Zu Liebesboten taugen nur Gedanken, die zehnmal schneller fliehn als Sonnenstrahlen, wenn sie die Nacht von finstern Hügeln scheuchen.
XVIII Soll ich denn einen Sommertag dich nennen, dich, der an Herrlichkeit ihn überglänzt? Dem Mai will Sturm die Blütenpracht nicht gönnen, und Sommers Herrschaft ist so eng begrenzt. Oft leuchten seines Blickes Feuerfarben, doch bald auch hört das goldne Glänzen auf, bis seine allerletzten Spuren starben in Wechsel und natürlichem Verlauf. Dir aber soll der Sommer niemals scheiden, die Zeit sei fern, daß Schönheit dir verdirbt. Des Todes gier'ger Blick weiß dich zu meiden: mein Wort verhütet, daß dein Wesen stirbt. Solange Ohren hören, Augen sehn, besteht mein Lied, wirst du im Lied bestehn!
Liegt junger Männer Liebe Denn in den Augen nur, nicht in des Herzens Triebe?
April ist dir im Aug', der Liebe Lenz, Und Tränen sind der Regen, die ihn künden.
Die Liebe böser Freunde wird zur Furcht, Die Furcht zum Haß, und einem oder beiden Bringt Haß Gefahren und verdienten Tod.
Bleibt, o bleibt, ihr Lippen ferne, Die so lieblich falsch geschworen; Und ihr Augen, Morgensterne, Die mir keinen Tag geboren! Doch den Kuß gib mir zurück, Gib zurück, Falsches Siegel falschem Glück, Falschem Glück!
Kein steinern Bollwinkel kann der Liebe wehren, und Liebe wagt, was Liebe kann.
Wie Schatten flieht die Lieb, indem man sie verfolgt; sie folgt dem, der sie flieht, und flieht den, der ihr folgt.
Streitsücht'ge Liebe! Du Alles, aus dem Nichts zuerst erschaffen! Schwermüt'ger Leichtsinn! Ernste Tändelei! Entstelltes Chaos glänzender Gestalten! Bleischwinge! Lichter Rauch und kalte Glut! Stets wacher Schlaf, dein eignes Widerspiel! So fühl ich Lieb' und hasse, was ich fühl'!
Eine Frag' ist's, die zu lösen bliebe, Ob Lieb' das Glück führt oder Glück die Liebe.
Und wie liebt' er meine Mutter! Des Himmels Lüfte schienen ihm zu rauh, um ihr Gesicht zu streifen.
Liebe ist nicht Liebe, wenn sie sich mit Nebenrücksicht vermengen kann.
Der Liebe leichte Schwingen trugen mich; kein steinern Bollwerk kann der Liebe wehren; und Liebe wagt, was irgend Liebe kann.
Wann Lieb' und Einfalt sich zu reden nicht erdreisten, dann, dünkt mich, sagen sie im Wenigsten am meisten.
Man könnte ebensogut Feuer im Schnee entzünden wie den Versuch machen, das Feuer der Liebe mit Worten zu löschen.
Wer mäßig liebt, der liebt um desto länger; Trägheit und Hast sind beide schlechte Gänger.