Leben Sprüche – glück

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Das Leben mit andern ist gut, aber das Leben mit sich selber ist besser.

Auerbach, Das Landhaus am Rhein. Roman, 5 Bde., 1869

Von meinem Erdenleben Soll nichts mehr bleiben als ein Jubelton, Der im Sonnengold verschwimmt Und dessen Widerhall Die Herzen der Erdenpilger Zu Dank und Andacht stimmt!

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Wenn man nicht feste, ruhige Linien am Horizonte seines Lebens hat, Gebirgs- und Waldlinien gleichsam, so wird der innerste Wille des Menschen selber unruhig, zerstreut und begehrlich wie das Wesen des Städters: Er hat kein Glück und gibt kein Glück.

Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 2. erweiterte Auflage 1886 (EA: 1878). Erster Band. Fünftes Hauptstück. Anzeichen höherer und niederer Kultur

Das Leben in der Fremde lehrt Genügsamkeit. Ein Stück Brot und eine Streu sind hochwillkommene Mittel gegen Hunger und Ermattung.

Diels/Kranz (Hg.), Die Fragmente der Vorsokratiker, hg. von Hermann Diels und Walther Kranz, 3 Bde., 1903-10. 247.

Das Leben froh genießen, ist eine Kunst gar wert, Die Professorenweisheit, Magisterwitz nicht lehrt. Mußt sie vom Leben lernen, das lehrt ohn' Unterlaß, Dann wird das Universum dir Universitas.

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Das Leben ist uns von der Natur als Wohltat gegeben. Wenn es infolge Gebrechen aufhört, eine solche zu sein, steht es jedem frei, es nach seinem Gutdünken zu beenden.

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Das Leben bringt so viel Großes, das Groll erregt, daß man lernen muß, freundlich über das Kleine hinwegzugehen, wenn man nicht ein mürrischer Gesell werden will.

Ebers, Uarda. Roman aus dem alten Aegypten, 3 Bde., 1877

Man ist nie glücklicher als wenn uns starkes Gefühl bestimmt, nur in dieser Welt zu leben. Mein Unglück ist nie in dieser sondern in einer Menge von möglichen Ketten von Verbindungen zu existieren, die sich meine Phantasie unterstützt von meinem Gewissen schafft, so geht ein Teil meiner Zeit hin, und keine Vernunft ist im Stand darüber zu siegen. Dieses verdiente sehr auseinander gesetzt zu werden. Lebe dein erstes Leben recht, damit du dein zweites genießen kannst. Es ist immer im Leben wie mit der Praxis des Arztes, die ersten Schritte entscheiden. Das ist doch Unrecht irgendwo, in der Anlage oder im Urteil?

Lichtenberg, Sudelbuch J, 1789-1794. [J 948]

Es freue sich, Wer da atmet im rosigten Licht! Da unten aber ists fürchterlich, Und der Mensch versuche die Götter nicht Und begehre nimmer und nimmer zu schauen, Was sie gnädig bedecken mit Nacht und Grauen.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Der Taucher, 1797

Das Los der Gesegneten liegt im Genusse höherer Erkenntnis, erweiterter Tätigkeit und Seligkeit, d. i. Gottesgemeinschaft; wofür? Für geringe Taten und gegen kleine Leiden.

Werner, Herder als Theologe. Ein Beitrag zur Geschichte der protestantischen Theologie, 1871

Drei gute Dinge sind: strenge Erziehung, heilsame Stöße des Schicksals und Durst nach Wahrheit. Man darf wohl fröhlich sein; drei Dinge sind schön: ein wohlgeratener Mann, eine wohlgetan hold Weib und der blaue lichte Himmel. Drei Dinge sind schöner: Gesang, edle Sitten und gutes Gespräch. Drei Dinge sind die schönsten: Erkenntnis, Tätigkeit und selbstlose Liebe. Drei Dinge sind klein: ein Floh, ein Zwerg und ein Mensch, der nicht sterben will den Tod des Ich. Drei Dinge sind häßlich: eine Kröte, die dumpfe Lust und die Angst vor dem Geistlicht.

