiter nichts dahinter.
Erfahrung bleibt die beste Wünschelrute.
Die Erfahrung ist fast immer die Parodie auf die Idee.
Je weiter man in der Erfahrung fortrückt, desto näher kommt man dem Unerforschlichen; je mehr man die Erfahrung zu nutzen weiß, desto mehr sieht man, daß das Unerforschliche keinen praktischen Nutzen hat.
Ersparnis der Erfahrung, Sündflut der Erfahrung, Dinge, wovon man nicht reden würde, wenn man wüßte, wovon die Rede ist. Wie das Unbedingte sich selbst bedingen und so das Bedingte zu seinesgleichen machen kann.
Was dem einen widerfährt, Widerfährt dem andern; Niemand wäre so gelehrt, Der nicht sollte wandern.
Das unmittelbare Gewahrwerden der Urphänomene versetzt uns in eine Art von Angst: wir fühlen unsere Unzulänglichkeit; nur durch das ewige Spiel der Empirie belebt, erfreuen sie uns.
Man muß alt werden, um dieses alles [seine Arbeit] zu übersehen, und Geld genug haben, seine Erfahrungen bezahlen zu können.
Der Jüngling, wenn Natur und Kunst ihn anziehen, glaubt mit einem lebhaften Streben bald in das innerste Heiligtum zu dringen; der Mann bemerkt nach langem Umherwandeln, daß er sich noch immer in den Vorhöfen befinde.
Wen die Dankbarkeit geniert, Der ist übel dran; Denke, wer dich erst geführt, Wer für dich getan!
Begegnet uns jemand, der uns Dank schuldig ist, gleich fällt es uns ein. Wie oft können wir jemand begegnen, dem wir Dank schuldig sind, ohne daran zu denken!
Dem schönen Tag sei es geschrieben! Oft glänze dir sein heiteres Licht. Uns hörtest du nicht auf zu lieben doch bitten wir: Vergiß uns nicht!