Alter Sprüche – kinder

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Auf das Alter Dem Alter nicht, der Jugend sei's geklagt, Wenn uns das Alter nicht behagt.

Lessing, G. E., Gedichte. Sinngedichte, Nachlese

Mit dem Alter streift man die Erziehung allmählich wieder ab und kehrt zur Natur zurück – zur eignen aber.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Gedanken hat das Alter, die Jugend hat Ideen.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Jugend hat viel Herrlichkeit, Alter Seufzen viel und Leid.

Eschenbach, Parzival, 1200-1210

Die Alten bestimmten die Moral, da sie ihre Triebe zu beherrschen gelernt haben, als sie schwach geworden waren; die Jungen erlauben sich ihr Ausleben und missachten das, was den Alten immer teuer war – die feste Form, die Hierarchie und den Schutz des Erreichten an Besitz, Bildung, gesellschaftlicher Stellung.

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Es ist nichts Tröstlicheres in älteren Jahren, als aufkeimende Talente zu sehen, die eine weite Lebensstrecke auszufüllen versprechen.

Goethe, J. W., Briefe. An Abraham Mendelssohn-Bartholdy, 5. Dezemer 1821

Mit zunehmendem Alter wird man nicht klug, man weiß nur genauer, daß es die anderen auch nicht sind.

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Die Blumen der Freude im Herbst des Alters geruchlos; des Frühlings in der Jugend vielleicht giftig, die der Mitte recht.

Jean Paul, Vorläufige Gedanken, entstanden 1816 (posthum veröffentlicht). VII. Leiden, Alter, Sterben, Tod, Trauer, Sohn

Alt zu werden unter jugendlichen Völkern, scheint mir eine Lust, doch alt zu werden, da wo alles alt ist, scheint mir schlimmer, denn alles.

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Zweiter Band. Zweites Buch. Hyperion an Bellarmin

Das Alter wird geizig und sucht Geld, bloß weil es die kühnen Ideale der Jugend nicht mehr hat, und seine Kräfte ausgesprochen und nun nichts weiter braucht, als Ruhe, die ihm Geld am besten gewährt.

Förster (Hg.), Denkwürdigkeiten aus dem Leben von Jean Paul Friedrich Richter. Zur Feier seines hundertjährigen Geburtstages, 4 Bde., 1863

Alte Kuh gar leicht vergisst, Dass sie ein Kalb gewesen ist.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

An den Kindern merke ich, daß ich älter werde; gottlob an mir noch nicht.

Schlichting (Hg.), Weiser Humor – Lachende Philosophie. 1000 der besten boshaften Sinnsprüche, gesammelt von Wilhelm Schlichting, Verlag Wilhelm Schlichting, Stuttgart-Gablenberg 1931

Die Jugend kann auf spät're Zeit vertrau'n, Allein das weiße Haar wird nicht mehr braun; Stets enger wird der Platz, zu dem du eilst, Je länger du auf dieser Erde weilst.

Firdausi, Heldensagen, übersetzt von Adolf Friedrich von Schack 1865. I, 3. Seim und Tur senden eine Botschaft an Feridun

Das reife Alter ist aller Freuden des blühenden Jugendalters fähig und das hohe Alter aller Freuden der Kindheit.

Joubert, Gedanken und Maximen, in: Die französischen Moralisten: Neue Folge. Galiani, Fürst von Ligne, Joubert, Dieterich Verlag 1940. Über Lebensalter, Leben und Tod

Jung zu Jung und Alt zu Alt, jeder sich zu sein's Gleichen halt'.

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Mancher will jung sein, und hat schon siebzigmal Ostereier gegessen.

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Wenn man jung ist, hat man Zähne und kein Brot, und wenn man alt ist, hat man Brot und keine Zähne.

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In der Jugend verzagt ist im Alter verzweifelt.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Jugend wild, Alter mild.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

In jungen Jahren sammelt man Schätze für sein Alter; im Alter spart man für den Tod. Der verschwenderische Erbe richtet ein prächtiges Leichenbegräbnis aus und verpraßt das übrige.

La Bruyère, Die Charaktere oder Die Sitten im Zeitalter Ludwigs XIV. (Les Caractères de Théophraste, traduits du grec, avec les caractères ou les mœurs de ce siècle), 1688. Über zufällig erworbenen Reichtum

Verschwenderischer Jüngling, bedürftiger Greis.

Zoozmann (Hg.), Zitaten- und Sentenzenschatz der Weltliteratur alter und neuer Zeit, 1910