Liebe Sprüche – hoffnung

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Denn der Ewge herrscht auf Erden, Über Meere herrscht sein Blick; Löwen sollen Lämmer werden, Und die Welle schwankt zurück. Blankes Schwert erstarrt im Hiebe, Glaub und Hoffnung sind erfüllt; Wundertätig ist die Liebe, Die sich im Gebet enthüllt.

Goethe, J. W., Erzählungen. Novelle, in: Werke, Ausgabe letzter Hand, Cotta, Stuttgart 1828

Ehe die Menschen die Liebe nicht am Kreuze sehn, glauben sie nicht von ihr erlöst zu sein.

Hoddick (Hg.), Aphorismenschatz der Weltliteratur. Weltliche Texte für Rede und Schrift, 1898

O menschliche Liebe! Du gibst uns auf Erden schon das, was wir uns vom Himmel erwarten.

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Fassung Kaum ruhte ich in ihren Armen Wie nach dem Sturm im Hafen aus, So reißt die Welle ohn' Erbarmen Mich wieder in die See hinaus. So tobt denn, Winde! heule, Brandung! Ihr wilden Fluten meint es gut – Nur nach dem Sturme freut die Landung, Und nur im Kampfes reift der Mut.

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Holde Liebe! Immer aufs neue ersinnst du Sommernachtsträume und Wintermärchen! Du umspinnst die irdische Bedürftigkeit mit goldigem Schimmer und täuschest über die Größe der Opfer, welche wir bringen. Selbst wenn du uns eine Dornenkrone auf das Haupt setzest, zauberst du Rosenglanz darum.

Frenzel, Lucifer. Ein Roman aus der Napoleonischen Zeit, 5 Bde., 1873

Die Hoffnung ist es, die die Liebe nährt.

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Selbst die vergessenen Eindrücke beleben mein Denken von der Vergessenheit aus, denn auch die Vergessenheit ist etwas Positives, wie das Schweigen und die Dunkelheit.

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Jedes liebende Herz hofft auf Erfüllung, sonst könnte es eben nicht mehr lieben.

Hesekiel, Eine brandenburgische Hofjungfer. Historischer Roman aus Joachim Nestor's Tagen, 3 Bde., 1868

Ein Wort befreit uns von den Schmerzen des Lebens. Und dieses Wort ist: Liebe.

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Nur Liebe überblüht die Kluft, Die zwischen Sein und Nichtsein droht, Daß, wie gepflückter Blumen Duft, Doch etwas überlebt den Tod!

Bodenstedt, Aus dem Nachlasse Mirza-Schaffys, 1874. Erstes Buch: Lieder der Liebe. Vorklänge, 2.

Ich weiß du trittst zu mir ins haus Wie jemand der an leid gewöhnt Nicht froh ist wo zu spiel und schmaus Die saite zwischen säulen dröhnt. Hier schreitet man nicht laut nicht oft · Durchs fenster dringt der herbstgeruch Hier wird ein trost dem der nicht hofft Und bangem frager milder spruch. Beim eintritt leis ein händedruck · Beim weiterzug vom stillen heim Ein kuß – und ein bescheidner schmuck Als gastgeschenk: ein zarter reim.

George, S., Gedichte

Auf irren Pfaden ohne Ende Schritt ich dahin in banger Qual, Mich führten deine lieben Hände. Ich sah am Horizont, daß fahl Ein schwacher Schein der Hoffnung glimme, Dein Auge war der Morgenstrahl. Ermut'gend durch die Nacht, die schlimme, Kam nur der eig'nen Schritte Klang: Geh weiter! sagte deine Stimme. Mein Herz, so düster und so bang, Es weinte still in bitt'rem Leide, Die Liebe, die den Sieg errang Hat uns geeint in sel'ger Freude!

