Ein alter Mann ist stets ein König Lear! – Was Hand in Hand mitwirkte, stritt, Ist längst vorbeigegangen, Was mit und an dir liebte, litt, Hat sich woanders angehangen; Die Jugend ist um ihretwillen hier, Es wäre törig zu verlangen: Komm, ältele du mit mir.
Das Schlechte kannst du immer loben, Du hast dafür sogleich den Lohn! In deinem Pfuhle schwimmst du oben Und bist der Pfuscher Schutzpatron.
Mir bleibt genug! Es bleibt Idee und Liebe!
Das Alter muß docheinenVorzug haben, Daß wenn es auch dem Irrtum nicht entgeht, Es doch sich auf der Stelle fassen kann.
Ich bin zu alt, um etwas zu tadeln, Doch immer jung genug, etwas zu tun.
Laßt zahme Xenien immer walten, Der Dichter nimmer gebückt ist. Ihr ließt verrückten Werther schalten, So lernt nun, wie das Alter verrückt ist.
Läßt mich das Alter im Stich? Bin ich wieder ein Kind? Ich weiß nicht, ob ich oder die andern verrückt sind.
Wer lange lebt, hat viel erfahren, Nichts Neues kann für ihn auf dieser Welt geschehn.
Da ich noch ein Kind war, hört ich stets: der Jugend Führer sei das Alter; beiden sei, nur wenn sie als Verbundne wandeln, Glück beschert.
Man spricht immer vom Studium der Alten; allein was will das anders sagen als: Richte dich auf die wirkliche Welt und suche sie auszusprechen; denn das taten die Alten auch, da sie lebten.
Die echte Konversation Hält weder früh noch Abend Stich; In der Jugend sind wir monoton, Im Alter wiederholt man sich.
Wenn man fühlt, daß man mit den Jahren vielleicht an Übersicht und Geschmack gewonnen hat, so glaubt man einigen Ersatz zu sehen, wenn sich Energie und Fülle nach und nach verlieren will.
Die Männer altern, und die Frauen verändern sich.
Und so bleibt denn im höchsten Alter uns die Pflicht noch übrig, das Menschliche, das uns nie verläßt, wenigstens in seinen Eigenheiten anzuerkennen und uns durch Reflexion über die Mängel zu beruhigen, deren Zurechnung nicht ganz abzuwenden ist.
Alles geben Götter, die unendlichen, Ihren Lieblingen ganz, Alle Freuden, die unendlichen, Alle Schmerzen, die unendlichen, ganz.
Laß unsern Herrgott aus dem Spaß.
Gottes ist der Orient! Gottes ist der Okzident! Nord- und südliches Gelände Ruht im Frieden seiner Hände.
Wie einer ist, so ist sein Gott, Darum ward Gott so oft zum Spott.
Was der Mensch alsGottverehrt, Ist sein eigenstes Innere herausgekehrt.
Es gibt Theologen, die wollten, daß es nur einen einzigen Menschen in der Welt gegeben hätte, den Gott erlöst hätte; denn da hätte es keine Ketzer geben können.
Gott, wenn wir hoch stehen, ist alles; stehen wir niedrig, so ist er ein Supplement unsrer Armseligkeit.