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Verachtet mich jemand? Das ist seine Sache. Meine Sache aber ist es, nichts zu tun oder zu sagen, was Verachtung verdient. Haßt er mich, so ist das wieder seine Sache, die meinige dagegen, liebreich und wohlwollend gegen alle Menschen zu sein [...].

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 11,13. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Es wäre besser gewesen, es wie alle Welt zu machen, das Leben weder zu ernst noch allzu lächerlich zu nehmen.

Flaubert, November (Novembre), 1842; deutsch von E. W. Fischer, Leipzig 1916

Drachenhort Es reift am Lebensbaum in immer neuer Und wechselnder Gestalt wohl manche Frucht, Doch drunter wacht ein mächtig Ungeheuer, Das lauert tückisch, ob der Mensch versucht Nach jenem Schatz die kühne Hand zu heben! Es lächelt hämisch, wenn er kämpft und ringt... O laß die Frucht! Du wirst sie nie erstreben, Weil stets das Ungeheuer sie verschlingt. Die gold'nen Früchte nennt man: Lebensglück, Das Ungeheuer aber Mißgeschick!

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Es geschieht so oft, daß uns aus scheinbaren Vorzügen Schaden und aus scheinbaren Mängeln das Heil unseres Lebens erwächst.

Ebers, Uarda. Roman aus dem alten Aegypten, 3 Bde., 1877

Je sinnlicher wir leben, desto leichter geht der ganze Stoffwechsel vor sich, desto heiterer wird der Geist, desto gesünder der Körper.

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Das Leben könnte viel heitrer sein, wenn die Menschen es ernster nehmen wollten.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Der kleine Affenpinscher kläfft jeden an, auch wenn ihm keiner was tut – der große Bernhardiner bellt nur, wenn er gereizt wird. So ist die geistige Überhebung der Dummen stets in der Offensive, während die geistige Überlegenheit der Klugen nur in der Defensive zutage tritt.

Sacks, Kabarett des Lebens, o.J. [1925]

Jeder lebt sein Leben – auch wenn es verpfuscht ist.

Vogel, Im Zwielicht. Aphorismen, 1946

Lied des Dichters Sonnenschein und Blumenbeete, Alle Blüten sind ja dein! Denk' nicht dran, wie oft verwehte, Was so schön im Frühlingsschein! Weiß und rote Apfelblüten Breiten über dich ihr Zelt; Kümmert's dich, daß Stürme wüten Und die Pracht zu Boden fällt? Willst du gar nach Früchten fragen In des Baumes Blütezeit? Warum seufzen, warum klagen? Kommt ja ohnehin das Leid! Mögen bied're Vogelscheuchen Klappern doch auf ihrer Stang', Schöner als ein ängstlich Keuchen Klingt ein lust'ger Vogelsang. Warum nur den Sperling jagen Von dem reichen Apfelbaum? Mag als Sanglohn ihm behagen, Daß dein Hoffen blieb ein Traum? Glaube, du gewinnst beim Tausche, Hast du statt der Frucht Gesang; Denke, daß die Zeit verrausche! – Auch die Jugend währt nicht lang. Ich will leben, ich will singen, Bis die letzte Hecke kahl. Mag, wer will den Acker düngen Mit den Blättern, gelb und fahl! Auf den Zaun denn! draußen schimmert's, Jedes Tierlein sucht sein Fest; Mir die Blumen; wen bekümmert's, Wer da nimmt den toten Rest!

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Lebst du mit ihr gemeinsam – dann fühlst du dich recht einsam. Bist du aber alleine – dann frieren die Beine. Lebst du zu zweit? Lebst du allein? Der Mittelweg wird wohl das richtige sein.

Tucholsky, Briefe. An Dr. Hedwig Müller, 29. März 1934