Leben Sprüche – glück

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Unglücksrabe So oft ich der alten Nachbarin In ihrem Shawltuch begegnet bin, Wenn die Sonne grade recht hell gestrahlt, Als bekäm sie's heute extra bezahlt – Dann zeigte die alte Nachbarin Mit der welken Hand nach dem Himmel hin Und kniff den Mund so besonders ein, Als biß sie in etwas Saures hinein, Und meinte: "Wenn's nur so bleibt!" So ist's mir im Leben mit Vielen ergangen, Die wußten mit Freude nichts anzufangen Und riefen in jeden Sonnenschein Ihr krächzendes "Wenn's nur so bleibt" hinein! Sie hätten am liebsten der ganzen Welt Das arme bißchen Lachen vergällt Und trauen noch in der Grabesruh Dem Herrgott den ewigen Frieden nicht zu Und meinen: "Wenn's nur so bleibt!"

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Das Leben ist ein beschneites Feuerwerk.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1845

Vorsatz Den flüchtigen Tagen Wehrt keine Gewalt; Die Räder am Wagen Entfliehn nicht so bald. Wie Blitze verfliegen, So sind sie dahin, Ich will mich vergnügen, Solang ich noch bin!

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Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit.

Humboldt, W., Briefe. An seine Frau Caroline von Humboldt, 1804

Manches Leben hat mehr Sonn- als Sonnentage.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Glücklich, der nach seinem Sinne leben kann, ohne dabei eine Pflicht zu verletzen.

Ebner-Eschenbach, Aus einem zeitlosen Tagebuch, 1916

Das Leben hat nur einen wirklichen Charme: Das Spiel. Aber wenn es einem gleichgültig ist, zu verlieren oder zu gewinnen?

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Lange leben und angenehm leben, heißt für zwei leben, und ist die Frucht des Friedens.

Gracián, Handorakel und die Kunst der Weltklugheit (Oráculo manual y arte de prudencia), 1647. Erste deutsche Übersetzung 1711. Hier in der Übersetzung von Arthur Schopenhauer 1828-32, Erstdruck 1871. [192.]

Was dir auch begegnen mag im Leben, es soll dir, wenn nicht alles an die Spitze des Degens, doch nichts an den Griff kommen.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Daß wir die Melodie unseres Lebens selber spielen, das wünschen wir uns. Und daß sie uns, auch wenn es hier und dort mal einen Misston gibt, doch zu einem harmonischen Ganzen gerät, denn es kommt immer darauf an, daß, wie und wo man marschiert, man allerorts die Musik des Lebens hört.

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Und fürwahr: der verliert sehr viel von diesem schönen Leben, der nicht bisweilen eine glückliche Dummheit wagt. Das Leben ist sehr traurig, wenn es nur vernünftig ist.

Hille, Die Hassenburg. Roman aus dem Teutoburgerwalde, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 4, hg. von seinen Freunden, 1905 (posthum)

Kommt man in der einen Welt nicht auf seine Kosten, dann eben in einer anderen.

Voltaire, Candide oder der Optimismus (Candide ou l'optimisme), dt. auch: 'Candide oder die beste aller Welten' oder 'Kandid oder die beste Welt', 1759 (unter dem Pseudonym Docteur Ralph)

Man ist nur eigentlich lebendig, wenn man sich des Wohlwollens andrer freut.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus: Wilhelm Meisters Wanderjahren. Betrachtungen im Sinne der Wanderer

Und je freier man atmet, je mehr lebt man.

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Ach, Freund, was für ein tolles, verschwiegenes Leben lebe ich! So allein, allein!

Nietzsche, F., Briefe. An Erwin Rohde, 22. Februar 1884

Wenn einem der Lebensweg malhört, soll man immer selber schuld dran sein: kommt man anständig durch, ist immer das unverdiente Glück schuld dran gewesen.

Raabe, Gedanken und Einfälle (Sämtliche Werke, Dritte Serie, Bd. 6), 1913

Leben ohne Eitelkeit Sieh, mein Außenbild ist fügsam, sieh, mein Haben, so genügsam, achtet wohl des Gleichgewichts. Hat es wenig, dankt für viel es, wahrt des Weges, Maßes, Zieles und Verzichts. Doch mein Innensein verzichtet, eh es sich genügsam richtet, achtet nicht des Gleichgewichts. Immer steig' es oder fall' es, hat es vieles, will es alles oder nichts!

Kraus, Worte in Versen I-IX, 1922-1930. I, 1916

Das Leben ist eine Skatpartie. Das Geschick allein hilft nicht. Aber selbst wenn die Minderbegabten oft die meisten Wenzel haben, können sie nur durch ihr Glück das Spiel auch noch nicht gewinnen.

Weber, Ohne Maulkorb. Gereimte Satiren, 1905

Leichter Sinn Und wie wär' es nicht zu tragen Dieses Leben in der Welt? Täglich wechseln Lust und Plagen, Was betrübt und was gefällt. Schlägt die Zeit dir manche Wunde, Manche Freude bringt ihr Lauf; Abereinesel'ge Stunde Wiegt ein Jahr von Schmerzen auf. Wisse nur das Glück zu fassen, Wenn es lächelnd dir sich beut! In der Brust und auf den Gassen Such' es morgen, such' es heut. Doch bedrängt in deinem Kreise Dich ein flüchtig Missgeschick, Lächle leise, hoffe weise Auf den nächsten Augenblick. Nur kein müßig Schmerzbehagen! Nur kein weichlich Selbstverzeihn! Kommen Grillen, dich zu plagen, Wiege sie mit Liedern ein. Froh und ernst, doch immer heiter Leite dich die Poesie, Und die Welle trägt dich weiter, Und du weißt es selbst nicht wie.

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte. Drittes Buch. Athen

Genau besehen und gerecht beurteilt, ist in Wahrheit das Leben ebenso reich, wenn nicht reicher, an Freude als an Leid. Es ist nur die Pupille unseres Auges oft für das Dunkle empfindlicher als für das Helle.

Keppler, Mehr Freude, 1909

Das Leben ist ein Paradies, und alle sind wir im Paradiese, wir wollen es nur nicht wahrhaben; wenn wir es aber wahrhaben wollten, so würden wir morgen im Paradiese sein.

Dostojewski, Die Brüder Karamasow, 1878-80