Leben Sprüche – sinn
1867 Sprüche gefunden
Ich für mich kann das ganze Leben eines Menschen in seinen Verflechtungen nur als ein göttliches Geheimnis – nicht: verstehen, sondern: betrachten.
Sitz locker im Sattel des Lebens!
Im Leben kommt es nicht darauf an, ein gutes Blatt in der Hand zu haben, sondern mit schlechten Karten gut zu spielen.
Das Leben ist ein unabsehbares Feld, wenn man es von vorn ansieht. Und es ist kaum zwei Spannen lang, wenn man am Ende zurückschaut.
… denn darin besteht das Leben der Welt, daß ein Streben und Erringen und darum ein Wandel ist …
Genaugenommen leben sehr wenige Menschen in der Gegenwart, die meisten bereiten sich gerade vor, demnächst zu leben.
Gehen Sie nicht herum, um zu erzählen, daß die Welt Ihnen einen Unterhalt zum Leben schuldet. Die Welt schuldet Ihnen nichts, denn sie war vor Ihnen da!
Das Leben besteht nicht nur in der Hauptsache aus Tatsachen und Geschehnissen. Es besteht im wesentlichen aus dem Sturm der Gedanken, der jedem durch den Kopf tobt.
Der predigt von des Lebens Nichtigkeit, Und jener von des Lebens Wichtigkeit; Hör' beides wohl, mein Sohn, und merke dir: Halb hat's mit beiden seine Richtigkeit!
Ein einziger Gedanke geht durch die ganze Schöpfung hindurch: Selbsterhaltung alles Geschaffenen, das Anklammern alles Daseienden an das Dasein. Dies beginnt bei der toten Materie und endet mit dem Sittlichen.
Willst du, daß andere für dich leben, verleugne dich selbst und lebe für andre.
Und was der Tod versprochen, Das bricht das Leben nicht.
Kein Tod ist herrlicher, als der ein Leben bringt. Kein Leben edler, als das aus dem Tod entspringt.
Wer sich erhebt, Muß stets in Sorgen schweben; Nur der kann glücklich leben, Der im Verborgnen lebt.
Beneidenswert ist, wer für andre Wesen, Wer für ein Liebes lebt und kämpft und leidet, Wer für sich selbst nur lebt, ist arm.
Kein Leben, das sich lohnt, ist leicht.
Ein Leben, das nicht kritisch untersucht wird, ist es nicht wert, gelebt zu werden.
Das Leben wird für uns das sein, wozu wir es machen: Der Frohe schafft sich eine fröhliche Welt, der Betrübte eine traurige.
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge zieh'n. Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn. Ich kreise um Gott, um den uralten Turm, und ich kreise jahrtausendelang, und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang.
Meide den Irrtum, daß es Entbehrungen gäbe für den geschehenen Entschluß, diesen: zu sein!
Sage mir, was ist dein Leben, Lieber! Sag es, Menschenkind! Ist es nicht gleich als ein Wind, Als ein Schiff, der See ergeben? Schießt es nicht so schnell dahin, Als ein Strom von Anbeginn? Ist es nicht als Meereswellen, Die der hart erboste Nord Aufgereizt und jaget fort, Wann er schrecklich pflegt zu bellen, Als ein Nebel, den der Tag Nun nicht mehr vertragen mag? Schmilzt es nicht, als Schnee und Schlossen; Als das Eis, das noch so steif; Schwind't es nicht, als Tau und Reif; Wann die Wind' aus Süden stoßen, Wann die Sonne Kraft erreicht, Nacht und Frost und Kälte weicht? Flieht es nicht, gleich als ein Schatten, Als ein Rauch, der nicht besteht; Als ein Dampf, der bald vergeht; Als die bunt beblümten Matten; Als die Blüten um den Ast, Den der Sturm itzt angefaßt: Als ein Gras, das vor dem Meier Seinen Stengel niederstreckt, Und den Boden überdeckt: Als ein Kräutlein um den Weiher, Welches, wann's am schönsten grünt, Mancher Hand zum Raube dient? Faellt es nicht dahin als Blätter? Fleugt es nicht als Spreu und Staub, Die des kleinsten Windleins Raub Bei des Herbstes schönstem Wetter? Wird es nicht zu lauter Nichts Als ein Strahl des Wetterlichts? Ist wohl etwas jemals kommen In des Menschen Sinn und Witz, Das, gleich als der jaehe Blitz, Seine Flucht so rasch genommen? Doch ist unser Lebensglas Rascher aus, als alles das.