Wie von unsichtbaren Geistern gepeitscht, gehen die Sonnenpferde der Zeit mit unsers Schicksals leichtem Wagen durch; und uns bleibt nichts, als mutig gefaßt die Zügel festzuhalten, und bald rechts, bald links, vom Steine hier, vom Sturze da, die Räder wegzulenken. Wohin es geht, wer weiß es? Erinnert er sich doch kaum, woher er kam.
Scheint mir die Sonne heut, um das zu überlegen, was gestern war? und um zu raten, zu verbinden, was nicht zu erraten, nicht zu verbinden ist, das Schicksal eines kommenden Tages?
Für alle Vögel gibt es Lockspeisen, und jeder Mensch wird auf seine eigene Art geleitet und verleitet.
Der Augenblick nur entscheidet Über das Leben des Menschen und über sein ganzes Geschicke.
Memento Kannst dem Schicksal widerstehen, Aber manchmal gibt es Schläge; Will's nicht aus dem Wege gehen, Ei, so geh' du aus dem Wege!
Widersacher, Weiber, Schulden, Ach! kein Ritter wird sie los.
Das Schicksal [...] ist ein vornehmer, aber teurer Hofmeister.
Ich bin der Eimer, den das Schicksal in den Brunnen wirft, um euch herauszuziehen.
Wie man es wendet und wie man es nimmt, Alles geschieht, was die Götter bestimmt!
Wir Menschen führen uns nicht selbst; bösen Geistern ist Macht über uns gelassen, daß sie ihren höllischen Mutwillen an unserm Verderben üben.
Es glaubt der Mensch, sein Leben zu leiten, sich selbst zu führen; und sein Innerstes wird unwiderstehlich nach seinem Schicksale gezogen.
Dein Los ist gefallen, verfolge die Weise, Der Weg ist begonnen, vollende die Reise: Denn Sorgen und Kummer verändern es nicht, Sie schleudern dich ewig aus gleichem Gewicht.
Wie oft werden wir von einem scharf ins Auge gefaßten Ziel abgelenkt, um ein höheres zu erreichen! Der Reisende bricht unterwegs zu seinem höchsten Verdruß ein Rad und gelangt durch diesen unangenehmen Zufall zu den erfreulichsten Bekanntschaften und Verbindungen, die auf sein ganzes Leben Einfluß haben. Das Schicksal gewährt uns unsre Wünsche, aber auf seine Weise.
Es ist manchmal, als wenn das, was wir Schicksal nennen, gerade an guten und verständigen Menschen seine Tücken ausübte, da es so viele Narren und Bösewichter ganz bequem hinschlendern läßt. Fromme Leute mögen das auslegen, wie sie wollen, und dadrin eine prüfende Weisheit finden; uns andern kann es nur verdrießlich und ärgerlich sein.
Glücklich, daß das Schicksal, das uns quälet, uns doch nicht verändern mag!
Des Menschen Verdüsterungen und Erleuchtungen machen sein Schicksal!
Denn wer im Wege steht dem Geschick, das dem endlichen Ziele Furchtbar zueilt, stürzt in den Staub, ihn zerstampfen die Rosse.
Was mit mir das Schicksal gewollt? Es wäre verwegen, Das zu fragen; denn meist will es mit vielen nicht viel. Einen Dichter zu bilden, die Absicht wär ihm gelungen, Hätte die Sprache sich nicht unüberwindlich gezeigt.
So hetzt eins das andre; und was man abzuwenden sucht, das macht sich erst recht.
Er pflegte gern zu behaupten, daß sowohl bei der Erziehung der Kinder als bei der Leitung der Völker nichts ungeschickter und barbarischer sei als Verbote, als verbietende Gesetze und Anordnungen.
Als neulich der Schnee lag und meine Nachbarskinder ihre kleinen Schlitten auf der Straße probieren wollten, sogleich war ein Polizeidiener nahe, und ich sah die armen Dingerchen fliehen, so schnell sie konnten. Jetzt, wo die Frühlingssonne sie aus den Häusern lockt und sie mit ihresgleichen vor ihren Türen gern ein Spielchen machten, sehe ich sie immer geniert, als wären sie nicht sicher und als fürchteten sie das Herannahen irgendeines polizeilichen Machthabers. Es darf kein Bube mit der Peitsche knallen, oder singen, oder rufen, sogleich ist die Polizei da, es ihm zu verbieten. Es geht bei uns alles dahin, die liebe Jugend frühzeitig zahm zu machen und alle Natur, alle Originalität und alle Wildheit auszutreiben, sodaß am Ende nichts übrig bleibt als der Philister.