Verlaine, Ausgewählte Gedichte, übersetzt von Wolf Graf von Kalckreuth, Leipzig 1891; Erstdruck der Sammlung bei Lemerre, Paris 1866

Am Scheideweg Es gilt ein Mann zu sein, ein Fürst des Lebens! Steck dir ein Ziel, verwirf den Traum! Die tausend Wünsche loderten vergebens, Und herrschen kannst du nur im Raum. Der Jüngling flieht – Jugend grüne weiter! In Thaten wohnet Poesie. Sei der Humor dein schützender Begleiter! Verlasse dieser Gott dich nie! Verzage nicht in Ungemach und Sorgen, Kampf ist die Loosung bis zum Tod. Hast du nicht Freunde treu für Heut und Morgen, Die Vieles wenden, was dir droht? Es holt der Geist vom Geiste sich Genesung, An treuer Brust ruht aus die Brust, Nur die Verlassenheit ist auch Verwesung Jedweder Kraft, jedweder Lust. Die Liebe aber, die du kennst, die Liebe, Gibt sie nicht allen Wesen Schwung? Wenn sie ein Dämon aus dem Busen triebe, Dir fehlte die Beseligung.

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Armes Herz, du konntest wähnen? Ach, dein Glaube war so süß! Doch umsonst nur ist dein Sehnen Nach der Liebe Paradies. Froh schlugst du mit tiefem Beben Für das heil'ge Wunderland, Doch vernichtet ward dein Streben, Und der schöne Traum verschwand.

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Amor fati stellt sich dem Schicksal und besiegt es. Tapferer Pessimismus.

Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlaß, unter Mitwirkung von Manfred Schröter hg. von Anton Mirko Koktanek, C. H. Beck 1965. (Amor fati ist ein von Nietzsche geprägter Begriff für grundsätzliche Schicksalsbejahung.)

Am Fenster Ihr lieben Mauern hold und traut, Die ihr mich kühl umschließt, Und silberglänzend niederschaut, Wenn droben Vollmond ist! Ihr saht mich einst so traurig da, Mein Haupt auf schlaffer Hand, Als ich in mir allein mich sah, Und keiner mich verstand. Jetzt brach ein ander Licht heran, Die Trauerzeit ist um, Und manche zieh'n mit mir die Bahn Durch's Lebensheiligtum. Sie raubt der Zufall ewig nie Aus meinem treuen Sinn, In tiefster Seele trag' ich sie, Da reicht kein Zufall hin. Du Mauer wähnst mich trüb wie einst, Das ist die stille Freud; Wenn du vom Mondlicht widerscheinst, Wird mir die Brust so weit. An jedem Fenster wähnt ich, dann Ein Freundeshaupt, gesenkt, Das auch so schaut zum Himmel an, Das auch so meiner denkt.

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Einen Menschen wissen, der dich ganz versteht, der in Bitternissen immer zu dir steht, der auch deine Schwächen liebt, weil du bist sein; dann mag alles brechen: du bist nie allein.

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Gar mancher steht und wartet in der Welt Und weiß nicht recht, worauf er warten soll; Wer zu viel Freundschaft hofft, sieht selbst im Freunde Den kalten Fremden: diese Alltagswelt Ist voll von leeren Busen, leeren Herzen, Daß man die Liebe nicht verschleudern muß, Um nicht in jenen schlimmsten Fall zu kommen, Um Liebe einst zu betteln, und wie Bettler Mit Höhnen von der Thür gewiesen werden.

Tieck, Prinz Zerbino oder die Reise nach dem guten Geschmack. Gewissermaßen eine Fortsetzung des gestiefelten Katers. Ein deutsches Lustspiel in sechs Aufzügen, Erstdruck 1799. Zweiter Akt, 3. Szene, Waldbruder

An Liebe glauben, Das heißt leben! Alles Glück der Welt Ist nur ein Trug, wenn dieser Glaube fehlt.

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Die Liebe gibt dem sanften Weibe Mut, Was Männer schauern macht, mit Lächeln zu ertragen.

Wieland, Clelia und Sinibald oder die Bevölkerung von Lampeduse. Ein Gedicht in zehn Büchern, 1783. Zehntes Buch

Nimm mir Alles, falsches Glück, Gieb mir Täuschung, Freud' und Schmerzen; Eines bleibt mir doch zurück: Hohe Lieb' in treuem Herzen. Deinem Zorn erbeb' ich nicht, Klage nicht um Ruhm und Freude; Muthig ist, wie Morgenlicht, Lieb' im Leide. Was sie schenkte, was sie nahm, Alles ist mir lieb und theuer, Und ihr tiefster, längster Gram Macht mich kühner nur und treuer. Gern erduld' ich ihre Noth, Lächle, wenn ich mich betrübe; Freundlich ist, wie Abendroth, Leid in Liebe.

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