... du [das Leben] bist nur Narr des Todes, denn durch die Flucht strebst du ihm zu entgehn und rennst ihm ewig zu.
Leben ist nur ein wandelnd Schattenbild; Ein armer Komödiant, der spreizt und knirscht Sein Stündchen auf der Bühn', und dann nicht mehr Vernommen wird: ein Märchen ist's, erzählt Von einem Dummkopf, voller Klang und Wut, Das nichts bedeutet.
Du weißt, es ist gemein: was lebt, muß sterben Und Ew'ges nach der Zeitlichkeit erwerben.
So ist des Menschen Treiben: heute sprießen Der Hoffnung zarte Knospen, morgen blüh'n sie Und kleiden ihn in dichten Blumenschmuck, Und übermorgen, tötlich, kommt der Frost, Und wenn er wähnt, der gute sichre Mann, Die Größe reife, – nagt ihm der die Wurzel Und fällt ihn.
Was ist Leben? Ein Schatten, der vorüberstreicht.
Des Lebens Zeit ist kurz; Die Kürze schlecht verbringen, wär' zu lang.
Das Gewebe unsres Lebens besteht aus gemischtem Garn, gut und schlecht durch einander. Unsre Tugenden würden stolz sein, wenn unsre Fehler sie nicht geißelten, und unsre Laster würden verzweifeln, wenn sie nicht von unsern Tugenden ermuntert würden.
Freundschaft hält stand in allen Dingen, nur in der Liebe Dienst und Werbung nicht.
Wozu hätten wir Freunde nötig, wenn wir sie nie nötig hätten?
Verwandte Seelen knüpft der Augenblick Des ersten Seh'ns mit diamantenen Banden.
Mein andres Selbst! Du meine Ratsversammlung, Orakel und Prophet!
Wenn vierzig Winter deine Stirne drücken Und tiefe Furchen deiner Schönheit ziehn, Sinkt deiner Jugend Kleid, von allen Blicken Bewundert heut, zerfetzt und wertlos hin.
Der Bodensatz der Freundschaft ist Verdruß.
O schlimme Zeit! So tief kann nichts verwunden, Als wird im Freund der schlimmste Feind gefunden.
Die Freundschaft ist falsch, und die Liebe nur Träumen.
Wer ihn nicht braucht, dem wird ein Freund nicht fehlen, und wer in Not versucht den falschen Freund, verwandelt ihn sogleich in einen Feind.